Schwerpunkte

Schnelle Prototypenfertigung

Mahle setzt mit 3D-Druck auf Geschwindigkeit

14. Juni 2021, 14:47 Uhr   |  Irina Hübner

Mahle setzt mit 3D-Druck auf Geschwindigkeit
© Mahle

Für die schnelle Entwicklung klimaneutrale Anriebe könnte 3D-Druck zur Schlüsselkomponente werden.

An seinem Hauptsitz in Stuttgart hat Mahle ein neues Zentrum für additive Fertigungsverfahren eröffnet. Bei komplexen Bauteilen kann der Zulieferer die Fertigung von Prototypen künftig von mehreren Monaten auf wenige Tage verkürzen. Auch Kundenaufträge lassen sich rasch durchführen.

Die schnelle Prototypenfertigung kann beispielsweise die Entwicklung klimaneutraler Antriebe, unter anderem für die E-Mobilität, erheblich beschleunigen. Das 3D-Druck-Center, in der Drucker, Pulveraufbereitungsmodul, Prüflabor sowie eine Strahlanlage zur Nachbearbeitung der Bauteile untergebracht sind, wird sowohl für die interne Prototypenfertigung als auch für Kundenaufträge genutzt.

»Die Entwicklung neuer Systeme und Komponenten muss heute deutlich schneller gehen als noch vor einigen Jahren, gerade wenn es um Lösungen für nachhaltige CO2-neutrale Antriebskonzepte geht«, sagt Michael Frick, Vorsitzender der Mahle-Konzern-Geschäftsführung (ad interim) und CFO. »Mit dem neuen 3D-Druck-Center stärkt Mahle seine Aktivitäten in Strategiefeldern wie zum Bespiel der E-Mobilität.«

Neues Mahle-3D-Druck-Center in Stuttgart

Mit der Einrichtung eines 3D-Druck Centers verschafft Mahle sich einen Wettbewerbsvorteil und stärkt seine Rolle als Entwicklungspartner.
3D-Druck sieht Mahle als eine Schlüsseltechnologie für die schnelle Entwicklung klimaneutraler Antriebe.
Durch seine Werkstoffexpertise ist Mahle in der Lage, hoch belastbare Teile nach Automotive-Standards per 3D-Druck zu fertigen.

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Auf dem Weg zur industriellen Serienproduktion

Dr. Martin Berger, Leiter der zentralen Forschung und Vorausentwicklung bei Mahle, betont: »In der neuen Anlage werden auch Verfahren entwickelt, die den 3D-Druck in der industriellen Serienproduktion nach den strengen Standards der Automobilindustrie möglich machen. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Produktentwicklung und -herstellung, denn mit diesem Verfahren lassen sich Hochleistungsbauteile fertigen, die mit konventionellen Verfahren nicht herstellbar sind.«

Im Fokus des neu eröffneten 3D-Druck-Centers steht die Entwicklung von Bauteilen für den Einsatz in E-Fahrzeugen und anderen nachhaltigen Antriebskonzepten. Besonders für die Bereiche Thermomanagement, Mechatronik und Elektronik werden hier künftig Fertigungsprozesse entwickelt und für die spätere Serienproduktion qualifiziert. Als Materialien kommen dabei spezielle Aluminium- und Edelstahllegierungen zum Einsatz, die – je nach Einsatzzweck – besonders belastbar, korrosionsbeständig oder gewichtsoptimiert sind.

Kolben und Ladeluftkühler für Porsche

Das Thema 3D-Druck bei Mahle hatte im vergangenen Jahr enorm an Fahrt aufgenommen, als der Konzern in einem Gemeinschaftsprojekt mit Porsche und Trumpf Kolben und Ladeluftkühler für den Supersportler Porsche 911 GT2 RS erfolgreich im 3D-Drucker produzierte und testete. Dank seiner breiten Werkstoffexpertise kann Mahle die Produktion besonders performanter Komponenten garantieren, die auch extremen Belastungen standhalten. Um dieses Know-how verstärkt auch für den Ausbau der Aktivitäten in Zukunftsfeldern zu nutzen, fiel die Entscheidung für den Bau eines eigenen 3D-Druck-Centers.

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