Klimaschutz

VDI und ZVEI stellen sich hinter Habeck

12. Januar 2022, 8:51 Uhr | Corinne Schindlbeck
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Zahlreiche Verbände begrüßen die umfangreichen Klimaschutzmaßnahmen, die Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck umsetzen will. Die neuen Gesetzesvorhaben entsprächen dem, was der VDI seit vielen Jahren fordere. Auch der ZVEI unterstützt das Tempo.

"Die neuen Gesetzesvorhaben werden die seit vielen Jahren vom VDI geforderten Maßnahmen hoffentlich endlich umsetzen", so Harald Bradke, Vorsitzender des Interdisziplinären Gremiums Klimaschutz und Energiewende im VDI und Leiter des Competence Centers Energietechnologien und Energiesysteme am Fraunhofer ISI.

"Die bisher beschlossenen Maßnahmen verfehlen die Ziele des Klimaschutzgesetzes für 2030 um etwa 200 Mio. Tonnen Treibhausgase. Der Anteil der Erneuerbaren Energien am deutschen Strommix muss so schnell wie möglich bis 2030 verdoppelt werden", so der Klimaexperte des VDI.

"Die heute vorgestellten Maßnahmen sind genau der richtige Weg, um die Klimaschutzziele doch noch zu erreichen", so Bradke. Deutschland habe dazu die richtigen Technologien sowie die Expertise seiner Ingenieur:innen. Genauso wichtig sei aber auch, dass Ausbildungs- und Qualifikationsprogramme aufgelegt werden, um den abzusehenden Bedarf an Fachkräften zu sichern. 

Auch der ZVEI äußert sich positiv. 

„Der ZVEI unterstützt das Tempo, das die neue Bundesregierung beim Ausbau der erneuerbaren Energien anlegt. Damit diese Investitionen aber maximal genutzt werden können, müssen Ausbau und Ertüchtigung der Stromnetze stärker mit in den Fokus genommen werden“, sagt Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung. 

Die Stromnetze müssten jetzt mit derselben Geschwindigkeit wie die Erneuerbaren aus- und umgebaut werden. Weber: „Nur mit leistungsstarken und digitalisierten Netzen wird die nötige umfangreiche und versorgungssichere Elektrifizierung aller Sektoren gelingen und können die Klimaziele erreicht werden.“ 

Laut der BDI-Klimapfadestudie 2.0 wird der Nettostrombedarf von derzeit ca. 490 TWh bis 2030 auf ca. 720 TWh steigen. Deutlich mehr als bisher müssen die Netze zudem in der Lage sein, stark steigende und fluktuierende Strommengen aus regenerativen Quellen aufzunehmen und intelligent zu verteilen. Dies werde nur durch mehr Tempo beim Aus- und Umbau der Netze und zugleich durch ihre umfassende Digitalisierung gelingen. Dazu sei erforderlich neben Anreizen für verstärkte Investitionen in Digitalisierung auch die Planungs- und Genehmigungsverfahren enorm zu beschleunigen.

Weber: „Die eigentliche Herausforderung liegt darin, Erzeugung und Verbrauch von Strom durch intelligente Steuerung über alle Sektoren zu koppeln. Denn dann führt die Elektrifizierung nicht nur zu einer zunehmend CO2-armen Energieversorgung, sondern auch zu einer massiven Steigerung der Energieeffizienz der gesamten Volkswirtschaft. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze muss daher künftig der gleiche Maßstab angelegt werden.“ 

Um den erneuerbaren Strom als vorrangigen Energieträger attraktiv zu machen, müsse zudem der Strompreis rasch gesenkt und dabei deutlich näher an die eigentlichen Börsenpreise herangeführt werden. „Die Abschaffung der EEG-Umlage ab 2023 ist ein wesentlicher und längst überfälliger Schritt. Die Stromsteuer muss nun ebenso rasch abgesenkt und für erneuerbaren Strom auf Null reduziert werden“, so der Vorsitzende der ZVEI-Geschäftsführung weiter


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