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Welche IoT-Plattform ist die richtige?

Wie man die passende IoT-Plattform findet

28. März 2018, 15:33 Uhr   |  Tiemo von Hinckeldey

Wie man die passende IoT-Plattform findet
© Bild: Andreas Knoll – Markt&Technik

Das offene IoT-Betriebssystem MindSphere von Siemens ist ein Beispiel für eine IoT-Plattform. Das Bild zeigt die MindSphere-Lounge auf der SPS IPC Drives 2017.

Der Trend zum IoT stellt immer mehr Unternehmen vor die Herausforderung, die richtigen funktionalen Bausteine für die »Vernetzung der Dinge« auszuwählen. In wenigen zielgerichteten Schritten ist es möglich, die Anforderungen an eine IoT-Plattform zu definieren und so die passende Lösung zu finden.

IoT-Plattformen sind das Rückgrat skalierbarer IoT-Anwendungen und -Services. Sie versetzen auch kleine und mittelständische Industrieunternehmen in die Lage, solche Anwendungen und Services zu entwickeln und anzubieten. Bei der Auswahl einer IoT-Plattform stehen Unternehmen allerdings vor drei großen Herausforderungen:

1) Unternehmen können heutzutage für die Umsetzung von IoT-Anwendungen und -Services aus einer unüberschaubaren Vielzahl von IoT-Plattformen wählen.
2) Bei der Auswahl einer IoT-Plattform geht es um nicht weniger als die Wettbewerbs-strategische Entscheidung zur eigenen Wertschöpfungstiefe – „Make or Buy“.
3) Die Auswahl einer den spezifischen Anforderungen entsprechenden IoT-Plattform ist kompliziert und komplex; keine der am Markt vertretenen IoT-Plattformen kann die Anforderungen vollständig abdecken.

Während der Begriff IoT-Plattform vor einigen Jahren nur ein Schlagwort war, können Unternehmen heutzutage aus über 450 realen IoT-Plattformen wählen. Es ist zu erwarten, dass diese Zahl weiter ansteigen wird, denn zahlreiche weitere Anbieter versuchen, aus unterschiedlichen Ausgangspositionen heraus an diesem wachsenden Markt zu partizipieren. Hierzu gehören IT-basierte „Hyperscaler“ ebenso wie Industriebranchen-spezifische Anbieter, Startups und Telekommunikationsanbieter. Für das Jahr 2021 wird der Umsatz mit IoT-Plattformen auf 1700 Millionen US-Dollar geschätzt (Quelle: IoT Analytics 2016). Gleichzeitig deuten die Ergebnisse der laufenden mm1-Studie zum Thema („Auswahl und Implementierung von IoT-Plattformen“) darauf hin, dass kaum ein Anwenderunternehmen den Überblick über auch nur einen kleinen Bruchteil des Marktangebots hat.

Diese Ausgangssituation ist kritisch vor dem Hintergrund, dass es bei der Auswahl einer IoT-Plattform um nicht weniger als die strategische Entscheidung zur eigenen Wertschöpfungstiefe geht. Um ein vernetztes Produktangebot wie etwa den vielzitierten vernetzten Kühlschrank anbieten zu können, müssen entscheidende Aufgaben auf jeder Ebene des IoT-Stacks durchgeführt werden: Management von Dingen und Devices, Connectivity und Kommunikation sowie Applications und Analytics. IoT-Plattformen versprechen, verschiedene Aufgaben auf verschiedenen dieser Ebenen zu übernehmen und weitgehend zu automatisieren. Insofern geht die Entscheidung für eine bestimmte IoT-Plattform einher mit der Entscheidung für eine bestimmte eigene Wertschöpfungstiefe oder - mit anderen Worten - für „Make or Buy“ auf den verschiedenen Ebenen des IoT-Stacks. Vorreiterunternehmen wie Caterpillar und Sennheiser gehen noch weiter und sehen IoT-Plattformen auch in Zusammenhang mit der Entscheidung über die Wertschöpfungsbreite, besonders bei einer Strategie des Wandels vom reinen Produkthersteller zum Dienstleister.

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1. Wie man die passende IoT-Plattform findet
2. Mittels mm1-Methode und -Toolset zur richtigen IoT-Plattform

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