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»Was Altera mit Intel…

… passiert ist, wird uns mit AMD nicht passieren.«

Victor Peng, Xilinx
Victor Peng, Xilinx: »Technologie muss zugänglich sein und genau darum geht es bei Alveo, Kria und Vitis. Wir haben den Zugang zu unseren Komponenten deutlich vereinfacht.«
© Xilinx/WEKA Fachmedien

Bis Ende des Jahres soll die Übernahme von Xilinx durch AMD über die Bühne gegangen sein. Markt & Technik sprach mit Victor Peng, President und CEO von Xilinx, unter anderem über die Akquisition und die Liefersituation.

Markt & Technik: AMD will Xilinx für rund 35 Mrd. Dollar übernehmen, Ende des Jahres soll die Akquisition abgeschlossen sein. Geplant ist, dass Lisa Su CEO von AMD bleibt und Sie künftig die FPGA-Sparte leiten. Ungewöhnlich, in vielen Fällen gehen die CEOs des übernommenen Unternehmens…

Victor Peng: Ich sehe diese Akquisition überaus positiv. AMD und Xilinx sind nicht nur komplementär in Hinblick auf unsere Produkte und Technologien, sondern auch in den meisten Märkten. Nur im Datacenter-Bereich gibt es Überlappungen.

Die beiden Unternehmen ergänzen sich hervorragend. Xilinx ist sehr diversifiziert, der Unternehmenserfolg basiert auf soliden Geschäften mit einem stetigen und langfristigen Wachstum. AMD wiederum ist in den letzten Jahren enorm schnell gewachsen. Werden beide Unternehmen kombiniert, dann kommt das Unternehmen einerseits in den Genuss der Vorteile, die eine diverse Kunden- und Marktbasis bietet, andererseits sich aber auch durch enorme Wachstumsraten auszeichnet. Und das ist nicht häufig der Fall, entweder wachsen Unternehmen sehr schnell, sind aber typischerweise nicht besonders diversifiziert, oder sie sind sehr diversifiziert, wachsen aber im Gegenzug nicht so schnell. Wir werden beides haben. AMD wird uns im Bereich Datacenter nach vorne bringen und wir können AMD-Technologien in unseren Kernmärkten, wie Automotive, Kommunikation oder Industrie einführen. Dem Gesamtunternehmen steht ein riesiger TAM (Anm. der Red.: Total Available Market) offen.

Die Aktionäre beider Unternehmen haben der Übernahme mit überwältigender Mehrheit zugestimmt, jetzt müssen nur noch die restlichen Behörden grünes Licht geben. Das liegt zwar nicht in unseren Händen, aber wir sind überzeugt, dass es keine Probleme geben wird und die Übernahme bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein wird.

Altera hatte nach der Übernahme durch Intel deutlich an Marktanteil verloren, besteht die Gefahr für Xilinx nicht auch?

Das fragen sich viele, weil es viele Ähnlichkeiten bei der Übernahme gibt. Aber ehrlich gesagt, bin ich überhaupt nicht beunruhigt, dass das passieren könnte. Zum einen ist Xilinx die Nummer 1 im PLD-Markt und das liegt an unserer Innovationskraft. Das heißt: Selbst wenn Altera selbständig geblieben wäre, hätte das Unternehmen Marktanteile verloren. Zum anderen war Altera als es von Intel übernommen wurde, viel kleiner als Intel. AMD ist zwar auch größer als Xilinx, aber die Unterschiede sind nicht so gewaltig. Das heißt, die Übernahme von Xilinx durch AMD hat auch einen großen Einfluss auf AMD, nicht nur hinsichtlich des Umsatzes, sondern auch in Hinblick auf die Profitabilität. AMD liegt unter 40 Prozent, wir liegen bei 70 Prozent, dementsprechend ist AMD sicherlich auch sehr daran interessiert, dass die Übernahme nicht dazu führt, dass wir am Markt verlieren. Aber es gibt noch viele andere Gründe, das fängt schon bei den Denkweisen der CEOs beider Unternehmen an. Ich persönlich glaube an diese Übernahme und bleibe dementsprechend auch nach der Übernahme im Unternehmen. Ich denke auch, dass viele meiner Kollegen das so sehen. John Daane und der Rest des Führungsteams hat Altera nach der Übernahme verlassen. Und eines darf man auch nicht vergessen: Lisa Su und ich sind uns über die Entwicklung von Altera nach der Übernahme bewusst und wir werden alles tun, um das zu verhindern.

Die Versorgungslage auf der Halbleiterseite ist angespannt, insbesondere TSMC steht unter Druck. Avnet gibt Lieferzeiten von über 50 Wochen für Xilinx-Komponenten an. Sind alle Produkte davon betroffen und wann ist mit einer Entspannung zu rechnen?

Die meisten unserer Produkte sind von Lieferschwierigkeiten betroffen, aber wie stark die Lieferzeiten gestiegen sind, fällt unterschiedlich aus. Wir arbeiten aktiv daran, noch in diesem Jahr eine gewisse Erleichterung für unsere Kunden zu erreichen, werden aber erst irgendwann in der ersten Jahreshälfte 2022 wieder zu einer völlig normalen Situation zurückkehren können.

Anfang oder Ende der ersten Jahreshälfte 2022?

Es ist derzeit schwierig, genau vorherzusagen, wann die Maßnahmen alle greifen, ich kann nur betonen, dass wir alles tun, was wir können, damit wir so schnell wie möglich zu normalen Lieferzeiten zurückkehren. Wir haben sehr eng mit unseren Kunden und unseren Lieferanten zusammengearbeitet, einschließlich der Qualifizierung neuer Lieferanten, um die wichtigsten Bedarfe unserer Kunden erfüllen zu können. In dem Zusammenhang möchte ich noch hinzufügen, dass wir in den letzten beiden Quartalen trotz der Lieferengpässe in der Lage waren, den Umsatz zu steigern und zwar mehr als erwartet wurde, auch das zeigt, dass wir alles tun, um unsere Kunden zu beliefern.

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  1. … passiert ist, wird uns mit AMD nicht passieren.«
  2. Die Strategie ist voll aufgegangen

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