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Nahtlose Elektronik-Beschaffung

Siemens zahlt 700 Millionen für Supplyframe

20. Mai 2021, 12:08 Uhr   |  Ute Häußler

Siemens zahlt 700 Millionen für Supplyframe
© Siemens

Supplyframe ist die erste Akquisition von Dr. Roland Busch, der seit 1. Oktober 2020 die Siemens AG führt und neu ausrichten muss.

700 Millionen US-$ gegen gestresste Lieferketten: Siemens kauft mit Supplyframe eine führende Online-Plattform für die weltweite Beschaffung elektronischer Komponenten. Siemens-Kunden sollen in Kombination mit der hauseigenen Industrie-Software ihre Designs schneller produzieren können.

Knapp 100 Tage nach Antritt des neuen Siemens-CEO Roland Busch gibt es Hinweise, wie er den Konzern zukünftig positionieren möchte: Siemens will künftig im digitalen Handel mit Komponenten und Bauteilen mitmischen. 

Das kalifornische Unternehmen Supplyframe ging aus findchips.com hervor und ist heute eine der führenden Design-to-Source-Plattformen für globale Wertschöpfungsketten von elektronischen Komponenten. Die Transaktion kostet Siemens 700 Millionen US-Dollar und soll das SaaS-Angebot (Software as a Service) von Siemens stärken – insbesondere im Bereich Electronic Design Automation (EDA) und Printed Circuit Boards (PCB). Der Konzern gewinnt mit der Akquisition wertvolle Markteinblicke, welche Komponenten gerade gefragt und lieferbar sind. Diese Daten rechtfertigen wohl auch den stolzen Kaufpreis, Supplyframe erwirtschaftet derzeit etwa 70 Millionen US-Dollar Jahresumsatz.

Digitale Marktplatz-Strategie für KMU

»Wir freuen uns sehr, das hoch innovative und talentierte Team von Supplyframe in der Siemens-Familie willkommen zu heißen. Supplyframe wird der Nukleus für die Beschleunigung unserer digitalen Marktplatz-Strategie«, sagt Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO Digital Industries. »Das Ökosystem und das Marktplatz-Know-how von Supplyframe ergänzen unser Industrie-Software Portfolio perfekt. Damit können wir auch den wachsenden Markt der kleinen und mittleren Unternehmen noch besser bedienen«, so Neike weiter.

Supplyframe hat in den letzten Jahren ein starkes Design-to-Source Intelligence (DSI)-Ökosystem mit mehr als zehn Millionen Ingenieuren und Einkäufern weltweit aufgebaut. Dieses vereinfachte die Produktentwicklung, -beschaffung, -vermarktung und -verkauf von Unternehmen im Bereich der globalen Elektronik-Wertschöpfungskette enorm. Das Geschäftsaufkommen der SaaS-Lösung wuchs dabei mit 40% p.a. über die letzten Jahre. Siemens erwartet, dass sich die Wachstumsraten in dieser Größenordnung weiterentwickeln.

Maßnahme gegen Lieferengpässe

»Die Engpässe bei der Beschaffung von elektronischen Komponenten in den letzten Monaten hat die Anfälligkeit der Lieferketten offengelegt und klar gezeigt, dass die digitale Transformation und intelligente Entscheidungsfindungen unerlässlich sind. Ich freue mich sehr auf den Zusammenschluss mit Siemens, der uns die Möglichkeit gibt, unsere Innovationen zu skalieren und eine breitere, weltweite Anwendung unserer DSI-Lösungen voranzubringen«, sagt Steve Flagg, CEO und Gründer von Supplyframe.

Siemens erwartet signifikante Synergien zwischen Supplyframe und dem Siemens-Portfolio mit einem Net Present Value im mittleren dreistelligen US-Dollar Millionenbetrag. Darüber hinaus soll die Übernahme zum Ergebnis je Aktie bei Siemens vor Kaufpreisallokation im zweiten Jahr nach Vollzug der Transaktion beitragen. Steve Flagg bleibt CEO von Supplyframe und wird zusätzlich Teil des Führungsteams von Siemens Digital Industries Software. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt üblicher Bedingungen und wird für das letzte Quartal des Geschäftsjahres 2021 erwartet. 

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