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Industrieanwendungen mit 5G-Netz koppeln

Erster industrieller 5G-Router

17. November 2020, 13:13 Uhr   |  Andreas Knoll

Erster industrieller 5G-Router
© Siemens

Mit dem 5G-Router »Scalance MUM856-1« lassen sich lokale Industrieanwendungen an ein öffentliches 5G-Netz anbinden.

»Scalance MUM856-1« ist laut Hersteller Siemens der erste industrielle 5G-Router für die Anbindung lokaler Industrieanwendungen an ein öffentliches 5G-Netz. Das Gerät soll im Frühling 2021 verfügbar sein.

Mithilfe des 5G-Routers werden Industrieanwendungen wie Maschinen, Steuerelemente und andere Geräte über ein öffentliches 5G-Netz aus der Ferne erreichbar, so dass eine problemlose Fernwartung dieser Anwendungen mit den hohen Datenraten möglich wird, die 5G bietet. Die Management-Plattform „Sinema Remote Connect“ für VPN-Verbindungen ermöglicht es, komfortabel und sicher auf diese entfernten Anlagen oder Maschinen zuzugreifen – auch wenn diese in anderen Netzwerken eingebunden sind.

In der Industrie gibt es neben dem Bedarf an lokaler Drahtlos-Connectivity eine zunehmende Nachfrage für Fernzugriffe auf entfernte Maschinen und Anlagen. Dabei erfolgt die Kommunikation üblicherweise über große Distanzen. Öffentliche Mobilfunknetze ermöglichen einen Zugriff auf weit entfernte Teilnehmer, auch in anderen Ländern. Zudem können sich Service-Techniker von unterwegs über Mobilfunk mit den zu wartenden Maschinen verbinden.

Die öffentlichen 5G-Netze werden dabei zu einer wichtigen Säule für Fernzugriff und Fernwartungslösungen. So lassen sich beispielsweise in Städten und ihrem Umland mit kleinen Funkzellen und hohen Frequenzen den Nutzern hohe Bandbreiten zur Verfügung stellen. In ländlichen Gebieten müssen die Funkzellen eine größere Fläche abdecken, weshalb niedrigere Frequenzen verwendet werden. Speziell an den Rändern von Funkzellen ist beispielsweise bei LTE oder UMTS oft mit massiven Einbußen der Bandbreite und Stabilität der Kommunikationsverbindung zu rechnen - obwohl genau an diesen abgelegenen Stellen für die Fernwartung oder Videoübertragung etwa von Wasserstationen stabile Breitbandübertragung nötig ist.

Die Funktechniken von 5G ermöglichen an den Rändern der Funkzellen deutlich mehr Bandbreite mit höherer Zuverlässigkeit, und auch die durchschnittliche Datenrate für die Nutzer innerhalb einer Funkzelle steigt. Der „Scalance MUM856-1“ unterstützt zusätzlich 4G, so dass er auch funktioniert, wenn kein 5G-Mobilfunknetz vorhanden ist. Außerdem unterstützt das Gerät die Einbindung in private lokale 5G-Campusnetze. Diesen Anwendungsfall testet Siemens im eigenen Nürnberger Automotive Testcenter in einem Standalone-5G-Testnetzwerk, das auf Siemens-Komponenten beruht. Hier werden fahrerlose Transportsysteme mittels 5G angebunden, um heutige und zukünftige industrielle Anwendungen zu testen und den Einsatz der 5G-Technologie in der Industrie weiter voranzutreiben.

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