Meinung Robotik - High-Tech-Hilfe oder Bremse?

Welche Auswirkungen haben Roboter und die künstliche Intelligenz auf die Gesellschaft, heute und in Zukunft? Die Meinungen sind geteilt, je nach Blickwinkel. Bleibt nur zu hoffen, dass Hollywood falsch liegt…

Hollywood und TV-Studios haben einiges zu verantworten, wenn es um die öffentliche Wahrnehmung von Robotern und Fortschritten in der Technologie geht – insbesondere, wie sich beide auf den Durchschnittsbürger auswirken.
Große Blockbuster scheinen nicht am langweiligen Durchschnitt interessiert zu sein, sondern polarisieren: Entweder gibt es liebenswerte, etwas eigenartige Charaktere wie Wall-E oder R2-D2 oder brutale Cyborgs oder Killermaschinen wie z.B. den Terminator oder Agent Smith aus „Matrix“. Die Filmstudios scheinen auch zu glauben, dass wir in einer dystopischen Zukunft, mit einer zerstörten Umwelt oder von Kriegen erschüttert, leben werden. Bei der Frage nach der Ursache sind die Meinungen hier aber geteilt.

Heutzutage – und mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Tatsachen – ist es sehr schwer, ein wirtschaftliches oder finanzielles Argument gegen die Vorteile der Roboter zu finden, die sowohl in Industrie- als auch in Haushaltsumgebungen eingesetzt werden. Roboter bieten die Eleganz, Flexibilität und Anmut einer Balletttänzerin, gekoppelt mit der Stärke und schieren Kraft eines Schwergewichthebers. Sie sind nie müde, treten keiner Gewerkschaft bei, nehmen keinen Urlaub und brauchen keine Kaffeepause. Die Vorteile sind für jeden deutlich ersichtlich.

Diese Tatsache wurde auch von Joseph Engelberger berücksichtigt, der gemeinhin als „Vater der Robotik“ angesehen wird. Er überwachte die Installation des ersten Roboters an einer Montagelinie in einem Druckgusswerk von General Motors in Trenton, New Jersey im Jahr 1959. Dieser Prototyp mit der Bezeichnung Unimate #001 basierte auf einem Konzept von Georg Devol, dem Engelberger 1956 begegnete, und setzte einen Trend. Kurz darauf waren in Gießereibetrieben rund 450 Roboter in Aktion zu sehen.

Was würde Engelberger über moderne Roboter und ihre öffentliche Wahrnehmung denken? 1956 erschien der erfolgreiche Film „Alarm im Weltall“ mit dem berühmten Roboter Robby, der eine große Zahl an ähnlichen Figuren in zukünftigen Filmen hervorbrachte. Robby wurde so programmiert, dass er eine Reihe von Regeln befolgt, ähnlich der drei Robotergesetze von Asimov, um die Grundlage für eine vorteilhafte Partnerschaft zu schaffen, die im heutigen Hollywood gern unter den Teppich gekehrt wird.

Doch wo stehen wir jetzt? Und welche Auswirkungen hatte dieser frühe Durchbruch in der Industrie und dessen Adaption in Film und Fernsehen – nicht nur in der Branche, sondern in der Gesellschaft allgemein?

Industrieroboter bieten klare Vorteile gegenüber ihrem fehleranfälligen menschlichen Gegenpart. In Bezug auf Geschwindigkeit, Wiederholbarkeit, Genauigkeit und Durchsatz können wir einfach nicht mit ihnen Schritt halten; sie verrichten Arbeiten im Handumdrehen, die uns überfordern oder zu Tode langweilen würden. Ähnliches gilt für autonome und intelligente, vernetzte Geräte im Haushalt – Roboter-Staubsauger, -Rasenmäher, internetfähige Kühlgeräte und intelligente Thermostate. Haushaltsroboter oder Cobots spielen auch eine größere Rolle in bestimmten Bereichen wie z.B. der Pflege älterer Menschen und Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität. Laut International Federation of Robotics verfügt der Markt der Serviceroboter-Industrie in den USA über einen Wert von 5,2 Milliarden US-Dollar, wobei sich der Anteil der Haushaltsroboter bis zum Jahr 2020 auf 11 Milliarden US-Dollar Umsatz belaufen wird.

Verspricht die ganze Automatisierung nun eine rosige Zukunft oder steuern wir auf den gesellschaftlichen Zusammenbruch und eine globale Katastrophe zu? In Teilen der Gesellschaft sieht man diese Zunahme an alternativen Arbeitskräften mit Sorge, aber sind diese Sorgen berechtigt?

Wie bereits erwähnt, gibt es Arbeiten, die einfach zu schwierig oder unangenehm sind – aufgrund der erforderlichen Stärke, Flexibilität oder in vielen Fällen wegen der nötigen Aufmerksamkeitsspanne und entstehenden Langeweile. Einfach ausgedrückt: Roboter erledigen Aufgaben, die Menschen nicht ausführen können oder wollen. Aber was ist mit den Arbeiten, die von beiden ausgeführt werden können? Hier liegt das Hauptargument.