Interview mit OSA Opto Light

»Wir fertigen das, was der Kunde braucht«

16. August 2019, 15:05 Uhr | Nicole Wörner

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Preisverfall, Margen und Ziele

Der LED-Markt ist von einem starken Preisverfall gekennzeichnet. Inwieweit betrifft das auch Sie als Spezialist?

Im Markt für weiße LEDs herrscht in der Tat ein Hauen und Stechen zwischen den großen Anbietern. In der Allgemeinbeleuchtung lassen sich mittlerweile nahezu alle Lichtquellen mit LEDs darstellen, und auch preislich sind LEDs für die Endkunden interessant geworden. Insofern geht es hier um Massenproduktion. Um als Anbieter hier bestehen zu können, muss man sich preislich anpassen, was letztendlich zum Preisverfall und zu sinkenden Margen führt. Bei den Spezialwellenlängen und -produkten ist das differenzierter zu betrachten. Auch hier erobern LEDs immer neue Märkte. Im Bereich der Gewächshausbeleuchtung beispielsweise geht es mittlerweile auch um große Volumina einhergehend mit dem entsprechenden Preisdruck, während etwa bei Mini-Anzeigen in Steuerungen oder bei hinterleuchteten Tastaturfeldern der Preisverfall nicht so stark ausgeprägt ist.

Sind Sie mit Ihren Margen zufrieden?

Ja – ebenfalls weil wir bescheiden sind (lacht).

Wo liegt derzeit Ihr Entwicklungsfokus?

Im UV-C- und Infrarot-Bereich. In letzterem wollen wir neue Wellenlängen in das Portfolio aufnehmen. Ein weiteres großes Gebiet ist die Entwicklung von Breitband-LEDs. Wir haben es bereits geschafft, den Bereich von 500 bis 1000 nm mit einer LED darzustellen. Daran werden wir weiter arbeiten.

Welche Strategien verfolgen Sie für die Zukunft? Was möchten Sie ändern?

Unsere Strategie geht zurück auf unsere Anfangszeit, als wir 2002 aus dem CML-Konzern in die Familienstruktur gegangen sind. Damals haben wir uns auf kundenspezifische Lösungen konzentriert und darauf, die Ideen der Kunden in technisch anspruchsvolle Lösungen umzusetzen. Diese Strategie gilt weiter. Dass wir uns dabei immer wieder neu erfinden und definieren müssen, ist klar. Wir müssen Projekte und Ideen finden, die uns langfristig als Produkt und als Lösung tragen können. Ergänzend werden wir Chips noch effizienter gestalten und an den Spezialchips wie Punktstrahler und Displays weiterentwickeln. Eine weitere Strategie ist, Packages mit möglichst geringem Thermowiderstand zu entwickeln, um auch sehr hohe Ströme zu ermöglichen.

Welche technologischen Trends erwarten Sie?

Vor allem im UV-C- und im Infrarot-Bereich werden wir global einige essenzielle Weiterentwicklungen sehen. Für UV-C sehe ich vordergründig zwei Trends: Erstens, und das verfolgen die großen Hersteller derzeit: Die Oberflächen-/Volumen-Desinfektion speziell bei 260 bis 280 nm wird ein hohes Marktwachstum bringen. Eine stückzahlenträchtige Anwendung wäre beispielsweise die Trink- und Duschwasser-Desinfektion direkt am Wasserhahn. Das ist auch für Weiße Ware interessant – insofern arbeiten viele Hersteller an derartigen Lösungen. Eine weitere Applikationen ist die Desinfektion von Abwasser im Krankenhaus. Aber UV-C ist auch für Spezialanwendungen geeignet, etwa wenn sehr eingeengte Wellenlängen unmittelbar neben den 280 nm gefordert sind. LEDs mit 310 nm Wellenlänge kommen beispielsweise bei der Behandlung einer Hautkrankheit – Psoriasis – zum Einsatz. Hier liegt eine unserer Spezialitäten.

Und was tut sich im Infrarot-Bereich?

Hier sehen wir für uns ebenfalls großes Zukunftspotenzial. Mit unseren Lösungen decken wir die Wellenlängen 660 bis 1550 nm ab – in diesem Bereich können wir die Wellenlängen sehr genau einstellen. Das ist ein Trend, der die Kunden derzeit stark interessiert. Zudem beschäftigen wir uns mit der Konversion von sichtbarem Licht zu Infrarot. Mit unseren Breitband-LEDs können wir, wie bereits erwähnt, den Bereich von 500 bis 1000 nm recht gut mit einer einzigen LED abdecken.

Technologisch gibt es ja immer die beiden Möglichkeiten: Entweder man nimmt eine schmalbandige LED mit einem breitbandigen Empfänger oder – wie im Falle unserer Neuentwicklung – man baut eine breitbandige LED und setzt dahinter ein kleines Spektrometer, um das Spektrum der Reflexion oder der Transmission des Messobjekts zu sehen. Das Ziel ist, in verschiedenen Messtechnik-Anwendungen ein sehr schnelles Messverfahren entwickeln zu können. Dafür braucht man eine breitbandige Lichtquelle mit LED – was bislang nur mit Miniatur-Glühlampen funktionierte.

Wo sehen Sie OSA Opto Light in fünf Jahren?

Der Fokus liegt auf der Profitabilität des Unternehmens und auf organischem Wachstum. Wir haben unseren Umsatz in den letzten zehn Jahren in etwa verdoppelt. Wenn wir in den kommenden zehn Jahren dasselbe schaffen, sind wir vernünftig unterwegs. Wir wollen mit den von uns selber erwirtschafteten Mitteln wachsen. Damit stellen wir eine langfristige Stabilität und Unabhängigkeit des Unternehmens sicher – auch im Sinne unserer Kunden.

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  1. »Wir fertigen das, was der Kunde braucht«
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