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«Munich Quantum Valley»

Münchner Quantencomputer soll Spitzenkräfte locken

11. Januar 2021, 14:29 Uhr   |  dpa/newsdesk sc

Münchner Quantencomputer soll Spitzenkräfte locken
© Bayerische Staatskanzlei

Die Initiative Munich Quantum Valley will ein leistungsfähiges Ökosystem von Wirtschaft und Wissenschaft auf dem Feld der Quantenwissenschaften und -technologien etablieren. Zu diesem Zweck plant sie, Spitzenforscherinnen und -forscher zu rekrutieren und ein Zentrum einzurichten, das Industrie und Wissenschaft zusammenführen soll. Im Bild: Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident.

Münchens führende Wissenschaftler und Hochschulen wollen gemeinsam die Quantenforschung im Freistaat und die Entwicklung des ersten deutschen Quantencomputers vorantreiben. Dazu wurde das «Munich Quantum Valley» gegründet.

Am Montag gründeten dazu die Bayerische Akademie der Wissenschaften, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, die Max-Planck-Gesellschaft und die Technische Universität München (TUM) das «Munich Quantum Valley». Der Freistaat Bayern unterstützt das Vorhaben mit 300 Millionen Euro.

«Ein Quantencomputer öffnet ein völlig neues Tor in die Welt des Computers», sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei der Unterzeichnung der Zusammenarbeitserklärung. Ein solcher Computer biete heute «nicht absehbare Möglichkeiten» und werde Fragen beantworten, die die Menschen heute nicht einmal denken würden.

Perspektivisch - dem Vernehmen nach in den nächsten fünf bis zehn Jahren - soll auf Basis der Kooperation München zu einem national und europaweit führenden und konkurrenzfähigen Standort für Quantenwissenschaften und -technologien ausgebaut werden. Langfristig sei das Ziel, die gemeinsame Entwicklung von Hard- und Software für Quantencomputer. «In den trostlosen Corona-Zeiten ist das ein Zeichen für Hoffnung und den Start in eine bessere Welt», betonte Söder.

Die Initiative «Munich Quantum Valley» solle ferner ein leistungsfähiges «Ökosystem von Wirtschaft und Wissenschaft» etablieren, hieß es weiter. Dazu sollen Spitzenforscher nach Bayern gelockt und neue ausgebildet werden. Auch die Kooperation mit Industrie und Wirtschaft soll vorangetrieben werden.

Ein Quantencomputer speichert Informationen nicht in Form von Bits, die nur zwei mögliche Zustände annehmen können, nämlich Eins oder Null. Ein «Qubit» eines Quantencomputers kann stattdessen beides gleichzeitig sein, also Eins und Null. Das Quantenteilchen hält solange beide Zustände inne, bis man es sich ansieht oder misst. Damit können Quantencomputer theoretisch um ein Vielfaches schneller und leistungsfähiger sein als herkömmliche Rechner.

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