Schwerpunkte

Industrie-4.0-Blaupause für die Praxis

Die Fabrik smart machen – jetzt!

01. Juni 2021, 07:00 Uhr   |  Autor: Bernd Cremer; Redaktion: Ute Häußler

Die Fabrik smart machen – jetzt!
© German Edge Cloud

Industrie-4.0-Konzepte erscheinen gerade vielen mittelständischen Fertigern als zu abstrakt. Wo also anfangen? Das erste schlüsselfertige deutsche Edge-Cloud-Rechenzentrum liefert die Blaupause einer Integrations- und Migrationsstrategie für die Praxis – und volle Datensouveränität.

Modularisierung, kleinere Losgrößen, schnellere Produktzyklen und der Trend zu autonomeren Fertigungsabläufen treiben bereits heute die Produktion. Fertigungs- und Logistiksysteme sollen sich bestenfalls ohne mensch­liches Zutun konfigurieren bzw. rekonfigurieren und zugleich hohe Qualität liefern. Ein hehres Ziel für die smarte Fabrik. Doch wie kann ein mittelständisches Unternehmen dies möglichst einfach und schnell umsetzen – möglichst jetzt gleich?

»Für die smarten Fertigungsabläufe bieten sich IIoT-basierte (Industrial Internet of Things) Systemarchitek­turen an, die Maschinenmassendaten verarbeiten und diese an industrielle Echtzeitanalyse- und smarte MOM-Systeme zuführen können. MOM-Systeme – Manufacturing Operations Management – konsolidieren alle Produktionsprozesse und bieten Services für ein ganzheitliches Fertigungsmanagement«, erklärt Dr. Sebastian Ritz, Geschäftsführer der German Edge Cloud (GEC).

»Recht schnell realisieren lässt sich eine solche IIoT-basierte Architektur durch eine Edge Cloud Appliance, also Hardware plus Software kombiniert mit Managed Services von einem Komplettanbieter wie uns. So kann sich der Fabrikbetreiber auf sein Kerngeschäft konzentrieren und profitiert von einem hohen Digitalisierungsgrad, ohne selbst über Know-how oder Ressourcen für diese Digitalisierungstechnologien verfügen zu müssen.«

Auf einer solchen digitalen Plattform können bestehende Applikationen betrieben und mit neuen Anwendungen kombiniert werden. Bisher getrennte Maschinendateninseln werden zusammengeführt und homogenisiert. Ein flexibles Softwaresystem dirigiert dabei die Produktionsanlagen. Starre Linien­konzepte werden abgelöst von einer modularen, flexibel gestaltbaren Fertigung.

Industrie-4.0-Komplettlösungen aus einer Hand

Und Ritz weiß, wovon er spricht: Als Schwesterunternehmen des Schaltschrankherstellers Rittal hat die German Edge Cloud Komplettlösungen für die Industrie-4.0-Umsetzung im Mittelstand entwickelt und will Indus­trieunternehmen damit aus der eigenen Erfahrung heraus helfen, den Weg zur Digitalisierung und Optimierung ihrer Fertigungsprozesse zu gehen und gleichzeitig die Souveränität über ihre Daten zu behalten.

»Unser Fokus liegt auf offenen, schnell einsetzbaren und datensouveränen Edge- und Cloud-Lösungen«, erklärt Dieter Meuser, ebenfalls Geschäftsführer der German Edge Cloud. Er ergänzt: »Die Systeme sind modular und ska­­lierbar. Damit sind unsere Kunden jederzeit in der Lage, auf veränderte Marktanforderungen zu reagieren – auch in der Zukunft.«

Von der Beratung über die Implementierung bis hin zum Betrieb von Softwareanwendungen auf kundeneigenen Clouds, einer Hyperscaler-Cloud oder der GEC-eigenen Cloud- bzw. Edge-Infrastruktur – ohne Vendor Lock-in – kann die German Edge Cloud als Komplettanbieter fungieren. Für Kunden in der produzierenden Industrie können die hybriden Edge-Cloud-Systeme erhebliche Effizienzvorteile bringen, zum Beispiel durch Data Analytics – bei voller Datensouveränität. Zweitens können via Cloud-Automation Kundenanwendungen in Multi-Cloud-Umgebungen und den hochverfügbaren Betrieb migriert werden, sicher und datensouverän im Sinne des europä­ischen Gaia-X-Projektes.

Rittal Smart Factory Industry 4.0 IIoT German Edge Cloud
© Rittal / German Edge Cloud

Das Werk Haiger des Schaltschrankherstellers Rittal wurde mit der German Edge Cloud zur Industrie 4.0-konformen Smart Factory.

Blaupause Industrie 4.0 bei Rittal

Die Anforderung für das speziell auf Industrie-4.0-Szenarien ausgelegte Edge-Cloud-Rechenzentrum Oncite der GEC entstand seinerzeit bei Rittal durch den Bedarf nach einer datensouveränen Lösung für die intelligente Analyse von Produktionsdaten und die Vernetzung von Fabriken am Beispiel des neuen Werks in Haiger. Heute können nicht nur Rittal sondern auch andere Industrieunternehmen mit der Blaupause ihre Daten in vernetzten Umgebungen schnell, einfach und sicher verfügbar machen und mit Data Analytics wertschöpfend nutzen – datensouverän und Cloud-Plattform-unabhängig, die üblichen Hürden und Stolpersteine entfallen durch das praxiserprobte Modell. Die industrielle Produktion profitiert von der Digitalisierung mittels Edge-Computing in Kombination mit der sicheren Anbindung an Public und Private Clouds ebenso wie die konstante Prozessoptimierung der dann smarten Fabrik.

IBM-Partnerschaft soll beschleunigen

Die Fertigungsindustrie hat aktuell einen akuten Bedarf: sie ruft nach schnellen und sicheren Möglichkeiten zur wertschöpfenden Nutzung von Daten. Um die Digitalisierungsbedürfnisse der Industrie über alle Firmengrößen und Skalierungswünsche abdecken zu können, ist die GEC 2020 eine Partnerschaft mit IBM eingegangen. Die größte Intention dahinter: Die Beschleunigung der Digitalisierung in der Industrie.

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2. Die größte Herausforderung: Prozess- und Produktdaten in Echtzeit

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