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Ausbau von Mobilitätsdiensten

Bosch erwirbt Minderheitsbeteiligung an Sfara

10. Dezember 2020, 12:00 Uhr   |  Stefanie Eckardt

Bosch erwirbt Minderheitsbeteiligung an Sfara
© Robert Bosch

Bosch beteiligt sich an Sfara und will damit eCall-Service und Pannendienst bis zur kompletten Unfallabwicklung per Smartphone ausbauen.

Bosch Service Solutions will sein Geschäft mit Mobilitätsdiensten weiter ausbauen und erwirbt dazu eine Minderheitsbeteiligung an dem Start-up Sfara. Dieses bietet App-basierte Technologien für mobile Geräte an, die Zusammenstöße von Fahrzeugen und andere Notfälle erkennen.

Der eCall ist in neu typenzugelassenen Fahrzeugen in der Europäischen Union seit dem 31. März 2018 Pflicht. Auf Basis der Technologie von Sfara ist es Autofahrern möglich, den digitalen Lebensretter per Smartphone auch in Fahrzeugen zu nutzen, in denen noch kein eCall verbaut ist – in der Regel ist das bei älteren Modellen der Fall, die nicht über die nötige Technik verfügen. Damit können deutlich mehr Verkehrsteilnehmer vom Notrufschutz profitieren und automatisch Hilfe nach einem Unfall bekommen. Mit der Sfara-Technologie können Nutzer die Notruffunktion auch außerhalb des Autos nutzen, beispielsweise wenn sie zu Fuß unterwegs sind.

Mit dem eCall per Smartphone können Automobilhersteller, Kfz-Versicherer oder Flottenbetreiber einen umfassenden Service rund um das Abwickeln von Unfällen und Pannen anbieten – und das unabhängig vom Alter des Fahrzeugs oder dem Verkehrsmittel. Der Nutzer erhält eine Service-App vom jeweiligen Anbieter. Im Fall eines Unfalls hat er somit Zugang zu Boschs Unfall- und Pannenhilfe-Netzwerk. Moderne Smartphones verfügen über Beschleunigungsmesser, GPS und andere Sensoren. Die geschützte App-Lösung von Sfara wertet diese verschiedenen Sensordaten kombiniert aus, um Unfälle zu erkennen und Fehlalarme zu reduzieren. Die App setzt anschließend automatisch einen Notruf an einen Service-Standort von Bosch ab und überträgt dabei Informationen, die für eine schnelle Hilfe relevant sind. Ein Notruf kann auch manuell ausgelöst werden. Daraufhin wird eine Sprechverbindung zum Servicemitarbeiter aufgebaut, der – falls erforderlich – die Rettungskräfte alarmiert. Die Technologie enthält zudem optimierte Funktionen zur Unfallerkennung, die Fehlalarme deutlich reduzieren.

Die Daten für eine schnelle Unfall- und Pannenhilfe bis hin zur kompletten Schadensabwicklung werden von Bosch ermittelt und können an die Automobilhersteller, Kfz-Versicherer oder Flottenbetreiber weitergeleitet werden. Das beschleunigt den Prozess für alle Beteiligten, weil Informationen zum Unfall, wie der Ort des Aufpralls, gleich digital mitgeliefert werden. Versicherer können mit der Unfallmeldung zudem die First Notification of Loss erhalten. Darunter versteht man die erste Schadensmeldung mit Daten, die für eine reibungslose Abwicklung des Versicherungsfalls notwendig sind. Wichtig dabei ist: Der Datenschutz-Grundverordnung folgend werden nur die Daten übermittelt, die für die Erbringung der Services erforderlich sind und deren Verwendung der Endkunde zuvor zugestimmt hat.

Als Weiterentwicklung des eCall Services plant der Automobilzulieferer gemeinsam mit seinen Partnern, künftig alle Schritte in der Unfall- und Pannenabwicklung für die Geschäftskunden digital verfügbar zu machen: von der ersten Notfall- und Schadensmeldung über den Reparatur- und Abschleppservice bis hin zum Ersatzwagen und zur Schadensregulierung.

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