Schwerpunkte

Straßengenaue Luftverschmutzungs-Heatmap

Mobile Erfassung von Echtzeitdaten zur Luftqualität

01. Dezember 2020, 14:00 Uhr   |  Irina Hübner

Mobile Erfassung von Echtzeitdaten zur Luftqualität
© Shutterstock.com

Mobile Flotten mit Sensorik ausstatten, um die Luftqualität in Städten straßengenau abzubilden – diese Aufgabe hat sich das Projekt AirQuality gesetzt. Durch mobil erfasste Echtzeitdaten lassen sich Orte mit hoher Luftverschmutzung exakt erkennen. Neue Geschäftsmodelle könnten so entstehen.

In Kooperation mit Geotab, einem Anbieter von Telematiklösungen, untersucht das Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen die Optionen für die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle zur Verbesserung der Luftqualität. Im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds (mFUND) fördert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur das Projekt mit 100.000 Euro.

Durch die straßengenaue Erfassung mit stationären Messstationen, wie sie in Aachen und Gelsenkirchen bereits zur Verfügung stehen, lässt sich lediglich ein punktueller und damit wenig aussagekräftiger Überblick zur Luftqualität erzielen. Die zusätzliche Auswertung von Passivsammlern an weiteren Standorten der Städte reicht für die aktuelle Darstellung der Luftqualität ebenfalls nicht aus. Denn die Daten können nur nachträglich in einem Labor ausgewertet werden.

Das FIR und Geotab wollen deshalb die mobile Erfassung von Echtzeitdaten ermöglichen. Neben Aachen und Gelsenkirchen soll im Rahmen von AirQuality auch  Halle an der Saale als weiterer Standort einbezogen werden, um die Ergebnisse auf verschiedene Stadtstrukturen anwenden zu können.

Im Projekt werden geeignete Fahrzeugflotten identifiziert und mit Sensorik ausgestattet. So können während der Fahrt Daten zur Luftqualität gesammelt werden, um anschließend eine Echtzeit-Heatmap der Luftverschmutzung zu erstellen. Orte mit hoher Luftverschmutzung lassen sich auf diese Weise punktgenau erkennen. Die gewonnenen Informationen sollen zur Entwicklung von Geschäftsmodellen genutzt werden, die sich mit der Luftqualität in Städten und den tatsächlichen Auswirkungen von potenziellen Fahrverboten befassen.

»Die Kooperation mit Geotab eröffnet uns erstmalig die Möglichkeit, mithilfe der erfassten Echtzeitdaten verlässliche Einblicke in die Luftqualität deutscher Städte zu geben«, sagt Benedikt Moser, stellvertretender Bereichsleiter Dienstleistungsmanagement am FIR und Leiter des Projekts AirQuality. »Dies ermöglicht es uns, datenbasierte Geschäftsmodelle zu entwickeln – Smart Services – mit deren Hilfe wir Städten und Kommunen die Chance geben, auf Grundlage der Echtzeitdaten die Mobilitäts- und Umweltwende zu gestalten: Ein erster Schritt, um die Luftwerte in deutschen Städten nachhaltig positiv zu verändern und so eine höhere Lebensqualität zu ermöglichen.«

»Luftverschmutzung ist eines der größten Probleme in Städten auf der ganzen Welt. Wir sind daher immer offen dafür, mit unserer Technologie einen Beitrag zu besserer Luft zu leisten«, erklärt Dirk Schlimm, Executive Vice President von Geotab. »Telematikdaten liefern wertvolle Echtzeiteinblicke und sind dadurch der Schlüssel für Initiativen zu saubererer Luft. Ein ähnliches Projekt, das wir in Houston durchgeführt haben, hat gezeigt, dass bis zu 20 Fahrzeuge ausreichen, um bis zu 70 Prozent der Stadt abzudecken. Das bedeutet, dass hyperlokale Erkenntnisse einfach zu beschaffen sind. Dadurch lassen sich Maßnahmen für besseren Umweltschutz leichter entwickeln und deren Erfolg zuverlässiger messen.«

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