Alle wollen intelligente Brillen

Kundenansturm auf Meta´s neue Smart Glasses

8. Januar 2026, 7:53 Uhr | Heinz Arnold
Die Ray-Ban-Display-Smart-Glasses von Meta: Wer ein Exemplar erwischt, hat Glück gehabt: Wegen des großen Käuferansturms liefert die Meta bis auf weiteres nur in den USA aus. 
© Meta

Meta verzögert die Auslieferung der neuen Ray-Ban-Display-Smart-Glasses – wegen zu starkem Kundenandrang. In Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada und Großbritannien wird sie vorerst nicht verkauft.

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Die Kombination aus einer normalen Brille, Kopfhörer, Kamera und KI-Assistent in einem unauffälligen Gerät überzeugt – die Kunden reißen Meta die neuen Smart Glasses aus der Hand. Meta hatte die Ray-Ban-Display-Brille im Herbst in den USA eingeführt. Inzwischen reichen die Wartelisten für begeisterte Kunden, die sich unbedingt eine smarte Brille zulegen wollen, bis weit in dieses Jahr hinein. Die vorhandenen Bestände genügen nicht, um den Bedarf decken zu können. Auf der anderen Seite kann die Produktion nicht kurzfristig gesteigert werden. 

Freiheit statt Handy: Smart Glasses setzen sich durch

Die Funktionen der Ray-Ban-Display-Brille finden viele Verbraucher so interessant, dass sie die Brille so schnell wie möglich kaufen wollen. Sie können damit Fotos und Videos aufnehmen, Musik und Podcasts hören, übersetzen und sich über Sprachansagen den Weg erklären lassen – also alles, was mit einem Smartphone auch möglich ist. Doch dazu benötigt man eben kein Handy, kann die Hände frei bewegen und sich unterhalten, ohne die Kommunikation unterbrechen zu müssen, um auf den Bildschirm zu schauen.  

KI-Sprachassistent ist der Kern der Brille

Denn ein wesentliches Kennzeichen der Ray-Ban-Display-Brille ist es, dass sie sich bequem über Meta AI, den Sprachassistenten in der Brille, steuern lässt. Die KI kann Objekte erkennen, Erklärungen abgeben und den Weg beschreiben. Ach ja, telefonieren kann man damit auch noch, über die Bluetooth-Verbindung mit dem Handy. 

Die Akku-Laufzeit beträgt nach Angaben von Meta im aktiven Betrieb zwischen vier und sechs Stunden. 

Ein Display für virtuelle Bilder fehlt noch

Allerdings ist in der Ray-Ban-Display-Brille – anders als der Name suggeriert – kein Display integriert, das der Realität virtuelle Bilder überlagern kann. Das ist kommenden Generationen von AR-Brillen vorbehalten, die derzeit bereits auf der CES in Las Vegas präsentiert werden. Derzeit wäre es noch nicht zielführend, ein solches Display zu integrieren, denn das würde Akkuzeit kosten, deutlich mehr Gewicht bedeuten und deutlich mehr kosten. Deshalb wollte sich Meta zunächst auf Hören und Sprechen konzentrieren, mit einer Brille, die – im klassischen Ray-Ban-Design – nicht anders aussieht als eine herkömmliche Brille und sich genauso bequem tragen lässt.  Der Ansturm zeigt: Smart Glasses stehen jetzt vor ihrem Durchbruch. 

Die nächste Welle: AR-Brillen

Dass auch die AR-Brillen in den nächsten Jahren ihren Durchbruch schaffen könnten, ist auf der CES zu sehen. Dort werden eine Reihe von neuen AR-Brillen vorgestellt, also Brillen, die über einen Bildschirm verfügen, über den virtuelle Bilder ins Sichtfeld des Nutzers eingeblendet werden, um zusätzliche visuelle Informationen zu liefern.

Dazu gehören: 

  • Die »Air 4 Pro RayNeo« mit Micro-OLED-Display
  • Die »ASUS ROG XREAL R1 AR Gaming-Brille« mit Dual Sony Micro-OLED-Displays, die jeweils 1920 × 1080 Full-HD-Auflösung erreichen.
  • Die »MemoMind AI AR Glasses« von XGIMI 
  • Die »Leion Hey2« (microLED-Display) von LLVision. Das Unternehmen hat sich auf die Übersetzungsfunktion konzentriert und kann fast in Echtzeit Übersetzungen einblenden, so dass der Träger ohne Ablenkung Gespräche führen kann. 
  • Vuzix und Quanta Computer stellen zusammen mit Avegant ein neues AR-Brillen-Referenzdesign vor. Hier bringt Vuzix seine propriäteren Waveguides ein und Avegant seine »AG-30L3 Light Engine«, ein Full-Color-LCoS-Projektionsmodul. Auf Basis dieser Plattform können OEMs ihre eigenen AR-Brillen entwickeln. 
  • TriLite präsentiert auf der CES 2026 den »Trixel 3 Cube«, einen kompakten, würfelförmigen Laserstrahl-Scanner (LBS), der entwickelt wurde, um die Systemintegration und eine skalierbare Fertigung von AR-Brillen und Auto-HUDs zu vereinfachen. Interessant ist, dass die Technologie von TriLite so flexibel ist, dass sie nicht nur für die Integration in AR-Brillen, sondern auch für die Integration in Head-up-Displays in Autos geeignet ist. Laut Kevin Mak, Principal Analyst für Automobilmarktanalyse bei TechInsights, setzen Automobilhersteller zunehmend auf die neusten Augmented-Reality-Head-up-Displays (AR-HUDs). Das Interessante dabei: Die Technologie von TriLite kann die wesentlichen Einschränkungen herkömmlicher HUD-Technologien überwinden, darunter die Größe und Inflexibilität von TFT-basierten Systemen sowie die optische Komplexität und Effizienzprobleme im Zusammenhang mit DLP-Systemen.


 

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