Neue Speicher-IC-Testmethode

Investkosten sollen dramatisch sinken

16. Dezember 2022, 8:00 Uhr | Heinz Arnold

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Neumonda will selbst keine Hardware entwickeln

Zunächst will Neumonda ihre Kunden davon überzeugen, dass die eigenen, auf die realen Einsatzumgebungen der Speicher-ICs zugeschnittenen Tests besser geeignet sind als die traditionellen Testmethoden – und viel günstiger und flexibler. Damit kann sich Neumonda differenzieren. Parallel dazu will Neumonda Kontakt zu Speicher-IC-Herstellern aufnehmen und nach Kooperationsmöglichkeiten suchen, um deren Test-Flow zu revolutionieren. Das würde die Ausbeute bei den IC-Herstellern kräftig in die Höhe treiben. Im Gegenzug möchte Neumonda Zugang zu Wafern erhalten, um auch in Zeiten von Halbleiterknappheit bevorzugt beliefert zu werden.

Außerdem böte es sich laut Pöchmüller auch an, mit IC-Tester-Herstellern Kontakt aufzunehmen, die den IP und die Test-Patterns von Neumonda ebenfalls lizenzieren könnten. Selber will Neumonda keine Hardware entwickeln und auch keine Speicher-ICs designen. Aber auf Details zu künftig möglichen Geschäftsmodellen will Peter Pöchmüller zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht eingehen: »Es würde schon ein Traum in Erfüllung gehen, wenn die Anwender die Vorzüge unserer Testmethode über die nächsten Jahre erkennen – denn sie würden damit nicht zuletzt an Unabhängigkeit gewinnen.« 
 

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Neumonda-Gruppe
Aufbau der Burried-Wordline-DRAM-Zelle: Der Name »Buried Wordline« rührt daher, dass die Wordlines erstmalig unter der Waferoberfläche »vergraben« wurden.
© Neumonda-Gruppe

Neumonda und die Buried-Wordline-DRAM-Zelle
Prof. Peter Pöchmüller hat zwischen 2006 und 2008 maßgeblich an der Entwicklung der Buried-Wordline-DRAM-Zelle bei Qimonda mitgewirkt. Die Technologie wurde noch an Industriepartner lizenziert, bevor Qimonda Insolvenz anmelden musste. Später hatten andere Waferhersteller die Buried-Wordline-Technologie von der insolventen Qimonda übernommen. Inzwischen »verbreitete sie sich auf wundersame Weise in der gesamten DRAM-Industrie«, wie Peter Pöchmüller formuliert.
Heute gibt es praktisch keinen anderen DRAM-Zellentyp, den Peter Pöchmüller und sein Team selbstverständlich genau kennen.

Lediglich wie sie verschaltet sind, das sogenannte »Daten-Scrambling«, bleibt das Geheimnis der jeweiligen Hersteller. Das ist allerdings für die Testmethode von Neumonda kein Problem: »Mit vier bis fünf Test-Patterns können wir die möglichen Variationen abdecken, wir können uns mit unserer Testmethode die Zeit dafür ohne Weiteres leisten«, sagt Pöchmüller. Nach der Insolvenz von Qimonda hatte er an der Rettung der Einheit in China gearbeitet und kam dabei auch in Kontakt zu Intelligent Memory, die ursprünglich 1991 in Hongkong als Fabless-Speicher-IC-Hersteller gegründet worden war und seit 2014 unter Intelligent Memory firmierte.

Jetzt lässt Peter Pöchmüller, der über 100 Patente im Speicher-IC-Umfeld hält, sein Know-how in den Test der DRAMs einfließen, die er ursprünglich bei Qimonda mitentwickelt hat. Die Methode von Neumonda ist so flexibel angelegt, dass sich später auch alle weiteren Speichertypen wie Flash, MRAMs und FRAMs testen lassen.

Die Ende 2021 aus einem Management Buy-out unter Führung von Walden International gegründete Neumonda-Gruppe hat ihren Namen also nicht von ungefähr erhalten. Mit ihren drei Töchtern Neumonda Technology, Intelligent Memory und Memphis verfüge die Neumonda-Gruppe jetzt über einzigartiges Know-how durch die gesamte Supply Chain für Speicher-ICs und Speichermodule einschließlich des Tests – laut Pöchmüller die Voraussetzung für den künftigen Erfolg auf dem Markt für Speicherprodukte für Industriekunden. 


  1. Investkosten sollen dramatisch sinken
  2. "Wir haben den Speicherkanal unter Kontrolle"
  3. Neumonda will selbst keine Hardware entwickeln

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