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Drei von vier Bürgern gegen Bildungsföderalismus

19. März 2018, 11:54 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Drei von vier Bürgern gegen Bildungsföderalismus
© Rawpixel.com – Shutterstock

Laut einer neuen Bitkom-Umfrage zufolge wünscht ich eine große Mehrheit der Bevölkerung Reformen des deutschen Bildungswesens: mehr digital, mehr Lehrer, Geld vom Bund.

Acht von zehn (79 Prozent) halten es in einer vernetzten Welt für nicht mehr zeitgemäß, dass jedes Bundesland ein eigenes Bildungssystem hat. Und neun von zehn (90 Prozent) meinen, dass der Bund die Möglichkeit bekommen sollte, Schulen finanziell zu unterstützen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1.012 Personen in Deutschland ab 16 Jahren, die der Digitalverband Bitkom in Auftrag gegeben hatte.

Bürger wollen digitale Schulen

Der Studie zufolge ist zudem eine mehrheit der Bürger der Meinung, dass digitale Medien und Inhalte in Schulen deutlich stärker zum Einsatz kommen sollten. Gut acht von zehn (84 Prozent) sagen, dass digitale Kompetenzen im Schulunterricht einen höheren Stellenwert genießen sollten.

Genauso viele (84 Prozent) meinen, Schulen sollten die Fähigkeit vermitteln, sich sicher in sozialen Netzwerken und im Internet zu bewegen. Sieben von zehn (69 Prozent) denken, dass Informatik ab der 5. Klasse Pflichtfach werden sollte. Und sechs von zehn (61 Prozent) sind der Ansicht, dass Schulen Programmieren ebenso selbstverständlich vermitteln sollten wie Rechnen oder Schreiben.

Mehr Lehrer und umfassendere Betreuung

Bei der Ausstattung der Schulen sehen ebenfalls viele Bürger großen Handlungsbedarf. Sieben von zehn (71 Prozent) fordern, dass in allen Klassen grundsätzlich zwei Lehrer zur Verfügung stehen sollten, etwa um Unterrichtsausfall zu verhindern. Zwei von drei (65 Prozent) stimmen der Aussage zu, dass in Deutschland alle Schulen zu Ganztagsschulen ausgebaut werden sollten.

Digitale Medien und Inhalte verbinden die meisten Bürger mit anschaulichem Unterricht, mehr Spaß und größerem Lernerfolg. Drei von vier (77 Prozent) sagen, dass Schüler durch den Einsatz digitaler Technologien auf das Leben und Arbeiten in der digitalen Welt vorbereitet werden. Sieben von zehn (72 Prozent) sehen den Vorteil, dass Inhalte und Zusammenhänge durch den Einsatz digitaler Technologien anschaulicher dargestellt und vermittelt werden können. Zwei von drei (64 Prozent) meinen, Schüler haben beim Lernen mit digitalen Technologien mehr Spaß. Und vier von zehn (42 Prozent) sind überzeugt, dass es digitale Technologien dem Lehrer ermöglichen, individueller auf einzelne Schüler einzugehen.

Anlässlich der Bildungskonferenz hat Bitkom 16 Schulen aus dem ganzen Bundesgebiet als Smart Schools prämiert, weil sie digitale Infrastruktur, digitale Lerninhalte und pädagogische Konzepte auf herausragende Weise miteinander verbinden. Die Entscheidung traf eine Jury aus Bildungsexperten anhand eines umfangreichen Kriterienkatalogs. Hier gehts zu den Smart Schools.

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