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Hableitermarkt 2020

Speicher-ICs wachsen, alles andere bricht ein

15. April 2020, 08:09 Uhr   |  Heinz Arnold

Speicher-ICs wachsen, alles andere bricht ein
© naypong/stock.adobe.com

Der Umsatz mit Halbleitern weltweit wird laut Gartner in diesem Jahr um 0,9 Prozent sinken. Noch im ersten Quartal prognostizierten die Analysten dem Markt ein Wachstum von 12,5 Prozent.

Gartner hat den ursprünglich prognostizierten Umsatz für 2020 um 55 Mrd. Dollar auf 415,4 Mrd. Dollar nach unten korrigiert. »Die Maßnahmen der Regierungen weltweit zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie wird einen sehr viel stärkeren Einfluss auf den Halbleitermarkt nehmen, als ursprünglich vorhergesagt«, erklärt Richard Gordon, Vice President von Gartner. Dass der Markt trotz der Auswirkungen der Corona-Krise lediglich um 0,9 Prozent schrumpft, sei den Speicher-ICs zu verdanken. Sie werden in diesem Jahr entgegen dem Trend um 13,9 Prozent wachsen. Der Umsatz der übrigen Halbleitersektoren dagegen werde um insgesamt 6,1 Prozent einbrechen und auf 290,6 Mrd. Dollar kommen.

Der Umsatz mit Speicher-ICs werde 2020 also rund 30 Prozent des Gesamtmarktes ausmachen und 124,7 Mrd. Dollar erreichen. Den größten Sprung nach oben werden laut Gartner die NAND-Flash-ICs machen: Um nicht weniger als 40 Prozent soll ihr Umsatz in diesem Jahr steigen. Das läge daran, dass neue Fabs nicht so schnell hochlaufen wie ursprünglich geplant und es Schwierigkeiten beim Umstieg auf neue Fertigungsprozesse gebe. Deshalb würden die Preise für NAND-Flash-ICs im ersten Halbjahr um 15,7 Prozent klettern. Das werde sich aber im zweiten Halbjahr umkehren: Weil dann der Bedarf zurückginge, würden die Preise dann um 9,4 Prozent fallen.

Auch im Sektor der Server-DRAMs werde die starke Nachfrage im ersten Halbjahr anhalten. Dementsprechend werden die Preise weiter steigen. Allerdings gehe die Nachfrage nach DRAMs für den Einsatz in Smartphones im zweiten Halbjahr zurück, so dass der DRAM-Markt 2020 insgesamt um 2,4 Prozent sinke.

Der Umsatz aller übrigen Halbleiter werde dagegen unter dem Nachfragerückgang aus den Smartphone-, Automotive- und Consumer-Märkten leiden. Lediglich aus den Sektoren der Datenzentren und der Kommunikationsinfrastruktur bleibe die Nachfrage fest, weil der Anteil der Beschäftigten, die von zu Hause arbeiten, stark steigt.   

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