Schwerpunkte

Continental-Mobilitätsstudie

Globaler Trend zum eigenen Auto erkennbar

22. Dezember 2020, 09:56 Uhr   |  Irina Hübner

Globaler Trend zum eigenen Auto erkennbar
© Continental

Seit 2011 führt Continental Mobilitätsstudien zu unterschiedlichen Fokusthemen durch. Die diesjährige beschäftigte sich damit, wie Covid-19 das Mobilitätsverhalten der Menschen beeinflusst.

Mobilitätskonzepte wie Sharing oder Hailing bestimmen die Diskussion um die Zukunft der Mobilität – aber bislang nicht die Lebensrealität der meisten Menschen: Das Auto gehört für sie weiterhin zur täglichen Fortbewegung. Dieser Trend wird durch die Covid-19-Pandemie auf der ganzen Welt verstärkt.

Die Corona-Pandemie verändert das Mobilitätsverhalten der Menschen in aller Welt. Die individuelle Mobilität im eigenen Fahrzeug erfährt einen starken Schub, während Sharing- oder Hailing-Angebote einen deutlichen Einbruch erleben. Die Menschen in Deutschland, Frankreich und den USA und Japan bleiben zum Großteil klassischen Mobilitätskonzepten treu: Die Nutzung von geteilter Mobilität in Form des Teilens von Fahrzeugen (Sharing) oder des spontanen »Herbeiwinkens« (Hailing) spielt in diesen vier Ländern kaum eine Rolle. In China nutzt immerhin jeder Zehnte solche Angebote.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Continental-Mobilitätsstudie 2020. Im Rahmen der Studie wurden in Kooperation mit dem Sozialforschungsinstitut Infas bevölkerungsrepräsentative Umfragen zum Mobilitätsverhalten in den fünf Ländern Deutschland, Frankreich, USA, Japan und China durchgeführt.

Kommerzielle Fahrgemeinschaften in Nachfragekrise

Während die individuelle Mobilität zunimmt, stecken laut der Umfrage die Angebote kommerzieller Fahrgemeinschaften in Deutschland, Frankreich, USA und Japan in der Nachfragekrise. In Frankreich und Japan sind es mit 7 beziehungsweise 6 Prozent nur geringe Anteile der Bevölkerung, die auf solche Angebote setzen.

Der Bedarf, auf den individuellen Autoverkehr umzusteigen, zeigt sich besonders deutlich in China: 21 Prozent der Befragten nutzen aufgrund der Pandemie kurzfristig buchbare On-Demand-Lösungen. Die hohe Akzeptanz unter den Befragten liegt auch daran, dass in China im Rahmen der Befragung via Online-Tool im stärkeren Maße Menschen im urbanen Raum erreicht werden, die stärkeren Zugriff auf solche Lösungen haben.

Sharing-Konzepte bislang nur in Großstädten relevant

Neue Sharing-Konzepte wie Ride Pooling oder Ride Hailing spielen bisher insgesamt keine relevante Rolle. Nur in großen Städten, insbesondere in den USA, steigt der Anteil der Befragten, die solche Dienste nutzen, etwas an – von einem Mainstream-Phänomen kann aber auch in diesem Gebieten bisher nicht gesprochen werden. Weit mehr als 80 Prozent aller Befragten besitzen das Auto, mit dem sie regelmäßig fahren. Ein Auto von Familie oder Freunden ist für 14 bis 20 Prozent der Menschen relevant.

Obwohl Sharing-Konzepte in den vergangenen Jahren vor allem im urbanen Raum für die Mobilität an Bedeutung gewonnen hatten, bleibt der Individualverkehr auf Basis des Autos im Alltag der meisten Menschen fest verankert und wird es wohl noch lang bleiben – insbesondere im ländlichen Raum. Dort ist aktuell die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Haushalte ein eigenes Auto haben. Die befragten Personen, die über kein Auto verfügen, gaben an, dies sei hauptsächlich aus Kostengründen der Fall, andere haben keine Verwendung.

Das eigene Auto gehört zur täglichen Fortbewegung

Dennoch gehört das Auto für die meisten Menschen zur täglichen Fortbewegung. 33 Prozent der US-Amerikaner nutzen ihr Fahrzeug mindestens einmal die Woche und 57 Prozent geben an, ihren Wagen täglich oder fast täglich zu benutzen. Nur die Franzosen nutzen das Auto zu 59 Prozent noch häufiger.

53 Prozent der befragten Deutschen geben an, ihren Wagen täglich oder fast täglich zu benutzen. 30 Prozent ihr Fahrzeug mindestens einmal die Woche. Ähnlich sieht es in Frankreich, den USA und China aus. Nur in Japan wird das Auto lediglich zu 34 Prozent täglich oder fast täglich genutzt.

Dr. Ariane Reinhart, im Vorstand von Continental verantwortlich für Personal und Nachhaltigkeit, bewertet die Studienergebnisse: »Die Ergebnisse der Continental-Mobilitätsstudie belegen ein weltweites Bedürfnis nach individueller Mobilität. In der Corona-Pandemie hat sich dieser Wunsch nochmals verstärkt. Umso wichtiger werden daher vor dem Hintergrund der drängenden Klimafrage nachhaltige und das bedeutet in allererster Linie klimaneutrale Lösungen für den weltweiten Verkehr. Als Technologieunternehmen mit einem der umfassendsten Nachhaltigkeitsfahrpläne in der Zulieferindustrie leistet Continental dafür wichtige Beiträge. Unser Anspruch ist klimaneutrale Mobilität – bis spätestens 2050.«

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