Faltbare OLED-Displays

DSCC senkt Wachstumsprognose

3. März 2022, 10:50 Uhr | Markus Haller
Merck Displays
Im Jahr 2021 wurden faltbare OLED-Displays ausschließlich in Smartphones integriert - bis 2026 soll die Technik auch für Notebooks und Tablets erschlossen sein.
© Merck

60 Millionen faltbare OLED-Displays werden im Jahr 2025 ausgeliefert, prognostiziert das Analystenhaus DSCC. Ein Jahr zuvor ging man noch von 94 Millionen aus.

Damit werden die Erwartungen weiter gesenkt. Schon in der Markteinschätzung im Dezember 2020 wurde die Prognose nach unten korrigiert. Grund waren die Auswirkungen der US-Sanktionen gegen den großen chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei, die ihn zu einer verzögerten Markteinführung des faltbaren Smartphones »Mate X2« zwangen. Beschränkter Marktzugang ist nach wie vor ein Problem für Huawei. Das Unternehmen habe Probleme bei der Beschaffung von Display-Paneln aus Südkorea und komme nur schwer an 5G-Chips, schreibt Ross Young, Mitgründer und Geschäftsführer von DSCC (Display Supply Chain Consultants).

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Marktprognose: Bis zum Jahr 2026 soll der Weltmarkt für falt- und rollbare OLED-Displays auf 84 Millionen Stück wachsen. Smartphones bleiben der dominierende Markt.
Marktprognose: Bis zum Jahr 2026 soll der Weltmarkt für falt- und rollbare OLED-Displays auf 84 Millionen Stück wachsen. Smartphones bleiben der dominierende Markt.
© DSCC

Auch nach den gesenkten Wachstumsprognosen für faltbare OLED-Displays, die sich durch den Ukraine-Konflikt noch weiter eintrüben können, fallen sie nach wie vor in die Rubrik eines starken Wachstumsmarktes. Die aktuellen Einschätzungen aus dem Februar 2022 gehen für den Zeitraum von 2021 bis 2026 von einer jährlichen Wachstumsrate von stolzen 54 Prozent aus. Die Zahl bezieht sich auf die abgesetzten Stückzahlen und beinhaltet neben faltbaren OLED-Displays auch rollbare. Im Jahr 2025 sollen 60 Millionen Stück ausgeliefert werden, ein Jahr später gar 86 Millionen, mit denen dann 11,8 Mrd. Dollar Umsatz generiert würden. Das jährliche Umsatzwachstum beziffern die Analysten auf 49 Prozent.

Samsung beherrscht aktuell den Markt für faltbare Smartphones

Mehr als 90 Prozent aller faltbaren OLED-Displays werden aktuell und innerhalb der nächsten fünf Jahre in Smartphones integriert. Hier nimmt Samsung eine herausragende Stellung ein. Durch die Display-Sparte Samsung Display Company (SDC) hat der südkoreanische Konzern einen so großen Vorsprung bei Technik und Produktionskapazitäten, dass die schärfsten Wettbewerber Google, Oppo, Vivo und Xiaomi faltbare OLED-Displays für ihre faltbaren Smartphones von Samsung zukaufen müssen. Apple ist hier keine Konkurrenz, denn die Kalifornier stellen keine faltbaren Smartphones her. Huawei wird durch den limitierten Marktzugang weiter ausgebremst. Für das Jahr 2022 rechnen die Analysten damit, dass 85 Prozent des weltweiten Umsatzes mit faltbaren OLED-Displays auf SDC entfallen.

Faltbare OLED-Displays: DSCC-Prognose für 2026
Anwendung Produzierte Display-Fläche Umsatz
Smartphone 1,31 Mio. m²  9,8 Mrd. Dollar
Notebooks 0,30 Mio. m²  1,2 Mrd. Dollar
Tablets 0,14 Mio. m² 0,7 Mrd. Dollar
Summe 1,75 Mio. m² 11,7 Mrd. Dollar

 

Bis 2026 sollen neben den Smartphones auch Notebooks und Tablets als relevanter Anwender-Markt erschlossen sein (Tabelle). Bis dahin wird laut DSCC-Prognose auch Samsung Displays Marktanteil von 85 Prozent auf 69 Prozent (8,2 Mrd. Dollar) sinken.


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