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Zwei Tage voll Power

Das war die BatteryWorld 2020

05. Februar 2020, 09:30 Uhr   |  Kathrin Veigel

Das war die BatteryWorld 2020
© Engelbert Hopf | WEKA Fachmedien

BatteryWorld 2020: Podiumsdiskussion zum Thema Schnellladen.

Wer geballte Informationen erhalten wollte über die Herausforderungen aus den Bereichen Elektromobilität, stationäre Speicher und portable Elektronik, die sich über die gesamte Wertschöpfungs- und Lieferkette von Batterien ergeben, war auf der BatteryWorld Ende Januar in München genau richtig.

Ob im Smartphone, in der Drohne, im Elektrofahrzeug, in Speicherkraftwerken – Batterien und Akkus sind ein Grundpfeiler der modernen Welt. Und es werden große Erwartungen in Akkus gesetzt: So sollen sie die geplante Energiewende und die Abkehr von fossilen Energieträgern entscheidend tragen. Daher ist es dringend geboten, dass sich Ingenieure und Techniker intensiv mit diesem Thema befassen. Für diesen Zweck war die von den Medien DESIGN&ELEKTRONIK, Markt&Technik und SmarterWorld organisierte BatteryWorld perfekt geeignet. Das Programm der Veranstaltung, die am 28. und 29. Januar 2020 im Hilton Munich Park in München stattgefunden hat, ist hier einzusehen: www.battery-world.de.

Bei der BatteryWorld 2020 drehte sich alles um technische und kommerzielle Herausforderungen rund um die gesamte Wertschöpfungs- und Lieferkette von wiederaufladbaren Batterien. Sie spannte den Bogen von der Liefersicherheit wesentlicher Rohstoffe wie Lithium über die Zellchemie, die Zellen und deren Fertigung bis hin zum Engineering von Akkupacks. Aber auch aktuelle Anwendungen wie Elektromobilität, stationäre Speicher und Batterien für tragbare Geräte sowie die Themen Second Life und Recycling kamen nicht zu kurz.

Der erste Tag der Veranstaltung wurde zum einen gefüllt mit einem Basisseminar, das sich mit Lithium-Batterien und deren Weiterentwicklung beschäftigte. Professor Dr. Andreas Jossen von der TU München und Dr. Wolfgang Weydanz von Robert Bosch leiteten diesen gut besuchten Basiskurs für Neu- und Quereinsteiger, der Anwendern, Entwicklern und Entscheidungsträgern das notwendige Wissen vermittelte über die Funktionsweise, die Entwicklungstendenzen und die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen wiederaufladbaren Batteriesysteme (mit einem starken Fokus auf Lithium-Ionen Batterien). Schwerpunkte des Seminars waren neben Grundlagen, Aktivmaterialien, Ladeverfahren, Sicherheit, Alterungsverhalten und Batteriemanagement auch die Batteriepackentwicklung und moderne Lithium-Ionen-Hochleistungszellen unterschiedlicher Chemien. Zusätzlich konnten die Kursteilnehmer viele Informationen über neue Entwicklungen bei Metall-Luft- und weiteren Systemen sowie Gerätebatterien und Batterien für Hybridfahrzeuge mitnehmen.

Videointerview: Prof. Dr.-Ing. Andreas Jossen, TU München

Vorträge zu Laden & Infrastruktur sowie Batteriemanagement

Wer nicht an diesem Seminar teilnehmen konnte oder wollte, hatte die Möglichkeit, sich den ersten Veranstaltungstag über in parallel stattfindenden Vorträgen über verschiedene Themen aus den Schwerpunkten »Laden und Infrastruktur« am Vormittag und »Batteriemanagement« am Nachmittag auf den aktuellen Stand zu bringen. Die vormittags gehaltenen Vorträge behandelten beispielsweise die Chancen und Herausforderungen von Wireless Power (Cem Som von Würth Elektronik eiSos) sowie die Anforderungen, die das Schnellladen an die Leistungselektronik stellt (Vladimir Scarpa von STMicroelectronics). Aufgezeigt wurde auch, wie ein hocheffizientes bidirektionales EV-Ladesystem aussehen kann, bei dem die Autobatterie als Pufferspeicher dient und Lastspitzen ausgeglichen werden. Referent Matthias Luh vom Karlsruher Institut für Technologie schloss seinen Vortrag mit dem Kommentar: »Durchsetzen wird sich das aber nur, wenn auch der Fahrzeughalter dabei mitverdient.« Nachmittags ging es in den Vorträgen zum Beispiel um die Vorteile der Digitalisierung bei Batteriemanagementsystemen – Stichwort Digitaler Zwilling – (Achim Brunner von NewTec) sowie um die Frage, ob man mit einem Energy-Harvesting-Mikrocontroller womöglich ganz ohne Batterie auskommt.

BatteryWorld 2020 und Forum Power Architectures

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Den Abschluss des ersten Tages bildete eine Podiumsdiskussion, moderiert von Professor Dr. Andreas Jossen und Dr. Wolfgang Weydanz, bei der das Publikum sehr rege mit Professor Dr. Karl-Heinz Pettinger von der Hochschule Landshut und Uwe Kirchner von Infineon über das Thema Schnellladung diskutierte. Gegenstand der, durchaus auch recht kontroversen, Diskussionen waren dabei die Anforderungen an die Batterietechnik, an die Leistungsbereitstellung und an die Leistungselektronik, die sich aus dem Schnellladen von Akkus ergeben. Die Fachleute machten in kurzen Impulsvorträgen klar, dass die Infrastruktur zum Schnellladen sehr teuer ist und eine Autobahn-»Tankstelle« mit 20 Ladepunkten schnell den Energiebedarf einer Kleinstadt entwickelt. Die Diskussion kreiste anschließend darum, wie viel Energie für die künftig angestrebte Elektromobilität überhaupt benötigt wird, wie diese am besten bereitgestellt wird und wie der Energiemix hierfür aussehen sollte. Da es hierzu fast so viele Meinungen wie Diskussionsteilnehmer gab, kam man bei der Podiumsdiskussion zu keinem einhelligen Ergebnis; Anregungen zum weiteren Nachdenken konnten die Besucher aber auf jeden Fall mitnehmen. Zum Beispiel über den Einwurf eines Tagungsgastes, der zu bedenken gab, dass die Zukunft unserer Mobilität nicht im Aufrechterhalten der energie- und infrastrukturintensiven individuellen Mobilität, wie wir sie seit Jahrzehnten gewohnt sind, liege. Sondern dass sich die Gesellschaft besser auf neuartige, modulare Mobilitätskonzepten einlassen und einstellen sollte.

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2. Drei wegweisende Keynotes

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