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Elektronikbranche bekennt sich zum Umweltschutz

11. November 2022, 9:30 Uhr | Ingo Kuss
electronica 2022 Trendindex Umweltschutz
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Die Messe München hat gemeinsam mit dem ZVEI im Vorfeld der electronica Nachhaltigkeitsaspekte in der Elektronikbranche untersucht. Die zu diesem Zweck durchgeführte Online-Umfrage unter 760 deutschen Teilnehmern ergab ein klares Bekenntnis zum Umweltschutz.

"Die große Mehrheit der Befragten, nämlich 89 Prozent, messen der Elektro- und Digitalindustrie eine hohe Bedeutung als Wegbereiter für Zukunftsthemen wie den Klimaschutz bei“, erläutert Dr. Reinhard Pfeiffer, Geschäftsführer der Messe München. ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel ergänzt: „Die Mehrheit der Befragten nutzt digitale Prozesse, um Ressourcen einzusparen und knapp die Hälfte stellt Produkte her, die zum Klimaschutz beitragen.

Zu den wichtigsten Maßnahmen, um die Klimaneutralität in der EU zu erreichen, zählen die Befragten vor allem den Ausbau der Erneuerbaren Energien (85 Prozent), gefolgt von Investitionen in Forschung und Entwicklung (76 Prozent) und einer höheren Energieeffizienz (72 Prozent). Bemerkenswert: Nur 28 Prozent der Befragten aus der Elektronikbranche sehen hier die Elektromobilität als wichtigen Hebel. Als größte Hindernisse, um dieses Klimaziel zu erreichen, nannten die Befragten bürokratische Hürden (78 Prozent) und geopolitische Spannungen (73 Prozent), gefolgt von unklaren oder widersprüchlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen (58 Prozent), Versorgungsengpässen (57 Prozent) und mangelnder gesellschaftlicher Akzeptanz (53 Prozent).

Nachhaltiges Agieren hilft jedoch nicht nur der Umwelt, sondern bietet auch den Unternehmen Vorteile: Als größte Chance entsprechender Maßnahmen sehen die Befragten, dass ein Unternehmen damit seine Energiekosten senken kann (70 Prozente). Als weitere wichtige Ziele werden genannt, Kunden langfristig zu binden (50 Prozent), resiliente Lieferketten aufzubauen (47 Prozent) und die junge Generation für die Industrie zu begeistern (44 Prozent).

Die Umfrage setzt sich auch mit dem Thema Sustainable Finance Taxonomie auseinander, welches die Europäische Union nutzen will, um Wirtschaftsaktivitäten hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit zu klassifizieren. Laut der Untersuchung leisten die befragten Unternehmen der Elektro- und Digitalindustrie einen hohen Beitrag zu den taxonomie-konformen Umweltzielen, vor allem zum Klimaschutz (56 Prozent) und zur Vermeidung von Verschmutzung (55 Prozent). Weitere Aktivitäten der Unternehmen, um die Umweltziele zu erreichen, umfassen den Einsatz von Recycling und Abfallmanagement (59 Prozent) sowie den Bezug von Ökostrom oder eigener regenerativer Energien (50 Prozent). Immerhin knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) gab an, dass ihr Unternehmen Produkte herstellt, die Anwendern dabei helfen, Energie zu sparen oder Ressourcen zu schonen.

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