Kartoffelsalat statt Big Mac

Preisindex des IW für Deutschland

27. Dezember 2021, 11:30 Uhr | Tobias Schlichtmeier
Mc Donalds
Der Big-Mac-Index vergleicht das Preisniveau internationaler Länder.
© Pixabay

Der Big-Mac-Index vergleicht die weltweiten Preise des berühmten Hamburgers und damit das Preisniveau verschiedener Staaten. Das IW hat nun einen ähnlichen Index für alle Landkreise und kreisfreien Städte Deutschlands entwickelt. Grundlage sind die Preise für die Zutaten eines Kartoffelsalats.

Den Preis für Kartoffelsalat mit Bockwürsten hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mithilfe regionaler Daten des Lebensmittelhändlers Rewe für alle 401 Landkreise und kreisfreien Städte Deutschlands berechnet. Das Ergebnis: Der Preisunterschied zwischen verschiedenen Regionen für einen selbst gemachten Kartoffelsalat für vier Personen mit Bockwürsten liegt bei bis zu 25 Prozent.

Mit 6,24 Euro ist der Salat am teuersten, wenn man die Zutaten am Bodensee kauft (Bild). In der zweitplatzierten Vulkaneifel schlägt das traditionsreiche Essen, das laut einer Befragung bei immerhin einem Drittel aller deutschen Haushalte am Heiligen Abend auf den Tisch kommt, noch mit 5,87 Euro zu Buche.

Deutlich weniger kostet das Gericht dagegen in einigen ländlichen Gebieten im Westen der Republik und in vielen Regionen Ostdeutschlands. In Rostock, Cottbus oder Magdeburg beispielsweise summiert sich der Einkauf auf lediglich 5,05 Euro. Und auch Angela Merkel könnte in ihrer Heimat, der Uckermark, das Gericht entsprechend günstig zaubern.

Kartoffelsalat IW
Im Bodenseekreis muss man mit Abstand am meisten für ein Weihnachtsessen berappen.
© Institut der deutschen Wirtschaft

Für die IW-Ökonomen sind die deutlichen Preisdifferenzen aus zwei Gründen nachvollziehbar und deuten auf eine funktionierende Preisfindung am Markt hin:

  • Kaufkraft. Im Schnitt verdienen Menschen in Ostdeutschland noch immer weniger als im Rest der Republik. Entsprechend niedriger ist ihre Kaufkraft, worauf Anbieter mit entsprechend niedrigeren Preisen reagieren.
  • Kosten. Beispielsweise Ladenmieten sind auf dem Land und in den Ost-Bundesländern niedriger als andernorts. Dadurch können Lebensmittelhändler trotz niedrigerer Preise für ihre Waren lukrativ wirtschaften.

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