Mehr Tempo bei Produktzyklen

Volkswagen verkürzt Fahrzeugentwicklung von 54 auf 40 Monate

4. März 2022, 9:30 Uhr | Irina Hübner
Der Volkswagen ID.5 Pro Performance.
Der Volkswagen ID.5 Pro Performance.
© Volkswagen

Volkswagen richtet seine Technische Entwicklung in Wolfsburg neu aus: Mit Systems Engineering will Volkswagen die Entwicklung zukünftiger Fahrzeugprojekte 25 Prozent verkürzen – von 54 Monaten auf 40 Monate.

Die zunehmende Vernetzung des Fahrzeugs, dessen angestrebte nahtlose Einbindung ins digitale Ökosystem und der Fokus auf die User Experience macht nach Überzeugung von Volkswagen eine Neugestaltung des Entwicklungsprozesses erforderlich: fachbereichsübergreifend, mit konsequenter Ausrichtung auf Software, Kundenanforderungen und die elektrische Zukunftsplattform SSP, system- und funktions- statt bauteilorientiert.

»Wenn das Auto immer mehr zum elektrisch angetriebenen Softwareprodukt wird, muss sich auch seine Entwicklung in allen Dimensionen wandeln. Wir machen die Technische Entwicklungs vernetzter und leistungsfähiger, indem wir unsere Prozesse und Organisation statt an Bauteilen an Systemen und Funktionen ausrichten. Von Hardware first zu Software first. Damit verkürzen wir die Entwicklungszeiten um 25 Prozent – Fahrzeugprojekte werden künftig in 40 Monaten statt wie bisher in 54 Monaten entstehen, ab dem Moment, in dem die Software-Grundarchitektur einmal steht«, sagt Thomas Ulbrich, Volkswagen Vorstand für Technische Entwicklung.

»Mit dem Entwicklungszentrum Campus Sandkamp in Wolfsburg wird die Transformation in diesem Jahr auch nach außen sichtbar werden. Dafür nehmen wir 800 Millionen Euro in die Hand und machen den Campus Sandkamp zum modernsten Auto-Entwicklungszentrum der Welt. Damit machen wir deutlich: Die TE macht Tempo beim Umbau von Volkswagen zum Tech-Unternehmen.«

Elektrische Zukunftsplattform SSP schafft Basis für Mobilität der Zukunft

Mit einem schnelleren Entwicklungsprozess, der konsequenten Ausrichtung auf Kundenanforderungen sowie der gezielten Qualifikation der Belegschaft stellt die Technische Entwicklung die Weichen für die Mobilität der Zukunft – und schafft die Voraussetzungen, um mit Trinity ein werthaltiges, vollelektrisches und vollvernetztes Fahrzeug zu entwickeln, das nahtlos ins digitale Ökosystem eingebunden ist.

Dafür arbeitet Volkswagen mit der SSP (Scalable Systems Platform) an der Zukunftsplattform des Konzerns: eine leistungsfähige und skalierbare Plattform für das Elektrozeitalter. Sie soll bei Volkswagen 2026 zum ersten Mal im Projekt Trinity zum Einsatz kommen und wird perspektivisch die E-Plattformen MEB und PPE zusammenführen. Damit wird die SSP Basis aller Marken und Modelle – das heißt Grundlage für mehr als 40 Millionen Konzern-Fahrzeuge.

Wie bereits der MEB wird auch die SSP für Drittanbieter offen sein. Gleichzeitig ermöglicht sie die vollständige Vernetzung des Fahrzeugs mit seinem Ökosystem und schafft damit die Voraussetzungen für vollautomatisiertes Fahren (Level 4) und neue nutzungsbasierte Geschäftsmodelle. Mit dem Digital Lifecycle Management (DLCM) werden Volkswagen Fahrzeuge künftig auch nach ihrer Auslieferung aktuell gehalten.

Kompetenzen durch gezielte Qualifizierung stärken

Mit der Neuausrichtung der Technischen Entwicklung auf vernetzte, system- und funktionsorientierte Entwicklungsprozesse investiert Volkswagen auch gezielt in die Qualifizierung der Mitarbeiter und macht sie fit für das digitale Zeitalter. Mehrere hundert Mitarbeiter haben sich bereits für neue Berufsfelder in der Technischen Entwicklung qualifiziert. In den kommenden Jahren sollen Tausende von Beschäftigten folgen.

So werden bis 2030 rund 4.000 Mitarbeiter für signifikant neue Job-Profile qualifiziert (Re-skilling), weitere rund 6.000 bis 8.000 Mitarbeiter erhalten umfangreiche Qualifizierungen (Up-Skilling). Die Bandbreite der Qualifizierungs-Angebote reicht von kürzeren Lerneinheiten, um gezielt Kompetenzen zu erweitern, bis zu großangelegten Umschulungen. Volkswagen will damit die Beschäftigung am Standort Wolfsburg nachhaltig sichern.

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