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Politik reagiert auf Spionage-Chips

Nur Kontrolle über Lieferkette hilft

Mark Lennihan/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Apple hat mit Nachdruck einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach die Firma Spionage-Chips aus China in ihren Servern entdeckt hätte.
© Mark Lennihan/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Apple und Amazon dementieren Berichte über Spionage-Chips. Doch Zweifel bleiben. Zumal nicht nur über einzelne ICs manipuliert werden kann.

Experten jedenfalls halten solche Hacker-Angriffe – unabhängig von dem, was in dem konkreten von Bloomberg publizierten Fall tatsächlich passiert oder nicht passiert sein sollte – für ein reales Szenario. Die Folge: Teile der Elektronik-Lieferkette könnten sich nun von China nach Mexiko verlagern.

Nach Berichten über mögliche Spionage-Chips aus China in Servern großer US-Konzerne hat die FDP jetzt Aufklärung von der Bundesregierung über mögliche Auswirkungen auf Deutschland gefordert. »Es ist absolut erforderlich, dass die Bundesregierung die Gefährdungslage schonungslos analysiert«, sagte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer dem Handelsblatt. Er sehe die Gefahr, dass die deutsche Wirtschaft Opfer planmäßiger Industriespionage nicht nur der Chinesen werde.

Der Finanzdienst Bloomberg und mehrere US-amerikanische Wirtschaftsblätter hatten berichtet, dass chinesische Hacker entsprechende Computerchips direkt in Rechner großer US-Konzerne und Behörden installiert haben. Die winzigen Bauteile erlaubten es Angreifern, die Kontrolle über die Server zu übernehmen und Informationen abzuzapfen. Als Ziele genannt wurden etwa Apple und Amazon, die die Berichte allerdings nachdrücklich dementierten.

Nach dem Bloomberg-Bericht laufen bereits seit drei Jahren geheime Ermittlungen der US-Behörden im Zusammenhang mit den Spionage-Chips. Die Ermittler hätten herausgefunden, dass sie in Fabriken in China in die Elektronik der Server der Firma Super Micro eingeschleust worden seien und vermuteten chinesische Militärhacker dahinter.

 

 

 

 

 

 

 


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