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Wie man KI erfolgreich im Unternehmen einführt 

17. November 2020, 11:48 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Wie man KI erfolgreich im Unternehmen einführt 
© Bild: Adobe Stock

Ein Whitepaper der Plattform Lernende Systeme will aufzeigen, wie Unternehmen KI-Systeme erfolgreich einführen und wie die dazu notwendigen Change-Prozesse gelingen können. 

»Die Einführung von KI-Systemen ist in Unternehmen oft mit Unsicherheiten verbunden. Viele Beschäftigten sorgen sich um ihren Arbeitsplatz oder fürchten, von Maschinen fremdgesteuert und überwacht zu werden. Deshalb ist es wichtig, dass volle Transparenz herrscht und die Beschäftigten von Anfang an in die Ausgestaltung des KI-Einsatzes einbezogen sind«, sagt Mitautor Oliver Suchy, Mitglied des Bundesvorstands des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB und der Arbeitsgruppe Arbeit/Qualifikation, Mensch-Maschine-Interaktion der Plattform Lernende Systeme. 

Die Einführung von KI steht in vielen Unternehmen noch am Anfang. »Natürlich haben Unternehmen Erfahrung darin, neuen Technologien einzuführen und können sich auf ein vertrautes Instrumentarium zur Gestaltung der Change-Prozesse stützen«, so Mitautor Sascha Stowasser, Direktor des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft ifaa und Mitglied der Arbeitsgruppe Arbeit/Qualifikation, Mensch-Maschine-Interaktion. »Doch beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz gibt es einige Besonderheiten zu berücksichtigen. KI-Systeme nutzen große Datenmengen – auch persönliche Daten – und agieren zum Teil sehr autonom. Hier stellen sich ganz neue Fragen, ob etwa Persönlichkeitsrechte beschnitten werden oder wem im Falle eines Fehlers des KI-Systems die Verantwortung dafür zugeschrieben werden kann.«

Vier Phasen einer erfolgreichen Einführung von KI 

Damit der Übergang zum KI-unterstützen Arbeiten gelingt, beschreiben die Autoren im Whitepaper vier Phasen, die ein erfolgreiches Change-Management durchlaufen muss. In der Startphase sollten Unternehmen gemeinsam mit den Beschäftigten die Ziele und den Zweck der geplanten KI-Anwendungen festlegen und die möglichen Auswirkungen beispielsweise auf die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben in den Blick nehmen. Wichtig ist es in dieser Phase auch, die Beschäftigten über die Funktionsweise des KI-Systems aufzuklären, denn ein Grundverständnis der Technologie ist die Basis, um Vertrauen aufzubauen. In der zweiten Phase steht das Design der KI-Systeme selbst im Vordergrund. Hier geht es darum, gemeinsam die Zusammenarbeit mit der KI zu gestalten – von Sicherheit und Datenschutz über die Arbeitsteilung bis hin zur Nachvollziehbarkeit der KI-Entscheidungen. 

 Die Vorbereitung der KI-Einführung und Implementierung der Systeme sind Teil der dritten Phase. Zentral in dieser Phase ist die Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die neuen Anforderungen. Zudem müssen Organisationsstrukturen und Aufgabenverteilungen im Betrieb angepasst werden. Die Autoren des Whitepapers raten, die KI-Systeme in Pilotprojekten und Experimentierphasen zu testen und Erfahrungen unter Realbedingungen zu sammeln, bevor die Anwendungen flächendeckend realisiert werden. Nach der Einführung der KI-Systeme muss deren Einsatz kontinuierlich überprüft, evaluiert und gegebenenfalls angepasst werden. In dieser letzten Phase des Change-Managements ist es besonders wichtig, die Erfahrungen der Beschäftigten einzubeziehen. Um die Mitwirkung der Beschäftigten langfristig sicherzustellen, schlagen die Autoren einen paritätisch besetzten KI-Rat vor, der die Change-Prozesse dauerhaft begleitet. 

Das Whitepaper „Einführung von KI-Systemen in Unternehmen. Gestaltungsansätze für das Change-Management“ wurde von der Arbeitsgruppe Arbeit/Qualifikation, Mensch-Maschine-Interaktion der Plattform Lernende Systeme verfasst und steht kostenlos zum Download zur Verfügung.  
 

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