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Konzentration auf Produktion von E-Autos

Honda schließt Werk in Großbritannien

19. Februar 2019, 16:38 Uhr   |  dpa | Stefanie Eckardt

Honda schließt Werk in Großbritannien
© kyodo | dpa

Autos des Herstellers Honda werden vor dem Hauptsitz des Unternehmens in Tokio ausgestellt. Der japanische Autobauer schließt sein Werk in Swindon, Großbritannien. Das gab der Konzern am 19.02.2019 bekannt. Das Werk in Swindon ist Hondas einzige Fertigungsstätte in Europa.

Bittere Nachricht für die britische Wirtschaft: Etwa fünf Wochen vor dem geplanten Brexit gibt Honda das Aus für sein Werk in England bekannt. Grund sei aber nicht der Ausstieg des Landes aus der EU.

Der japanische Autobauer Honda schließt sein Werk in Großbritannien. Das gab der Konzern am 19.02.19 bekannt. Das Werk in Swindon ist Hondas einzige Fertigungsstätte in Europa. Die Fabrik mit 3.500 Beschäftigten soll 2021 die Arbeit einstellen.

Der am 29. März anstehende EU-Austritt Großbritanniens sei nicht der Grund für die Entscheidung, hieß es. Es gehe um eine Umstrukturierung des globalen Fertigungsnetzwerkes, um sich verstärkt auf Elektroautos zu konzentrieren. »Wir haben den Brexit immer als etwas betrachtet, was wir überstehen werden«, sagte der Vizepräsident von Honda in Europa, Ian Howells, dem Sender BBC. Man müsse jetzt auf die weltweiten Entwicklungen in der Automobilbranche reagieren.

Hondas Werk im englischen Swindon produziert jährlich etwa
150.000 Autos
, darunter den Civic. Die Fabrik macht damit rund 10 Prozent der gesamten Autoproduktion Großbritanniens aus. Wirtschaftsminister Greg Clark sprach von einer »katastrophalen Entscheidung«. Es sei ein heftiger Schlag für Tausende von Mitarbeitern, deren Familien und auch für die Zulieferer.

Honda ist damit ein weiteres japanisches Unternehmen, das seine Geschäfte in Großbritannien zurückfährt. Nissan hatte kürzlich mitgeteilt, die nächste Generation seines SUV-Modells X-Trail für den europäischen Markt werde in Japan statt in England gebaut. Man wolle die Produktion des X-Trails im Werk in Kyushu zusammenführen. Japans Nummer 1 Toyota erklärte auf Anfrage, keine Pläne zur Änderung seiner Geschäfte in Großbritannien zu verfolgen. Der Konzern bezieht Teile zur Autoproduktion in Derbyshire vom europäischen Festland. Ein No-Deal-Brexit könnte die Produktion am britischen Toyota-Standort aber erschweren.

Die Entscheidung Hondas zur Schließung des Werks erfolgt kurz nach dem Inkrafttreten eines Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und Japan. Konzerne wie Honda werden davon profitieren, da die Zölle von 10 Prozent auf Autos, die aus Japan importiert werden, ab dem Jahr 2027 entfallen werden.

Honda begann in Swindon in den späten 1980er Jahren zunächst mit der Fertigung von Motoren. Seit 1992 laufen dort Autos von den Bändern.

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