Batteriemetalle/S&P Global

Preis für Lithiumkarbonat steigt um 545 Prozent!

24. März 2022, 15:35 Uhr | Ralf Higgelke
Pixabay, Growth
© Gerd Altmann/Pixabay

Nicht erst seit dem Krieg in der Ukraine steigen die Preise für verschiedene Metalle. Wie sich die Preise für Batteriemetalle entwickelt haben und welche Konsequenzen das hat, beschreibt Scott Yarham von S&P Global Commodity Insights.

Die Preise für Batteriemetalle sind weiter in die Höhe geschnellt, wobei die Preise für Lithiumkarbonat nach wie vor Allzeithochs erreichen. Die jüngste Schätzung lag bei 71.000 US-Dollar pro Tonne und damit um fast 545 Prozent höher als im Vorjahr, was auf die steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugbatterien und das knappe Angebot zurückzuführen ist.

S&P Global Commodity Insights, Lithium
So haben sich die Preise für die 1000 kg Lithiumkarbonat und -hydroxid verändert.
© S&P Global Commodity Insights

Aufgrund der starken Nachfrage nach LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) hat sich die Spanne zwischen Lithiumkarbonat und -hydroxid bis 2021 völlig verändert, denn Hydroxid hat seinen historischen Preisvorteil verloren und Karbonat hat nun einen Rekordaufschlag gegenüber Hydroxid – sowohl in China als auch bis vor kurzem auf dem Überseemarkt. Einige Hersteller von Lithiumchemikalien berichten, dass sie für 2022 bereits ausgebucht sind.

Anhaltende Probleme bei Kobalt

Im Jahresvergleich sind die Preise für Kobalthydroxid um fast 325 Prozent gestiegen, was auf eine angespannte Versorgungslage und logistische Engpässe zurückzuführen ist, die seit dem letzten Jahr anhalten.

Die Kosten für Batteriepacks sind gestiegen, und die Batteriehersteller haben öffentlich angekündigt, dass die Preise weiter steigen werden. Dies ist sehr ungewöhnlich, da die Batteriekosten seit Jahren kontinuierlich gesunken sind. Schwere Versorgungsengpässe bei Nickel und Kobalt sowie die begrenzte Verfügbarkeit von Lithium führen im Markt zu der Erwartung, dass der Aufwärtsdruck auf die Batteriekosten anhalten wird.

Der Preisanstieg bei Nickelsulfat nach den schwerwiegenden Auswirkungen auf die Handelsplattform London Metal Exchange (LME) hat bei vielen Besorgnis über die künftige Versorgung und die Kosten ausgelöst.

Erweiterungen von Gigafactories und neue Projekte haben sich noch nicht auf das Angebot ausgewirkt, was die Preise 2022 weiter stützen dürfte.


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