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»Schüler experimentieren« am FZ Jülich

Regenwasser für die Scheibenreinigung verwenden

21. März 2018, 13:02 Uhr   |  Andreas Pfeffer

Regenwasser für die Scheibenreinigung verwenden
© Ford

Lara und Daniel Krohn vor dem umgerüsteten Ford S-MAX mit Regenwasseraufnahme für die Scheibenwaschanlage.

Die Geschwister Krohn nahmen erfolgreich am Regionalwettbewerb »Schüler experimentieren« am Forschungszentrum Jülich teil. Ihre Idee: Regenwasser sammeln und als Scheibenwaschwasser einsetzen. Reicht es auch für den Sieg des Landeswettbewerbs NRW oder sogar des Bundesfinales?

Europäische Autofahrer verbrauchen jährlich rund 20 Liter Scheibenwaschwasser pro Fahrzeug, um die Scheiben zu reinigen. Bei 291 Millionen registrierten Fahrzeugen auf europäischen Straßen werden daher insgesamt fast sechs Milliarden Liter Wasser pro Jahr für die Reinigung der Windschutzscheibe verbraucht.

Als im Sommer 2017 die Geschwister Lara (9 Jahre) und Daniel (11 Jahre) mit ihren Eltern im Auto unterwegs waren, wollte der Vater während der Fahrt die Frontscheibe reinigen. Da allerdings der Waschwasserbehälter leer war, wurde die Windschutzscheibe zusehends schmutziger.

Und hier kam den beiden Geschwistern die Idee: »Es gab einen Wolkenbruch. Überall war Wasser – außer im leeren Vorratsbehälter unseres Autos. Meine Schwester und ich fanden das sehr lustig, und dann hatten wir die Idee, einfach das Regenwasser zu sammeln und zu verwenden«, sagt der 11-jährige Daniel aus Jülich.

»Wir konnten nicht glauben, dass niemand zuvor an so etwas gedacht hatte«, fügt die 9-jährige Lara hinzu. »Um es auszuprobieren, haben wir unser Spielauto und die Pumpe von unserem Aquarium benutzt. Mit einem zusätzlichen Filtersystem haben wir dafür gesorgt, dass das Wasser sauber war. Das hat sehr gut funktioniert.«

Regionalwettbewerb »Jugend forscht/Schüler experimentieren«

Lara und Daniel Krohn, von der Gemeinschaftsgrundschule Jülich-West und dem Gymnasium Haus Overbach, nahmen mit ihrer Idee erfolgreich am Regionalwettbewerb »Schüler experimentieren« am Forschungszentrum Jülich teil.

Das System wurde anhand eines Ford-Modellautos präsentiert. Als Ingenieure des Automobilherstellers von der Idee hörten, boten sie an, ein richtiges Testsystem in einem Ford S-MAX zu installieren. Um das Wasser zu sammeln, wurde der Boden der Windschutzscheibe und der Vorratsbehälter mit Gummischläuchen verbunden.

Ford Prototyp zur Regenwasseraufnahme
© Ford

Im Prototypenfahrzeug verbinden Schläuche die unteren Abläufe der Windschutzscheibe mit dem Waschwasserbehälter.

Das Unternehmen geht davon aus, dass der Wasserbedarf bei künftigen Fahrzeugen noch zunehmen wird, da Kameras und Sensoren ebenfalls gereinigt werden müssen. Daher arbeitet Ford bereits an unterschiedlichen Konzepten, Wasser durch Regen oder Kondenswasser wiederzuverwenden. Hier berücksichtigten die Entwickler auch bereits die Möglichkeit, Feuchtigkeit aus der Luft zu gewinnen und in Trinkwasserqualität zu filtern.

Die beiden Geschwister treten nun am 4. und 5. Mai 2018 in Essen beim Landeswettbewerb Nordrhein-Westfalen an – das Bundesfinale der einzelnen Landessieger findet dann vom 24. bis 27. Mai 2018 in Darmstadt statt.

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