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Expertenrunde

Displays müssen nachhaltig, effizient und leistbar sein

Ein globaler Blick auf Nachhaltigkeit könnte der Entwicklung von effizienteren Display-Systemen einen Schub geben.
Ein globaler Blick auf Nachhaltigkeit könnte der Entwicklung von effizienteren Display-Systemen einen Schub geben.
© Alexa Mat | Shutterstock.com

In einer Podiumsdiskussion des Deutschen Flachdisplay-Forums haben fünf Experten der Display-Branche die wichtigsten Entwicklungsziele erörtert. Ihnen zufolge müsse nun die Balance zwischen mehr Nachhaltigkeit und akzeptablem Preis gefunden werden.

»Das Thema Nachhaltigkeit ist tagespolitisch ein großes Thema, weshalb wir es auch in der Paneldiskussion aufgegriffen haben«, erklärt Jürgen Laur, Vorstandsmitglied des Deutschen Flachdisplay-Forums (DFF), im Nachgang. Als Senior-Director bei Merck repräsentierte er mit seinem Amtskollegen aus dem DFF-Vorstand, Dr. Armin Wedel, der beim Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) in Potsdam als Bereichsleiter tätig ist, in der Paneldiskussion die Perspektive der Materialhersteller.

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Fünf Vertreter der Display-Wertschöpfungskette diskutierten beim DFF-Summit die Trends der Display-Entwicklung. Dr. Jonathan Martens vom Gastgeber tesa SE moderierte die Diskussionsrunde.
Fünf Vertreter der Display-Wertschöpfungskette diskutierten beim DFF-Summit die Trends der Display-Entwicklung. Dr. Jonathan Martens vom Gastgeber tesa SE moderierte die Diskussionsrunde.
© DFF

Aus dem Bereich Optical Bonding waren die Unternehmen tesa SE durch Jan Ole Pöhls und VIA optronics durch Mathias Stegemann vertreten. Dr. Steffen Hergert vom 3D-Display-Hersteller xCave Technology sprach aus Sicht der Display-Systemanbieter. Das Ergebnis der Diskussion: in Zukunft müssen Displays nachhaltig, effizient und leistbar sein, denn Endverbraucher seien nicht bereit, beliebig tief in die Tasche zu greifen, nur um ein nachhaltiges Produkt zu kaufen. Europa sei ein »wichtiges Epizentrum« in der Klimadiskussion, mit der das Thema Energieeffizienz sehr eng verknüpft sei.

Effizienz bei stationären Geräten greifbar machen

Dass in der öffentlichen Diskussion die globalen Auswirkungen von effizienten Geräten in den Fokus rücken, sehen die Diskussionsteilnehmer als Chance, um Energieeffizienz auch bei stationären Geräten greifbar zu machen. Im Gegensatz zu einem Smartphone, bei dem sich höhere Effizienz durch längere Akkulaufzeit sofort bemerkbar mache, spüre der Endanwender das bei stationären Geräten »oft erst am Ende des Jahres, wenn die Stromrechnung kommt«, erklärt Laur. »Inkrementelle Beiträge von wenigen Euro nimmt der Endverbraucher nicht produktbezogen wahr.« Die Wertschätzung könne aber steigen, wenn man die globalen Auswirkungen in den Blick nehme. »Ein Beispiel: Wenn Fernseher weltweit insgesamt 15 % weniger Energie benötigen würden, ließe sich dramatisch viel CO2 einsparen, nämlich bis zu vier riesige Kohlekraftwerke«, führt Laur vor Augen.

Fraunhofer FEP tritt DFF bei

Die Paneldiskussion fand während des zweiten DFF-Summits im November 2021 statt. Bei diesem Treffen stellte sich das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) als neues Mitglied vor. Am Institut werden kunden- und anwendungsspezifische OLED-Mikrodisplays entwickelt. »Wir bieten vom Backplane-IC-Design bis zur Pilotfertigung Lösungen für unsere Industriepartner und ergänzen das Angebot des DFF hier in idealer Weise«, erklärt der stellvertretende Institutsleiter und Leiter des Bereichs Mikrodisplays und Sensorik, Dr. Uwe Vogel. Vom Beitritt verspricht er sich eine erhöhte Außenwirkung der Arbeit am Institut und einen schnelleren und direkteren Zugang zu Partnern aus der Display-Wertschöpfungskette, um Technologie-Kooperationen zu schließen.


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