Droniq und DFS

Drohnen sicher in den Luftraum integrieren

21. Februar 2022, 9:06 Uhr | Heinz Arnold
Eine Drohne über dem Hamburger Hafen.
Eine Drohne über dem Hamburger Hafen.
© Jan Brandes

Drohnen können schon bald eingesetzt werden – dazu benennt das BMDV 2023 Gebiete, in denen sich Drohnen sicher bewegen können.

Das eröffnet zahlreiche Einsatzfälle in der Logistik, der Landwirtschaft, für die Versorgung schwer erreichbarer Gebiete und den Transport von lebenswichtigem medizinischem Equipment. Allerdings ist die Voraussetzung dazu, dass die Drohnen auch im Zusammenspiel mit der bemannten Luftfahrt sicher fliegen können. 

Wie das in der Praxis funktionieren kann, haben Droniq und ihr Mutterkonzern die DFS bereits in einem sogenannten U-Space-Gebiet getestet. Dazu haben sie im Hamburger Hafen ein U-Space Reallabor eingerichtet. Das sieben Monate andauernde Forschungsprojekt hatte ein Volumen von circa 1 Mio. Euro und wurde durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) mit knapp 500.000 Euro gefördert. 

»Das U-Space Reallabor hat uns viele wichtige Fragen für die Einrichtung von U-Space-Gebieten beantwortet. Diese erfolgreiche Praxiserfahrung nutzen wir jetzt, um Fortschritt zu ermöglichen. Schon nächstes Jahr sollen die ersten U-Space-Gebiete in Deutschland eingerichtet werden. Damit schaffen wir Sicherheit im deutschen Luftraum und ermöglichen mehr Innovationen in der unbemannten Luftfahrt«, sagt Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr. Deutschland sei mit rund 400 Unternehmen Leitmarkt für Drohnentechnologien. »Diesen technologischen Vorsprung Deutschlands wollen wir stärken und weiter ausbauen«, so Wissing.

Das BMDV nutzt also die Erkenntnisse und Empfehlungen aus den Praxis-Tests im U-Space Reallabor Hamburg, um ein Konzept für die deutschlandweite Einrichtung von U-Space Gebieten zu erarbeiten. 

Dabei werden auch die Anforderungen der europäischen U-Space-Verordnung (2021/664) berücksichtigt. Mit dem Konzept sollen alle rechtlichen und praktischen Grundlagen für die Umsetzung von U-Space Gebieten geschaffen werden. 

Schon im Jahr 2023 will das BMDV die ersten U-Space-Gebiete benennen. Auch die Forschung in diesem Bereich wird, z.B. durch das vom BMDV geförderte Projekt LUV (Lösungen und Handlungsempfehlungen für die nationale Umsetzung der U-Space-Verordnung), weiter vorangetrieben. Ziel ist es, den technologischen Fortschritt in der unbemannten Luftfahrt weiter auszubauen und Deutschland als innovativen Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb zu stärken. 

Zu den Handlungsempfehlungen 

Die Ergebnisse des U-Space Reallabors umfassen Empfehlungen und Maßnahmen für die Einrichtung von U-Space Gebieten, deren Betrieb sowie die Ausgestaltung der in einem U-Space geltenden Rollen und Dienste. 

Erste Implementierung von U-Space Gebieten in Modellregionen 

Jetzt suchen Droniq und die DFS komplexe Lufträume mit regem unbemanntem und bemanntem Flugverkehr aus, die sie als U-Space-Gebiete empfehlen. Dazu zählen etwa Großstädte mit Flughafenanbindung. Denn insbesondere dort ist ein koordinierendes und regulierendes Rahmenumfeld wie der U-Space notwendig. Mit zunehmender Erfahrung können weitere U-Space Gebiete eingeführt werden bzw. bestehende U-Space Gebiete ausgedehnt oder miteinander verknüpft werden. Ein von Droniq und DFS entwickelter Kriterienkatalog soll bei der Bewertung helfen, wann und wo die Einrichtung eines U-Space Gebietes sinnvoll ist. Differenzierungsmöglichkeit für U-Space Service Provider Eine weitere Empfehlung betrifft die Wettbewerbssituation in einem U-Space Gebiet. In diesem koordinieren U-Space Service Provider (USSP) den Drohnenverkehr. Generell kann es in einem USpace mehrere USSP geben, die in einem Wettbewerb zueinanderstehen und sich in Service und Preis voneinander unterscheiden. »Damit U-Space Gebiete das wirtschaftliche Potenzial von Drohneneinsätzen fördern können, braucht es einen Wettbewerb, von dem die Drohnenbetreiber profitieren«, sagt Jan-Eric Putze, CEO von Droniq, einem in Deutschland führenden Unternehmen für die Integration von Drohnen in den Luftraum. »Wir freuen uns darauf, neben uns als USSP auch weitere Marktteilnehmer im U-Space zu begrüßen.«

Eine weitere aus seiner Sicht wichtige Empfehlung ist, U-Space Gebiete bei Bedarf auch in einer Flughafenkontrollzone einzurichten. »Dadurch ebnen wir den Weg für neue Urban Air Mobility Konzepte, zum Beispiel wenn es um den Flug vom Flughafen in die Stadt per Lufttaxi geht.« Um die effiziente Vernetzung aller beteiligten Stellen in einem U-Space Gebiet sicherzustellen, wird empfohlen, für jedes U-Space Gebiet einen Anbieter gemeinsamer Informationsdienste – den sogenannten Single Common Information Service Provider - einzurichten. Auf dieser Grundlage kann der Betreiber von U-Space-Diensten – der U-Space Service Provider – seine Dienste zur Verfügung stellen, wie es im Reallabor demonstriert wurde. Ein integriertes Luftlagebild für alle Beteiligten ist der Kern für den sicheren Betrieb von bemanntem und unbemanntem Luftverkehr. »Die Erkenntnisse aus dem Reallabor zeigen, dass die Umsetzung des U-Space-Konzeptes in Deutschland funktioniert«, sagt Angela Kies, Leiterin Unbemannte Luftfahrzeugsysteme bei der DFS. »Die Umsetzung kann nunmehr konsequent vorangetrieben werden, um den sicheren Einsatz von Drohnen effizient zu ermöglichen.«
 


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