Schwerpunkte

Dieselabgasaffäre

Ermittler leiten auch gegen Daimler Bußgeldverfahren ein 

20. Februar 2019, 15:15 Uhr   |  dpa, Stefanie Eckardt

Ermittler leiten auch gegen Daimler Bußgeldverfahren ein 
© Sebastian Gollnow, dpa

Ermittler leiten auch gegen Daimler Diesel-Bußgeldverfahren ein.

Im Zuge ihrer Diesel-Ermittlungen beim Autobauer Daimler hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Bußgeldverfahren gegen den Konzern eingeleitet. Das bestätigten Daimler und die Staatsanwaltschaft am 20.02.2019 auf Anfrage. 

Es geht auch bei diesem Verfahren um den Verdacht, dass Führungskräfte ihre Aufsichtspflichtenverletzt und damit eine Ordnungswidrigkeit begangen haben könnten. VW musste deshalb bereits eine Milliarde Euro bezahlen, Audi 800 Millionen Euro. Zudem laufen Verfahren gegen Porsche und Bosch. Nun droht auch Daimler eine hohe Geldbuße. Strafrechtliche Ermittlungen gegen einzelne Daimler-Mitarbeiter wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung gibt es schon seit dem Frühjahr 2017. Hintergrund ist der Einsatz von mutmaßlich illegalen Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung von Diesel-Fahrzeugen. Das Bußgeldverfahren ist neu und richtet sich gegen Daimler als Konzern. Strafrechtliche Ermittlungen gegen Firmen sind nicht möglich, sie können sich nur gegen Einzelpersonen richten. Daimler betonte, das Unternehmen kooperiere auch in diesem Fall mit den Ermittlungsbehörden. Weiter dazu äußern wollte sich der Konzern nicht. Nach Auffassung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hat Daimler illegale Abschalteinrichtungen in Diesel-Fahrzeugen von Mercedes-Benz verwendet. Die Behörde hat den Autobauer deshalb zum Rückruf von europaweit rund 700.000 Autos - davon 280.000 in Deutschland, verpflichtet, um dort eine neue Version der Motorsteuerungs-Software aufzuspielen. 

Daimler hat vergangenen Herbst mit den Updates begonnen, bestreitet aber, dass die Funktionen illegal sind, und hat Widerspruch gegen die KBA-Anordnung eingelegt. Im Sommer 2017 hatte der Konzern angekündigt, drei Millionen Diesel per Software-Update nachzurüsten, um den Stickoxid-Ausstoß zu reduzieren. Die 700.000, die von dem amtlichen Zwangsrückruf betroffen sind, gehören dazu.  

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Umtausch von Millionen Führerscheinen
Deutschland will bei KI aufholen
Dämpfer für VW-Kunden vor Gericht
Honda schließt Werk in Großbritannien
Noch keine Genehmigung für Hardware-Nachrüstungen
EU schreibt erstmals auch Lastwagen niedrigere CO2-Werte vor

Verwandte Artikel

Daimler AG, dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, Volkswagen AG