Trotz Festhaltens am Verbrenner

VW Nutzfahrzeuge plant mehr E-Modelle

28. März 2022, 13:25 Uhr | Hannover (dpa), ih
Software-Updates können Over-the-Air an Bord geholt werden.
Der vollelektrische ID.Buzz steht kurz vor der Serienfertigung.
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Der Elektro-Bus ID.Buzz steht kurz vor dem Beginn der Serienfertigung. Mittelfristig will Volkswagen Nutzfahrzeuge weitere Batteriemodelle entwickeln – doch die Verbrenner-Welt ist damit noch lange nicht am Ende. Welche Folgen haben Chipkrise und Ukraine-Krieg?

Die Sparte der leichten Nutzfahrzeuge im Volkswagen-Konzern (VWN) will nach dem Start des elektrischen Bullis weitere reine E-Autos entwickeln, hält vorerst aber auch an Hybridwagen und Verbrennern fest. Bis 2030 sollen über die Hälfte der in Europa verkauften Modelle batteriebetriebene Stromer sein.

»Da müssen wir unsere Palette noch mal deutlich anpacken«, sagte Markenchef Carsten Intra am Montag bei der Vorstellung der Jahresbilanz für 2021. Über den ID.Buzz und die E-Version des Lieferwagens Crafter hinaus könnte der gemeinsam mit Ford fortgesetzte Pick-up Amarok ein Kandidat sein. Näheres steht aber noch nicht fest. Das elektrische Camper-Mobil ID.California werde dann nach 2025 kommen.

Gleichzeitig betonte das Management, die von Klimaschützern oft als Mogelpackung kritisierten Plug-in-Hybride sowie Verbrenner absehbar im Programm zu halten: »Manche Kunden brauchen ihr Fahrzeug neben der Stadt auch für lange Strecken. Und es wird Anwendungsfälle geben, wo der Verbrenner auch aus Umweltsicht geeignet ist.«

Der ID. Buzz feiert sein Debüt

Die Vorserienflotte der ID.-Buzz-Prototypen tourt aktuell durch Europa.
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Die ID. Buzz Prototypen sind nur noch leicht getarnt.
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Beide ID. Buzz Versionen – der Fünfsitzer und der Transporter – greifen Stilelemente des legendären T1 – des Ur-Bulli – auf.
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Bestellstopps wegen Chipkrise

Wegen der Lieferprobleme bei Mikrochips musste die Kernmarke VW Pkw für viele Hybride schon einen Bestellstopp verhängen. »Auch wir haben aussetzen müssen«, sagte VWN-Vertriebsvorstand Lars Krause angesichts der Lieferzeiten von zuletzt um die zwölf Monate. »Wir wollen erst Sicherheit, dass der Kunde weiß, wann er sein Auto erhält.«

Die im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg nochmals stark gestiegenen Rohstoffkosten könnten auch Autos verteuern, deutete Finanzvorstand Michael Obrowski an: »Wenn die Rohstoffe weiter so steigen, wird es zwangsläufig zu Preiserhöhungen bei Fahrzeugen kommen.«

Wie viele andere Unternehmen werde VWN noch längerfristig von Gasimporten abhängig sein. Die Energieversorgung der Werke werde schrittweise auf mehr Ökostrom umgestellt. Dies brauche aber Zeit.Ausbleibende Teile von Zulieferern aus der Westukraine hatten in den vergangenen Wochen auch die VW-Nutzfahrzeugtochter getroffen. Die Produktion an den drei Hauptstandorten Hannover sowie Poznan und Wrzesnia in Polen wurde ausgebremst. Inzwischen hat sich die Lage stabilisiert. Die Fertigung sei wieder angelaufen, teilte das Unternehmen mit. Man sei für mindestens drei Wochen ausgelastet.

VW-Bulli damals und heute

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Bulli VW
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Neuer Geschäftszweig: Services rund um autonomes Fahren

Ein zentraler Geschäftszweig von VWN werden Dienstleistungen rund um das autonome Fahren. Dazu arbeitet der Hersteller mit Ford und der US-Firma Argo AI zusammen. Denkbar seien weitere Kooperationen, auch bei möglichen technischen Plattformen für die großen amerikanischen Fahrdienstvermittler Uber und Lyft, sagte Markenchef Intra.

Derzeit testet VWN in München oder in US-Metropolen wie Miami. Der ID.Buzz soll später in einer speziellen Version zumindest teilautonom unterwegs sein. Für Hamburg ist ein Einsatz beim Shuttle-Service Moia von 2025 an geplant. Am Ende sollen die erweiterten Dienste in mehr als 50 Städten in verschiedenen Ländern angeboten werden.

2021 konnte sich VWN nach dem Corona-Durchhänger 2020 in vielerlei Hinsicht verbessern. Das Ergebnis im laufenden Geschäft drehte die Marke von einem Verlust von 454 Millionen Euro in einen Betriebsgewinn von 73 Millionen Euro. Der Umsatz legte um knapp 6 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro zu. Bei den Auslieferungen ging es um etwas mehr als 3 Prozent auf 359 500 Fahrzeuge abwärts.


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Volkswagen AG, dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH