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Electronic displays Conference 2021

Display-Keynote als Kompass

17. Februar 2021, 09:20 Uhr   |  Markus Haller

Display-Keynote als Kompass
© M.Haller | Elektronik

An diesem Rednerpult standen schon viele prominente Referenten der Display-Branche. 2021 tauschen sie es gegen ein Videokonferenz-Tool aus.

Die Display-Industrie wandelt sich stark, obwohl sie das zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht sollte. Die Vorgänge widersprechen jedem Wirtschaftslehrbuch, sagt Keynote-Sprecher Paul Gray. Auf der edC zeigt er, wie sich die Wertschöpfungskette verändert und was Entscheidungsträger jetzt wissen müssen.

Als einen verwirrenden »Irrgarten« bezeichnet Paul Gray die aktuellen Veränderungen der Display-Industrie. Dazu beigetragen hat nicht allein der weltweite Pandemiezustand, der branchenübergreifend die Produktionsprozesse strapaziert. Es sind auch Entwicklungen innerhalb der Display-Branche, die Bewegung in eine Industrie gebracht hat, von der Analysten aktuell nur wenig Veränderung erwarten. »Im klassischen Wirtschaftslehrbuch steht, dass eine technisch und wirtschaftlich reife Industrie, wie es auf die Display-Branche zweifellos zutrifft, nun in eine Phase der Stabilität eintauchen sollte«, sagt Paul Gray. Der Keynote-Sprecher der electronic displays Conference (edC) blickt auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Marktforschung und Technikanalyse zurück, war u.a. für den damaligen Hersteller von Kathodenstrahlröhrenbildschirmen Philips Display Components tätig und später für NXP.

Paul Gray, Analyst beim Martforschungsunternehmen Omdia.
© Omdia

Paul Gray, Analyst beim Martforschungsunternehmen Omdia: »Wer an LCD-Technik vorbei möchte, muss zuerst die Investitionshürde von 240 Mio. m² Produktionskapazität überspringen.«

Die Ursachen für den Wandel verortet Gray in den hohen F&E-Investitionen in neue Display-Techniken. Mit ihnen werden die bestehenden Marktverhältnisse und die teilweise komplexen Wertschöpfungsketten neu geordnet. Zu den neu erforschten Techniken gehören Mini-LEDs zur Display-Hinterleuchtung, falt- und rollbare Displays und Quantendots (QD) – die nicht als passiver Farbkonverter, sondern als aktiver Lichtemitter verwendet werden. Hinzu kommt die hohe Forschungs- und Entwicklungsaktivität rund um Mikro-LEDs, die sich bereits vor etwa 5 Jahren in einem hohen Anstieg der Patenteinreichungen bemerkbar gemacht hat.

Herausforderer aus China

Den Grund für die allgemein hohe F&E-Aktivität und Investitionsfreude sieht Gray nicht allein bei den etablierten Display-Herstellern, die fürchten, durch die wachsenden LCD- und OLED-Produktionskapazitäten in China Marktanteile zu verlieren. »Es sind nicht allein Samsung und LGE, die sich gegen die Herausforderer aus China behaupten wollen, sondern auch unter den Herausforderern wird in die Entwicklung eigener Produkte investiert, um sich vom Markt zu differenzieren.« Dazu zählen z.B. die chinesischen Hersteller Tianma, Visionox und TCL, die an eigenen falt- und rollbaren Smartphone-Displays arbeiten.

Wandel wird vorhersagbar

Der angestoßene Wandel nimmt laut Gray jetzt abschätzbare Konturen an, die er in seiner Keynote auf der electronic displays Conference näher ausmalen wird und damit den Entscheidungsträgern der Display-Wertschöpfungskette einen Kompass durch dieses »Labyrinth der Veränderung« an die Hand geben will.

Bei all der gebotenen Vorsicht von Zukunftsprognosen ist sich Gray bei einem Aspekt sicher: Auch in Zukunft wird die LCD-Technik eine zentrale Rolle spielen, trotz der Schließungen von Samsungs LCD-Produktion in Südkorea und dem allgemeinen Rückgang der Investitionen in LCD-Produktion in Japan und Taiwan. Denn anders als die hoch gehandelten Nachfolgetechniken hat die LCD-Technik den Sprung in die industrielle Großserienproduktion schont seit Jahrzehnten geschafft. Außerdem ist sie laut Gray für fast jede Display-Anwendung technisch umsetzbar und hat sich überall dort, wo es versucht wurde, auch als wirtschaftlich tragfähig erwiesen.

Die Keynote von Paul Gray können Sie am dritten Konferenztag der electronic displays Conference von 10:15 – 10:55 Uhr verfolgen.

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