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Geschäftsjahr 2020

Merck schließt mit guten Zahlen ab

04. März 2021, 08:25 Uhr   |  Iris Stroh

Merck schließt mit guten Zahlen ab
© Monster Ztudio/stock.adobe.com

Merck steigerte im Geschäftsjahr 2020 seinen Umsatz, weitete die EBITDA-pre-Marge aus und erreichte alle seine selbst gesetzten finanziellen Ziele. Der Unternehmensbereich »Performance Materials« wird ab sofort in »Electronics« umbenannt.

Der Konzernumsatz von Merck stieg im Jahr 2020 um 8,6 Prozent auf 17,5 Mrd. Euro. Organisch legte der Umsatz um 6,0 Prozent, akquisitionsbedingt um 5,3 Prozent zu. Dem standen negative Währungseffekte von -2,6 Prozent gegenüber. Das EBITDA pre stieg um 18,6 Prozent auf 5,2 Mrd. Euro, die EBITDA pre-Marge legte auf 29,7 Prozent zu.

Das operative Ergebnis EBIT stieg gegenüber dem Vorjahr um 40,8 Prozent auf 3,0 Mrd. Euro, das Konzernergebnis stieg im entsprechenden Zeitraum um 50,5 Prozent auf 2,0 Mrd. Euro an. Die Nettofinanzverbindlichkeiten sanken im Berichtszeitraum um -13,0 Prozent auf 10,8 Mrd. Euro.

Das Ergebnis je Aktie pre, an dessen Höhe sich die Merck-Dividende orientiert, legte 2020 um 20,5 Prozent auf 6,70 Euro zu. Im Einklang mit der nachhaltigen Dividendenpolitik von Merck werden Geschäftsleitung und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 1,40 Euro je Aktie vorschlagen, ein Anstieg von 10 Cent gegenüber dem Vorjahr.

»Das Jahr 2020 war geprägt von beispiellosen Turbulenzen. Wir haben aber auch unter Pandemiebedingungen unsere Strategie konsequent weiter umgesetzt und ein wirklich hervorragendes Geschäftsergebnis erzielt«, sagte Stefan Oschmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck. »Gerade die zurückliegenden zwölf Monate haben noch einmal auf besondere Weise die Leistungsfähigkeit unseres differenzierten Geschäftsmodells mit drei starken Unternehmensbereichen unter Beweis gestellt. Unser Fokus auf innovationsgetriebene Spezialgeschäfte zahlt sich aus. Merck ist sehr gut aufgestellt für eine erfolgreiche Zukunft«, so Oschmann.

In der Pandemie hat Merck alles darangesetzt, die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen und gleichzeitig die Kontinuität des Geschäftsbetriebs sicherzustellen. Zudem leistete das Unternehmen substanzielle Beiträge zum weltweiten Kampf gegen die Pandemie. So unterstützt Merck mehr als 50 Impfstoffprojekte. Vor Kurzem hatte Merck bekannt gegeben, seine strategische Partnerschaft mit BioNTech auszubauen und die Lieferung dringend benötigter Lipide, die bei der Herstellung des Covid-19-Impfstoffs von Pfizer-BioNTech zum Einsatz kommen, erheblich zu beschleunigen und die Liefermenge zum Jahresende 2021 zu steigern.

Im Jahr 2020 ist Merck bei der Umsetzung seiner Prioritäten weiter vorangekommen. »Wir haben unser strategisches Ziel konsequent verfolgt: Merck soll das führende Wissenschafts- und Technologieunternehmen sein«, so Oschmann. Healthcare hat weitere Fortschritte mit seiner Entwicklungspipeline gemacht und strebt weiterhin das Ziel an, rund 2 Mrd. Euro Umsatz durch neue Produkte im Jahr 2022 zu erreichen.

Das Geschäft von Life Science ist im Jahr 2020 sehr stark gewachsen – trotz teilweise erheblicher Einschränkungen durch die Schließung zahlreicher Labore, vor allem im 2. Quartal 2020. Die Produkte und Dienstleistungen von Life Science spielen eine wichtige Rolle in der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie. Der Unternehmensbereich wirkt an mehr als 35 Testlösungen, 50 Impfstoffen und 20 Programmen zu Covid-19-Therapeutika mit. Zudem hat Merck im Berichtsjahr eine Reihe von Maßnahmen zur Erweiterung der Produktionskapazitäten von Life Science vorangetrieben.

Performance Materials hat das Transformationsprogramm Bright Future weiter umgesetzt und sein Geschäft auf den Elektronikmarkt ausgerichtet, unter anderem durch die Einführung einer neuen kundenorientierten Organisation in der Geschäftseinheit Semiconductor Solutions. Um den strategischen Fokus des Unternehmensbereichs auf die Elektronikindustrie zu unterstreichen, firmiert dieser ab sofort unter dem Namen Electronics. »Der neue Name Electronics bringt auf den Punkt, worum es in diesem Geschäft geht: Um Technologien, die das digitale Leben voranbringen«, so Oschmann.

Merck erwartet auch für 2021 starkes organisches Umsatzwachstum

Hinsichtlich der Covid-19-Pandemie geht Merck davon aus, dass sich die im 2. Halbjahr 2020 eingesetzte Erholung des Geschäfts von den negativen Einflüssen der Pandemie im Geschäftsjahr 2021 fortsetzen wird. Das Unternehmen rechnet derzeit nicht damit, dass weitere Ausbruchswellen einen dem 1. Halbjahr 2020 vergleichbaren negativen Effekt, insbesondere auf die Unternehmensbereiche Healthcare und Electronics, haben werden. Für Life Science erwartet Merck aufgrund der Covid-19-Pandemie deutlich positive Beiträge, insbesondere in der Geschäftseinheit Process Solutions. Die zunehmende Verfügbarkeit von Covid-19-Impfstoffen und die damit einhergehende Immunisierung der Bevölkerung dürften zudem zu einer weiteren Stabilisierung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lage beitragen. Dennoch unterliegt die vorliegende Prognose im Vergleich zu den vergangenen Jahren einer höheren Schätzungsunsicherheit.

Für den Konzern erwartet Merck im Geschäftsjahr 2021 ein starkes organisches Wachstum der Umsatzerlöse, hauptsächlich getrieben von den Unternehmensbereichen Healthcare und Life Science. Für Electronics prognostiziert das Unternehmen einen soliden organischen Anstieg. Hinsichtlich der Wechselkursentwicklung geht Merck weiterhin infolge der politischen und makroökonomischen Entwicklungen von einem volatilen Umfeld aus. Das Unternehmen erwartet negative Währungseffekte zwischen -2 Prozent und -5 Prozent, die sich insbesondere aus der Entwicklung des US-Dollars sowie aus Währungen in einzelnen Wachstumsmärkten ergeben sollten.

Für das Geschäftsjahr 2021 rechnet Merck für das EBITDA pre mit einem prozentualen hohen einstelligen organischen Wachstum bis hin zu Wachstum im niedrigen Zehnerbereich – ohne Berücksichtigung der im Jahr 2020 erfolgten Rückstellungsauflösung. Das Unternehmen erwartet, dass alle drei Unternehmensbereiche mit organischem Wachstum zu dieser Entwicklung beitragen. Unter Berücksichtigung des Ertrags aus der Rückstellungsauflösung aus dem Herbst 2020 rechnet Merck mit einem leichten, bis moderaten organischen Wachstum des EBITDA pre. Die prognostizierte Währungsentwicklung wird die Kennzahl im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 voraussichtlich zwischen -2 Prozent bis -5 Prozent belasten, und wird sich vor allem in den Geschäften Healthcare und Electronics niederschlagen. Merck geht dabei davon aus, dass insbesondere der Euro /US-Dollar-Kurs die Währungsentwicklung beeinflussen wird.

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