Automotive-Industrie

Auch Analog ist knapp

5. September 2021, 17:28 Uhr | Iris Stroh
Auch im Analogsektor sieht die Verfügbarkeit von Halbleitern alles andere als gut aus.
Auch im Analogsektor sieht die Verfügbarkeit von Halbleitern alles andere als gut aus.
© Adobe/WEKA Fachmedien

Analoghersteller nutzen in einem viel höheren Maße eigene Produktionsstätten. Ist die Verfügbarkeit also besser als im digitalen Sektor, in dem viele Produkte an Foundries ausgelagert sind? Nein!

»Auch wenn die analogen Produkte inhouse gefertigt werden, die meisten Assembly-Niederlassungen sitzen immer noch in denselben Regionen und Ländern wie die OSATs, erklärt Phil Amsrud, Senior Principal Analyst – Automotive bei HIS Markit. (Anm. d. Red.: OSAT: Outsourced-Semiconductor-Assembly-and-Test-Unternehmen). Dazu gehören Länder wie Malaysia, Thailand, die Philippinen, Vietnam etc. und »in diesen Ländern sind die Impfraten gegen Corona viel niedriger«, erklärt Amsrud weiter. Folglich seien die Back-End-Probleme aufgrund von Covid und den Lieferengpässen bei Leadframes und Vergussmassen auch für Analogprodukte relevant. Und daran wird sich seiner Aussage nach so schnell nichts ändern, denn geht es um die Erweiterung von Back-End-Kapazitäten, »so haben sich die Vorlaufzeiten für neue Montage- und Testgeräte verlängert, eine schnelle Kapazitätserweiterung kann also nicht erfolgen«, so Amsrud.

IHS Markit erfasst keine produktgruppenspezifischen Lieferzeiten, also gibt es auch keine Angaben bezüglich einzelner Produktgruppen im Analogsegment, Amsrud erklärt allerdings, dass die Lieferzeiten für Halbleiter im Allgemeinen liegen laut seiner Aussage weiterhin im Bereich von 22 bis 52 Wochen. Amsrud verdeutlicht das Ausmaß und erklärt: »Normalerweise liegen die Lieferzeiten bei 6 bis 20 Wochen.« Gibt es dennoch irgendwelche Unterschiede zwischen den verschiedenen Halbleiterunternehmen? Nicht wirklich, denn laut Amsrud waren die Hersteller zwar zu unterschiedlichen Zeiten betroffen, je nachdem wo Covid gerade am stärksten wütete, aber betroffen waren sie eigentlich alle.

Phil Amsrud, IHS Markit
Phil Amsrud, IHS Markit: »Die Einschränkungen bei den Leadframes und bei den für die Epoxidharz-Vergussmassen benötigten Materialien gelten für alle Produkte. Das heißt, dass die Lieferkettenprobleme für Analogkomponenten wie für alle anderen Halbleiterprodukte im Automotive-Markt dieselben sind.«
© IHS Markit

Derzeit geht IHS Markit davon aus, dass sich die Lieferengpässe bei Automobil-Halbleitern bis ins Jahr 2022 erstrecken werden. Wobei Amsrud hinzufügt, dass einige Halbleiterhersteller auch schon erklärt haben, dass die angespannte Situation das ganze Jahr 2022 über anhalten könnte. Amsrud abschließend: »Wir gehen davon aus, dass die Situation im zweiten Halbjahr besser sein wird als im ersten Halbjahr. Und wir gehen davon aus, dass das erste Halbjahr 2022 besser sein wird als das zweite Halbjahr 2021. Aber klar, das hängt zum Teil von den Covid-Auswirkungen bis dahin ab.«


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