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Kommunikation mit autonomen Fahrzeugen

Ford erprobt Lichtsignale für Fußgänger

11. Februar 2019, 12:00 Uhr   |  Andreas Pfeffer

Ford erprobt Lichtsignale für Fußgänger
© Ford

Ford testet Lichtsignale an autonomen Fahrzeugen für die Kommunikation mit Fußgängern.

Kopfnicken, Daumen nach oben oder Wink mit der Hand – Gesten tragen im Straßenverkehr dazu bei, dass sich Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer verständigen. Die künftige Kommunikation mit einem autonomen Fahrzeug untersuchte nun Ford in Kooperation mit der Technischen Universität Chemnitz.

Ford und die Technische Universität Chemnitz ergänzen existierende Forschungsprojekte aus den USA und untersuchen nun in Deutschland, ob sich farbige Lichter für die Kommunikation zwischen autonomen Fahrzeugen und Fußgängern eignen. Die Lichter sollen dabei signalisieren, was das Fahrzeug macht und was es als Nächstes tun wird.

Die Erprobung ist Bestandteil der Forschung zur Entwicklung einer Schnittstelle, mit deren Hilfe autonome Fahrzeuge intuitiv mit anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren können. Eine Lichtleiste blinkt und signalisiert dabei beispielsweise, dass der Transporter vorwärts anfährt oder den Weg für andere freigibt. Beobachter notieren fortlaufend die Reaktionen der Fußgänger und Radfahrer.

Die bestehenden Tests wurden dabei in nachfolgenden Bereichen ergänzt:

  • Neben Weiß kommen auch Violett und Türkis zum Einsatz.
  • Die Lichter werden am Dach oberhalb der Windschutzscheibe angebracht.
  • Situationen mit einem bis zu 500 m weiten Abstand zu Verkehrsteilnehmern werden analysiert.
»Human Car«-Sitz Ford
© Ford

Die Testfahrer werden in einem »Human Car«-Sitz untergebracht.

Da die Tests so realistisch wie möglich gestaltet werden sollten, entwickelte das Unternehmen den »Human Car«-Sitz, der in einem Ford Transit Connect eingebaut wurde – durch den Sitz bleibt der Fahrer weitgehend unsichtbar, sodass der Transporter wie ein autonomes Auto wirkt. Die Testfahrer wurden geschult und behalten die Straße durch eine Kopfstützen-Attrappe im Blick. Zur Anzeige von Lichtsignalen betätigten sie einen Hebel. Ein Assistent überwachte ebenfalls die vorausliegende Straße und sorgte dafür, dass der Fahrer mit Wasser versorgt war.

Die Studie zeigt, dass 60 Prozent der 173 Befragten das Testauto für ein autonomes Fahrzeug hielten. Im Zuge der beobachteten Reaktionen von weiteren 1.600 Menschen stellte sich Türkis als bevorzugte Signalfarbe heraus. Im Testverlauf gab es ein signifikantes Maß an Akzeptanz und Vertrauen in die Lichtsignale, auf deren Grundlage Forscher künftig die Signalsprache weiterentwickeln und verfeinern werden.

Mit dem Ziel eines selbstfahrenden Autos arbeitet Ford an der Vertrauensbildung. Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei die Schaffung eines Industrie-Standards zur Kommunikation von Fahrabsichten. Der Automobilhersteller arbeitet diesbezüglich mit mehreren Organisationen zusammen – darunter die Internationale Organisation für Normung und die Society of Automotive Engineers.

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