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Verwaiste Arbeitsplätze

Sparen wir uns das Büro

01. April 2021, 11:59 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Sparen wir uns das Büro
© WrightStudio, Adobe Stock #301779602

In der Corona-Pandemie stehen viele Büroräume leer und belasten dennoch die Bilanz. Wäre es da nicht besser, das Geld gleich in eine hybride, digitale Arbeitsumgebung zu investieren? Dafür plädiert der Digital Workplace-Anbieter Unily.

Etwa ein Viertel aller bundesweit Beschäftigten arbeitet gerade von zu Hause, wie aus einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht. Die leer stehenden Büroräume belasten vor allem dort, wo die Mieten hoch sind: in den 10 größten Städten Deutschlands kommen inzwischen über 15 Mio. Euro zusammen.

Zu diesem Ergebnis kommt der Digital Workplace-Anbieter Unily in einer Berechnung. Die größten finanziellen Einschnitte seien demnach im letzten Jahr für Berliner Unternehmen entstanden: In der Bundeshauptstadt zahlten Arbeitgeber knapp fünf Millionen Euro für vorübergehend unbesetzte Plätze in ihren Büroräumen.

In München flossen rund 3,5 Millionen Euro für die ungenutzten Quadratmeter ins Leere. Frankfurt am Main rangiert auf dem dritten Platz: In Deutschlands Finanzhochburg gaben Firmen knapp zwei Millionen Euro für Büroflächen aus, die aufgrund von Remote Work derzeit nicht genutzt werden.

“Die aktuelle Situation zeigt, dass Büroräume für erfolgreiches Arbeiten und Wirtschaften nicht länger grundlegend sind. Mehr noch, die hohen Mietpreise in Ballungsgebieten belasten die Unternehmen in dieser schwierigen Zeit enorm – dabei werden die teuren Flächen nicht einmal genutzt”, kommentiert Miriam Rügamer, Vice President Central Europe bei Unily, die Ergebnisse. 

Sie geht davon aus, dass viele ArbeitnehmerInnen nach der Pandemie ins Büro zurückkehren, sich aber zunehmend ein hybrides Arbeitsmodell etablieren werde und Beschäftigte flexibel zwischen Präsenzzeiten im Büro und dem Arbeitsplatz ihrer Wahl wechseln.

Daher stellt Unily die Frage, ob es sich lohne, künftig für jeden oder jede einen Büroplatz zur Verfügung zu stellen. Oder ob der Ausbau der digitalen Infrastruktur nicht wirtschaftlicher wäre, mit einer standortübergreifenden Plattform für Wissenstransfer, Vernetzung und Organisation der Arbeitsabläufe. Bisher seien meist lediglich einseitig aufgebaute Intranets etabliert, was eine Einbahnstraße der Kommunikation darstelle, in der sich die Geschäftsleitung an die Mitarbeiter richtet. Die heutige und künftige Arbeitswelt erfordere aber deutlich agilere Lösungen, die die Beschäftigten aktiv in den Kommunikationsprozess und in die Unternehmensgestaltung integrieren. 

“Im Gegensatz zum herkömmlichen Intranet ist das digitale Headquarter ein essentieller Baustein für die Digitalisierung eines Unternehmens: Über die Plattform sollten die wesentlichsten Arbeitsprozesse abgebildet werden, sodass sie standortunabhängig verfügbar und nicht an den Arbeitsplatz im Büro gekoppelt sind. Häufige Wechsel zwischen zahlreichen Tools und langes Suchen nach Dokumenten entfallen, was Arbeitsprozesse deutlich einfacher gestaltet. Zudem bietet die Plattform die Möglichkeit, Inhalte zielgruppenspezifisch zu verteilen und so nur die relevanten Informationen an jeden Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin heranzutragen".

Keinesfalls solle dieses Modell das physische Büro ersetzen: "Vielmehr ergänzt die digitale Firmenzentrale die umfassende Employee Experience der Unternehmen. Diese wiederum profitieren von erhöhtem Engagement und gestiegener Zufriedenheit der ArbeitnehmerInnen und reduzierten Mietkosten für Büroflächen, die in Zukunft voraussichtlich deutlich weniger genutzt werden”, ergänzt Rügamer.


 

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