Schwerpunkte

Open Source zur Referenz-Implementierung

Das technische Herzstück von Gaia-X steht

14. Juni 2021, 09:30 Uhr   |  Ute Häußler

Das technische Herzstück von Gaia-X steht
© Gaia-X

Die technische Basis der europäischen Datenplattform Gaia-X ist geschaffen, die erste Spezifikationsrunde wurde mit 4 definierten Federation Services beendet. Die gemeinsamen Standards und Frameworks dienen dem souveränen Datenaustausch und werden jetzt in Open Source-Quellcode umgesetzt.

Die technische Grundlage für den Aufbau der europäischen Dateninfrastruktur Gaia-X zur sicheren Digitalisierung und  - vorrangig - industriellen Vernetzung ist abgeschlossen. Ab Ende 2021 soll eine Referenz-Implementierung den souveränen Datenaustausch in die Praxis bringen.

Die ersten 4 Gaia-X Federation Services 

  • Identity & Trust Services,
  • Federated Catalogue,
  • Services für Souveränen Datenaustausch und
  • Compliance Services

bilden als gemeinsame Standards und Frameworks die Basis für Kooperationen. Mit den Services können sich Teilnehmer an Gaia-X untereinander regel-konform organisieren. Damit wird sichergestellt, dass innerhalb des Gaia-X-Netzwerkes alle Dateninfrastrukturen sicher und souverän genutzt werden können.

Thomas Jarzombek, Beauftragter des BMWi für die Digitale Wirtschaft und Start-ups sagt: »Mit dem Aufbau der sogenannten Federation Services, dem technischen Herzstück oder Betriebssystem von Gaia-X, ist der nächste Meilenstein geschafft. Die Anforderungen sind jetzt definiert und werden jetzt in Open-Source-Quellcode umgesetzt. So werden alle Services von Gaia-X zu einem transparenten und offenen System nach europäischen Standards verbunden.« 

Die Federation Services werden vorhandene Datenökosysteme und Infrastrukturökosysteme verknüpfen. Ziel ist es, dass Unternehmen die volle Souveränität und Kontrolle über ihre Daten behalten und unabhängig entscheiden können, über welche Plattformen und Cloud Ressourcen sie mit Partnern zusammenarbeiten. Über das damit entstehende föderierte und interoperableÖkosystem sollen die Teilnehmer Daten und Services souverän über sektorspezifische Datenräume hinweg nutzen können, ohne in Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu kommen.  

Open Source Fundament für offenes Ökosystem

Die Identity & Trust Services umfassen die Authentifizierung und Autorisierung, Credential Management, dezentrales Identitätsmanagement sowie die Verifikation von analogen Credentials. Der Federated Catalogue bündelt alle Angebote der Provider und ermöglicht Gaia-X Nutzern, das für sich bestmögliche Angebot zu finden. Die Sovereign Data Exchange Services regeln insbesondere die Verhandlung von Datenverträgen über das Netz und ermöglichen so die Durchsetzung von Data Usage Policies. Die Compliance Services definieren, wie das Onboarding von Providern und anschließend der anzubietenden Dienste zu Gaia-X abläuft und bieten zusätzlich geeignete technische Ansätze, um die Einhaltung der gemeinsamen Regeln (Policy Rules) kontinuierlich zu überwachen. 

Zusätzlich zu den vier Federation Services wurde auch eine Integrationsebene spezifiziert. Das Gaia-X Portal unterstützt z.B. das Onboarding und die Akkreditierung von Teilnehmern sowie die Orchestrierung und das Provisioning von Diensten. Für die Umsetzung dieser Services haben die Projektpartner insgesamt 17 Gewerke definiert, die nun in einer EU-weiten Ausschreibung vergeben werden. 

Die festgelegten Spezifikationen, an den unter anderem Bosch, SAP, 1&1, die Fraunhofer Gesellschaft und das Karlsruher Institut für Technik mitgearbeiten haben, werden im Zuge der Referenzimplementierung in Quellcode umgestetzt. Via Open Source können Interessierte Teil von Gaia-X werden. 

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