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Cyberangriff auf EMA-Behörde

Hacker erbeuten Impfstoff-Daten

10. Dezember 2020, 11:45 Uhr   |  Annette Birschel und Christoph Dernbach, dpa

Hacker erbeuten Impfstoff-Daten
© Arne Dedert/dpa

Bei einer Cyber-Attacke auf die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA in Amsterdam sind Daten der Pharmaunternehmen Pfizer und Biontech abgegriffen worden

Die Suche nach einem Impfstoff gegen das Corona-Virus hat den wohl größten Wettlauf ausgelöst, den die Wissenschaft je gesehen hat. Nun sind wertvolle Daten von Biontech und Pfizer in die Hände von Hackern gefallen. Experten vermuten dahinter staatliche Auftraggeber.

Mit einer Cyberattacke auf eine EU-Behörde haben unbekannte Hacker illegal Dokumente über den Corona-Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und des US-Pharmariesen Pfizer erbeutet. In die Computersysteme der beiden Unternehmen drangen die Täter aber nicht ein: Sie sind nach Einschätzung von Experten extrem gut gesichert. Als Schwachstelle erwies sich vielmehr das IT-System der Europäischen Arzneimittel-Behörde EMA mit Sitz in Amsterdam.

Welches Ausmaß der Angriff hatte, war am Donnerstag noch unklar. Die Behörde sprach in ihrer dürren Mitteilung von »einigen Dokumenten«, die im Zusammenhang mit dem Zulassungsantrag für den Impfstoffs bei dem Angriff gestohlen worden seien. Zu der drängenden Frage, wer hinter dem Angriff steht, teilte die EMA nichts mit. Umfassende Ermittlungen wurden eingeleitet.

Mikko Hyppönen von F-Secure, einer der weltweit führenden Sicherheitsexperten, geht nicht davon aus, dass gewöhnliche Kriminelle den Angriff gestartet haben. Er ist sich ganz sicher, dass Hacker im Auftrag eines Staates am Werk waren: »Geheimdienste haben die Aufgabe, ihre Nationen gegen Bedrohungen von außen zu verteidigen.» In diesem Sinne überrasche es niemanden, dass diese Geheimdienste versuchten, Impfstoff-Forschungsdaten zu stehlen. »Wenn Covid-19 als eine Bedrohung von außen betrachtet wird, glauben sie auch, dass der Diebstahl von Forschungsdaten die Verteidigung ihrer Nationen erleichtert.«

Biontech sei in der Lage gewesen, seine Forschungsergebnisse zu verteidigen, solange sie sich auf ihren eigenen Systemen befunden haben, sagte Hyppönen weiter. »Es gibt jedoch nichts, was sie tun könnten, um ihre Forschungsdaten zu schützen, wenn diese im Rahmen der Genehmigungsverfahren auf IT-Systemen der Regierungen landen. Angreifer werden den einfachsten Weg finden, um Zugang zu den Daten zu erhalten, hinter denen sie her sind.«

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1. Hacker erbeuten Impfstoff-Daten
2. Spekulationen über die Auftraggeber des Hacker-Angriffs

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