Lithium-Erzeuger schlagen Alarm Niedrige Lithium-Preise gefährden Versorgung

In diesem Jahr will Orocobre 14.000 t Lithiumcarbonat aus dem Salzsee Salar de Olares in Argentinien gewinnen und die Produktion 2019 auf 42.000 t steigern. Das Explorationsziel liegt zwischen 1,6 und 7,5 Mio. t.
Lithiumgewinung von Orocobre am Salzsee Salar de Olares in Argentinien.

Lithium-Preise sind durch die Pandemie bedingt gefallen. Das könnte die Versorgung in den kommenden Jahren gefährden.

Die Hersteller von E-Autos und Batterien müssten jetzt höhere Preise bezahlen, um sich den künftigen Zugang zu Lithium zu sichern. Mit diesen Worten zitiert Reuters den CEO von Lithium-Produzent Livent Corp., Paul Graves.

Die Nachfrage nach E-Autos wird in den kommenden Jahren stark ansteigen. Allerdings hat die Corona-Pandemie den langfristigen Wachstumstrend gestoppt, so dass es kurzfristig zu einem Überangebot an Lithium gekommen ist und der Preis für Lithium inzwischen um 10 Prozent gesunken ist.

Deshalb wollen die Hersteller von E-Autos und Batterien die Gunst der Stunde nutzen und die Lieferbedingungen neu verhandeln und weniger bezahlen – gleichzeitig aber verlangen sie, die Produktion von Lithium zum Ende der Dekade zu steigern. Dies sei laut Paul Graves ein Widerspruch, er nennt dies »Vodoo-Economics«: »Wer mit mir nicht vernünftig darüber diskutieren will, wie hoch der Lithium-Preis sein muss, damit ich Investitionen durchführen kann, dann werde ich nicht investieren.«  

Livent hat beispielsweise ein Projekt zur Förderung von Lithium in Argentinien erst einmal auf Eis gelegt. Die Bautätigkeiten dort wieder aufzunehmen würde mindestens sechs Monate erfordern, um die notwendigen Genehmigungen zu erhalten und es würde mehrere Jahre dauern, bis die Produktion dort aufgenommen werden könnte, wie Graves erklärt.

Auch Wettbewerber Albemarle Corp. hat Expansionspläne erst einmal gestoppt, weil der Umsatz stark zurückgegangene war.

»Wenn jeder E-Auto-Hersteller die Einkaufsmengen, die er für 2023 geplant hatte, heute einfordere, dann würde er nicht mehr als 15 Prozent von dem erhalten, was er sich eigentlich wünscht«, sagte Graves.

In der Vergangenheit hatte die Batteriehersteller wie Panasonic die Verträge mit den Lithium-Lieferanten geschlossen, jetzt denken aber auch mehr und mehr E-Autohersteller darüber nach, direkt Verträge mit den Lithium-Herstellern abzuschließen.

Während die Lithium-Preis im Moment niedrig seien, sollten Langzeitverträge zu höheren Preisen abgeschlossen werden, um die Industrie in die Lage zu versetzen, neue Minen zu bauen, so Graves: »Wenn nicht, werde sich die Situation von selber umkehren, dann würden die Lithium-Hersteller deutlich höhere Preise verlangen.«