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Elektronikfertigung

Fuji rechnet 2021 mit Automatisierungsschub

Fuji Europe Corporation in Kelsterbach.
Firmengebäude von Fuji Europe Corporation in Kelsterbach.
© Fuji Europe Corporation

Die Corona-Pandemie führt 2021 zu einer verstärkten Automatisierung der Elektronikproduktion. Davon geht die Geschäftsführung beim Bestückungs-Spezialisten Fuji aus und sieht die wenig automatisierten Spieler der Fertigungsindustrie »unter Zugzwang«.

»Die Corona-Pandemie zwingt produzierende Betriebe zum Umdenken«, sagt Stefan Janssen. Die Fertigungsindustrie teilt sich in hochgradig automatisierte Unternehmen und solche, die nur wenig Automatisierungstechnik einsetzen. Spätestens in diesem Jahr seien nun auch die wenig automatisierten Unternehmen unter Zugzwang, sich mit Automatisierungstechnik auseinanderzusetzen, meint das Mitglied der Geschäftsführung bei Fuji Europe: »Es gilt daher, schrittweise zu automatisieren, um Entlastung zu schaffen und die Corona-Auflagen zu erfüllen. Alle Knöpfe, die an der Linie nicht mehr gedrückt werden müssen, entlasten.« Der Hebel werde am sinnvollsten dort angesetzt, wo sich Prozesse relativ einfach automatisieren ließen.

Damit vertritt Janssen eine ähnliche Sicht, die der Fachverband für Robotik und Automation des VDMA bereits im Sommer 2020 prognostizierte. Damals ging man zwar von einem Umsatzrückgang innerhalb der deutschen Automatisierung von 20 % für das laufende Jahr aus, sah aber auch schon das durch Corona ausgelöste Bestreben der Industrie zu verkürzten Lieferketten mit lokaler Produktion und hoher Wertschöpfungstiefe. So etwas sei in Hochlohnländern in der Regel nur mit einem hohen Automationsgrad wirtschaftlich umsetzbar, sodass die Umsatzperspektiven für Anbieter von Automatisierungstechnik mittel- und langfristig »ausgezeichnet« seien.

Bestücker mit automatisierter Produktionsvorbereitung

Modular erweiterbare Bestückerplattform NXTR von Fuji Europe.
Modular erweiterbare Bestückerplattform NXTR von Fuji Europe.
© Fuji Europe

An bereitstehenden Bestückungssystemen wird es sicherlich nicht mangeln. Fujitsu rückte im Zuge seiner Einschätzung auch seine »Smart-Factory-Plattform NXTR« in den Fokus. Es ist ein erweiterte Form der skalierbaren Bestückerplattform NXT und besteht aus einer Basis, die modular erweiterbar ist. Die Teileversorgung geschieht über Kasetten- oder Tray-Feeder. Ein Wechsel der Teileversorgung kann über einen neuen Smart Loader zeitlich geplant werden. Der Durchsatz hängt vom gewählten Bestückkopf ab. Möglich sind unter optimalen Betriebsbedingungen 9000, 30.000 oder 50.000 Komponenten pro Stunde mit einer Platziergenauigkeit von 0,025 mm.

Die NXTR soll den Bediener von sich wiederholenden Aufgaben befreien, ohne Qualitäts- und Produktivitätsverluste. Bei der Entwicklung verfolgte man laut Janssen das Ziel, den Maschinenbediener zu entlasten: »Mit der NXTR gehen wir wichtige Schritte zur Optimierung von Produktionsvorbereitungs- und Wartungsprozessen sowie zur Automatisierung manueller Bestückungsmontageprozesse im Sinne umfassender Vernetzung und selbstoptimierter Produktion. Der Mensch soll damit nicht ersetzt, sondern entlastet werden.


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