Schwerpunkte

Neue Spezifikationen der MIPI Alliance

Displaysysteme im Auto viel einfacher anbinden

04. Mai 2021, 16:00 Uhr   |  Kathrin Veigel

Displaysysteme im Auto viel einfacher anbinden
© MIPI Alliance

Die MIPI Alliance hat neue Spezifikationen für vereinfachte Display-Anbindung und funktionale Sicherheit im Fahrzeug entwickelt

Als Reaktion auf die wachsenden Bandbreiten- und Sicherheitsanforderungen von ADAS, ADS, IVI und anderen Kfz-Anwendungen hat die MIPI Alliance das MIPI Automotive Series Solutions (MASS) Display Stack entwickelt. Diese Spezifikationen sollen die Fahrzeugarchitektur verbessern.

Bei dem jetzt fertiggestellten MIPI Automotive SerDes Solutions (MASS) Display Stack handelt es sich um mehrere Schnittstellenspezifikationen, die die Display-Integration rationalisieren und die immer höheren Anforderungen an Bandbreite und funktionale Sicherheit bewältigen sollen. Beides wird durch die zunehmende Anzahl von Hochleistungsdisplays in Fahrzeugen der nächsten Generation erforderlich.

Die neuen Spezifikationen bauen auf MIPI A-PHY, der ersten standardisierten, asymmetrische SerDes-Schnittstelle, sowie auf den Display-Protokollen MIPI Display Serial Interface 2 (MIPI DSI-2), VESA Embedded DisplayPort und DisplayPort (VESA eDP/DP) auf. Damit wird eine weitreichende Source-to-Sink-Konnektivität zwischen Fahrzeug-Displays und den zugehörigen elektronischen Steuergeräten (ECUs) geschaffen.

Die neuen Spezifikationen, die den Display-Stack vervollständigen, sind:

  • MIPI Protocol Adaption Layers (PALs) für MIPI DSI-2 und VESA eDP/DP. Damit können Display-Komponenten, die auf diesen Protokollen basieren, ihre Video-, Audio- und Steuerdaten für die Übertragung über MIPI A-PHY-Netzwerke mit großer Reichweite über das A-Packet-Format abbilden.
  • MIPI Display Service Extensions (DSE) v1.0, die funktionale Sicherheitsfeatures und Unterstützung für HDCP (High-Bandwidth Digital Content Protection) bieten.
  • MIPI Display Command Set (DCS) v1.5, eine Aktualisierung des Standard Command Sets für DSI-2.

Die Fertigstellung des Display-Stacks ist ein wichtiger Schritt bei der Erstellung des übergreifenden MASS-Frameworks. Dieses bietet ein standardisiertes, zuverlässiges und für hohe Reichweiten geeignetes Konnektivitäts-Framework, um Bildsensoren und Displays in Fahrzeugen zu integrieren, und verfügt über integrierte Merkmale für funktionale Sicherheit und Schutz. Für Displays unterstützt es sowohl Punkt-zu-Punkt- und Daisy-Chain-Topologien als auch heterogene Displays.

Zu  den Anwendungsoptionen gehören unter anderem Displays für  Spurhalteassistenzsysteme, virtuelle Seitenspiegel- und Rückfahrkameras sowie für Beifahrer-Infotainmentsysteme.

MIPI DSE v1.0 standardisiert funktionale Sicherheitsmerkmale in Displaylösungen, damit Designs die Anforderungen der ISO 26262 von ASIL B bis ASIL D erfüllen können. Zu diesen Funktionen gehören die Erkennung von Verbindungsfehlern, Timeout-Überwachung, zyklische Redundanzprüfung (CRC) zur Fehleridentifikation bei der Datenübertragung sowie ein Nachrichtenzähler (Message Counter) zum Schutz vor Wiederholungen. Zudem wird HDCP durch DSE v1.0 ermöglicht, und weitere Sicherheitsfunktionen werden durch zukünftige DSE-Versionen und kommende MIPI-Sicherheitsspezifikationen hinzugefügt.

Eine neue Version von MIPI DSI-2, v2.0, mit Aktualisierungen, die den Video-to-Command Modus, ein adaptives Refresh-Panel, die neuesten VESA Display Stream Compression (DSC) und Display Compression-M (VDC-M) Codecs beinhalten, soll Mitte des Jahres 2021 veröffentlicht werden.

Eine Einführung in die neuen Spezifikationen bietet die MIPI Display Working Group am 19. Mai um 8.00 Uhr PDT (Pacific Daylight Time) im Rahmen des Webinars »Integrating Advanced Automotive Displays with the MASS Display Stack« an. Die Registrierung ist ab sofort möglich.

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

elektroniknet