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Anschlag auf Stromleitung galt Rohde & Schwarz

25. Mai 2021, 09:05 Uhr   |  Joachim Kroll

Anschlag auf Stromleitung galt Rohde & Schwarz
© Berufsfeuerwehr München

In der Nähe des Standorts von Rohde & Schwarz in München wurde ein Brandanschlag auf eine unterirdische Stromtrasse verübt.

Der Brand einer Stromleitung im Münchener Osten hat sich als Anschlag entpuppt. Nun ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht.

Am Münchner Ostbahnhof entsteht derzeit ein neues Quartier aus Gebäuden für Gewerbe, Hotels, Kreativwirtschaft und einem neuen Konzertsaal. Dort war in einer Baugrube am Freitagmorgen vor Pfingsten gegen 3:50 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Dabei war eine unterirdische Stromtrasse in Brand geraten, die aufgrund der Bauarbeiten freiliegt. Die Firma Rohde & Schwarz hat ihren Hauptsitz in der Nähe.

Zunächst bemerkten Passanten ein seltsames Knistern und im weiteren Verlauf einen lauten Knall. Der Kabelbrand konnte von der Feuerwehr zügig gelöscht werden. Die Folgen hielt jedoch noch längere Zeit an: Circa 20.000 Haushalte waren mindesten den Vormittag ohne Strom, 20 Ampelanlagen fielen aus und das zentrale Straßenbahndepot der Stadt München war komplett stromlos, sodass die Bahnen das Depot nicht verlassen konnten. Zur Ermittlung der Brandursache war der Staatsschutz eingeschaltet worden.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, ist inzwischen ein Bekennerschreiben aufgetaucht, in dem sich linksextreme Aktivisten dazu bekennen, den Brand gelegt zu haben. Primäres Ziel sei die Firma Rohde & Schwarz gewesen, die die Saboteure als »eins von vielen Unternehmen« bezeichnen, »die mit Waffenproduktion, Krieg und Tod ihre Profite machen«. Es sei »gelungen«, die Firma 24 Stunden von der Stromversorgung abzuschneiden, behaupten die Verfasser.

Rohde & Schwarz hat vier Geschäftssparten: Messtechnik, Kommunikationstechnik und Signalerfassung für Luftfahrt und Verteidigung, Übertragungstechnik für Rundfunk und Netzbetreiber sowie Netzwerk- und Cybersicherheitstechnik.

Weiterhin wird in dem Bekennerschreiben eine Entscheidung des Münchner Stadtrats ins Feld geführt, ein Waldstück abzuholzen, um eine Kiesgrube einzurichten sowie der Betrieb eines Kohlekraftwerks und des Atomkraftwerks Isar 2, an dem die Stadt mit 25 Prozent beteiligt ist.

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