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Hannover Messe

Die Automatisierungs-Trends 2021

09. April 2021, 17:00 Uhr   |  Andreas Knoll

Die Automatisierungs-Trends 2021
© Siemens

Auch Siemens präsentiert seine Automatisierungslösungen auf der Hannover Messe Digital Edition.

Die Zusammenarbeit von Cloud und Edge bei der datengetriebenen Automatisierung sowie das Eindringen von Apps und anderen IT-Techniken in die Steuerung, die sich zur Automatisierungsplattform erweitert – das sind zwei der derzeitigen Haupttrends in der Automatisierungstechnik.

Die am Markt angebotenen Lösungen nähern sich also der Vision Industrie 4.0 immer mehr an. Auf der Hannover Messe 2021 Digital Edition zeigt sich dies deutlich.

Wegen der Coronavirus-Pandemie findet die Hannover Messe zum zweiten Mal „nur“ virtuell statt, aber auch als Online-Veranstaltung fungiert sie als Indikator für die Trends in der industriellen Automatisierung. Die Messe fußt auf drei Säulen: Expo, Conference und Networking.

Am Montag, den 12. April – dem ersten Messetag – erwartet die Besucher viel Prominenz aus Politik und Wirtschaft sowie die Verleihung des Industriepreises „Hermes Award“ durch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Die drei folgenden Konferenztage stehen im Zeichen des Messe-Leitmotivs „Industrial Transformation“, bevor am Freitag, dem letzten Messetag, der Karriere-Kongress „Women Power“ mit Workshops, Podiumsdiskussionen und neuen Networking-Lösungen die Besucherinnen anlockt. »Mehr als 1500 Unternehmen aus aller Welt beteiligen sich an der Hannover Messe Digital Edition und liefern damit einen branchenübergreifenden Überblick über Innovationen aus den Bereichen Industrie, Energie und Logistik«, kommentiert Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Messe AG.

Die drei Nominierungen zum Hermes Award spiegeln Trends in der Automatisierungstechnik wider: Bosch Rexroth ist für den weltweit ersten elektrischen Aktor zur Ansteuerung von Prozess-Ventilen unter Wasser nominiert, Phoenix Contact für die „NearFi“-Technik, die eine kontaktfreie Übertragung von Energie und Daten ermöglicht und bisherige Steckverbindungen ersetzen kann, und Pilz für das modulare Sicherheitsschaltgerät „myPNOZ“, das in Losgröße 1 gefertigt wird. Das Industrie-4.0-Thema „Losgröße 1“ ist also auch bei den Sicherheitsschaltgeräten angekommen.

Cloud und Edge als flexibles Gespann

Generell erscheint die Vision Industrie 4.0 zehn Jahre nach ihrer „Erfindung“ zum Greifen nah, und für diverse Aspekte haben sich Best-Practise-Methoden herausgebildet. Wurde die Cloud anfangs als zentrale Schaltstelle für die Erfassung und Analyse von Daten und die angemessene Reaktion darauf betrachtet, gilt heutzutage eine sinnvolle Aufgabenverteilung zwischen Cloud und Edge als Königsweg. Nicht von ungefähr »entwickeln und unterstützen Cloud Provider Technologien, Dienste und Geräte, die das breite Spektrum von Edge-Szenarien abdecken und in einer Vielzahl unterschiedlicher Umgebungen funktionieren«, wie Jan Metzner, Solutions Architect für Manufacturing bei Amazon Web Services (AWS), erläutert.

Typische Anwendungen für Edge Computing haben aus seiner Sicht folgende Merkmale: »extrem niedrige Latenzzeiten, begrenzte oder keine Internetverbindung und große Datenmengen, die lokal generiert und verarbeitet werden«. Und Siemens hat in Zusammenarbeit mit IBM seine Industrie-4.0-Plattform MindSphere auf den Einsatz an der Edge vorbereitet: »Kubernetes-Container auf einer Edge-Plattform laufen zu lassen gibt Kunden die Möglichkeit, verschiedene Anwendungen wie Siemens MindSphere flexibel zu implementieren und einzusetzen«, erklärt Marilies Rumpold-Preining, Director Red Hat Synergy DACH bei IBM. »Mit der Anbindung an IBM und Red Hat und damit die OpenShift-Technik sind die Daten jetzt zusätzlich auf einer Private Cloud vor Ort nutzbar; sie können lokal vorverarbeitet und selektiert werden.«

Darüber hinaus halten Techniken aus der IT wie etwa Apps und Mikro-Services direkt Einzug in die Automatisierung von Maschinen und Produktionslinien. Neben Phoenix Contact mit seinem Automatisierungs-Ecosystem „PLCnext Technology“ ist beispielsweise auch Bosch Rexroth mit seiner offenen Automatisierungsplattform „ctrlX Automation“ in diesem Sinne tätig. »CrtlX Automation bringt nahtlos in einem Gerät die Vorteile der OT mit denen der IT zusammen«, sagt Philipp Guth, Leiter Business Unit Automation & Electrification Solutions bei Bosch Rexroth. »Ein simples „Dranflanschen“ klappt hier nicht. Es funktioniert nur dann nahtlos, wenn der hybride Ansatz tief im Gerät und in der Architektur verankert ist.«

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