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Mobilarbeit wird bei Siemens zum »New Normal«

21. Juli 2020, 13:14 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Mobilarbeit wird bei Siemens zum »New Normal«
© Felicitas von Imhoff/Siemens

Präsenz-Zeiten, wie hier am Siemens-Hauptsitz in München, sollen das mobile Arbeiten künftig nur noch „sinnvoll ergänzen“.

2 bis 3 Tage pro Woche mobiles Arbeiten soll bei Siemens ab sofort zum weltweiten Standard werden, lautet ein Vorstandsbeschluss. Damit einhergehen soll auch ein neues Führungsverständnis: Nicht die Präsenz im Office zählt künftig, sondern das Ergebnis.

Siemens will das mobile Arbeiten über die Pandemie hinaus dauerhaft zum Standard machen. Ein entsprechendes Konzept wurde vom Vorstand jetzt verabschiedet. Ziel ist, dass alle Beschäftigten weltweit im Schnitt stets 2-3 Tage pro Woche mobil arbeiten können und zwar immer dann, »wenn es sinnvoll und machbar ist«.

Die Corona-Krise und das »Social distancing« hätten gezeigt, dass ortsunabhängiges Arbeiten viele Vorteile böte und in weitaus größerem Rahmen möglich sei »als ursprünglich angenommen«. Zudem hätten weltweite Umfragen unter Siemens-Mitarbeitern den Wunsch nach mehr Flexibilität und individuellen Lösungen beim Arbeitsort bestätigt.

Mobiles Arbeiten bezieht sich dabei ausdrücklich nicht nur auf das Arbeiten im Homeoffice. In Absprache mit seiner Führungskraft soll der Mitarbeiter denjenigen Arbeitsort wählen, an dem er am produktivsten ist. Das umfasst beispielsweise auch Co-Working-Büros. Die Präsenz-Zeiten im Büro sollen das mobile Arbeiten »sinnvoll ergänzen« - dominieren also fortan nicht mehr.

»Mobiles Arbeiten bei Siemens gab es schon immer, aber jetzt gehen wir einen Schritt weiter. Basis für dieses zukunftsweisende Arbeitsmodell ist eine Weiterentwicklung unserer Unternehmenskultur. Damit verbunden ist auch ein anderer Führungsstil, der sich an Ergebnissen orientiert, nicht an der Präsenz im Büro«, erläuterte Roland Busch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor der Siemens AG. »Wir vertrauen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und befähigen sie, ihre Arbeit selbst zu gestalten, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Mit der neuen Arbeitsweise motivieren wir unsere Beschäftigten, erhöhen zugleich die Leistungsfähigkeit des Unternehmens und stärken das Profil von Siemens als flexiblen und attraktiven Arbeitgeber.«
Ein Projektteam bestehend aus Mitarbeitern der Strategie, Human Resources, IT, Siemens Real Estate und den Geschäftsvertretern hatte das »New Normal Working Model« während der Corona-Pandemie erarbeitet. Das neue Arbeitskonzept betrifft mehr als 140.000 Mitarbeiter des Konzerns an über 125 Standorten in 43 Ländern und gilt ab sofort. Die Rechte von Arbeitnehmervertretern der verschiedenen Länder würden »selbstverständlich beachtet«.

Mit dem neuen Arbeitsmodell hofft Siemens, im Wettbewerb um knappe Talente attraktiv zu bleiben. Firmen wie Microsoft oder Google arbeiten schon lange freizügig.   »Das „New Normal Working Model“ fügt sich nahtlos in unser Konzept zur Zukunft der Arbeit ein, mit dem wir das Ziel verfolgen, neue Wege der mobilen und digitalen Zusammenarbeit zu entwickeln. Die ‚neue Normalität‘ verstärkt außerdem unsere Möglichkeiten, für Siemens die besten Talente zu gewinnen und zu halten sowie die Vielfalt in unseren Teams zu steigern“, sagte Jochen Wallisch, Leiter Industrial Relations & Employment Conditions bei Human Resources bei Siemens.

Führungskräfte sollen zur Einführung der neuen Arbeitsweise spezifische Trainings erhalten.

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