Schwerpunkte

Auf ein Viertel reduzierte Baugröße

Erster MRT-Scanner für Babys

12. Mai 2021, 16:07 Uhr   |  Nicole Wörner

Erster MRT-Scanner für Babys
© Neoscan

Auf ein Viertel der üblichen Größe und des üblichen Gewichts reduziert: Der neue MRT-Scanner von Neoscan für Neugeborene, Säuglinge und Kinder bis zu zwei Jahren.

MRT-Scanner sind sehr groß, sehr schwer und brauchen zur Kühlung flüssiges Helium. Dass es auch anders geht, zeigt Neoscan Solutions. Eine Schlüsselrolle beim ersten MRT für Säuglinge und Kleinkinder spielen die PC-Karten von Spectrum Instrumentation.

Die auf ein Viertel reduzierte Baugröße wurde unter anderem durch Digitizer und AWGs von Spectrum Instrumentation möglich, weil diese Messkarten eine Kohärenzgenauigkeit im Sub-Nanosekundenbereich bieten, wodurch die Scannersignale erzeugt und die Ergebnisse erfasst werden können.

Verkleinerter MRT-Scanner rettet kranke Babys

Auf ein Viertel der üblichen Größe und des üblichen Gewichts reduziert: Der neue MRT-Scanner von Neoscan für Neugeborene, Säuglinge und Kinder bis zu zwei Jahren.
Ein typischer MRT-Scanner mit 8 Tonnen Gewicht
Die Gehäuse der neuen MRT-Scanner, hergestellt vom Neoscan-Team in Magdeburg

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Zum Hintergrund:

Aktuelle MRTs wiegen rund acht Tonnen und müssen daher auf Fundamenten platziert werden, die dieses Gewicht tragen können - entweder speziell verstärkte Böden in einem Stockwerk oder im Keller des Gebäudes. Zudem haben sie einen Platzbedarf von ca. 40 Quadratmetern für den Scanner und die umfangreiche Zusatzausrüstung. Schließlich müssen sie mit flüssigem Helium gekühlt werden, was einen besonderen Aufwand darstellt.

»Nachdem ich viele Jahre mit MRT-Scannern gearbeitet hatte, wurde mir das Problem bewusst«, erklärt Dr. Stefan Röll, Gründer von Neoscan Solutions in Magdeburg. »Das Scannen eines kranken Babys bedeutet normalerweise einen langen Weg von der Station bis zum Scanner. Kleinkinder brauchen dabei möglicherweise medizinische Zusatzgeräte, die nicht leicht zu transportieren sind. Aus diesen Gründen wird manchmal sogar auf einen MRT-Scan für einen kranken Säugling verzichtet! Wir haben deswegen ein MRT speziell für Neugeborene und Kleinkinder entwickelt.«

Die Öffnung des Scanners hat einen Durchmesser von nur 30 cm – und nicht wie üblich 60 cm. Deswegen ist der Scanner viel kleiner (170 cm x 150 cm x 110 cm) und passt durch alle normalen Türen eines Krankenhauses.

Mit einem reduzierten Gewicht von nur 2000 kg kann das Gerät überall aufgestellt werden, ohne dass verstärkte Böden nötig sind. Mit nur zehn Quadratmetern Platzbedarf kann es in einem beliebigen Raum direkt auf der Kinderstation installiert werden.

»Es ist ein großer Vorteil, ein schlafendes Baby nur wenige Meter bis zum MRT zu tragen, statt eine lange Reise durch das Gebäude anzutreten«, so Röll. »Außerdem entfällt bei einem schlafenden Kind die Notwendigkeit von Beruhigungsmitteln, um das Baby für den Scan bewegungslos zu halten.«

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2. Diese grundlegenden Innovationen waren nötig

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