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Erstmals belastbare Zahlen zu Unfällen mit E-Scootern

08. Januar 2021, 10:50 Uhr   |  Irina Hübner

Erstmals belastbare Zahlen zu Unfällen mit E-Scootern
© albrechtsen3004 | pixabay

Erst seit Mitte 2019 sind E-Scooter in Deutschland überhaupt für den Straßenverkehr zugelassen.

Erstmals liegen nun die Unfallzahlen aus drei Quartalen – einschließlich der Sommersaison –für E-Scooter vor. So registrierte die deutsche Polizei insgesamt 1570 Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen von Januar bis September 2020, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden in den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 insgesamt 7 Menschen getötet. 269 E-Scooter-Nutzende wurden schwer verletzt und 1 096 leicht.

Die Zahlen erlauben nun einen Vergleich mit anderen Verkehrsmitteln, beispielsweise mit Fahrrädern: Hier hat die Polizei im selben Zeitraum deutschlandweit rund 73.293 Unfälle mit Personenschaden registriert, an denen Fahrradfahrer:innen beteiligt waren. 351 Fahrradfahrer:innen kamen dabei ums Leben, 14.128 wurden schwer verletzt, 59.633 leicht.

Mehr Unfälle mit E-Scootern im Frühjahr und Sommer

Noch spielen E-Scooter im Unfallgeschehen also eine vergleichsweise geringe Rolle. Allerdings stieg die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden im Frühjahr und Sommer an: Gab es im ersten Quartal 2020 noch 252 Unfälle mit Personenschaden, so waren es im zweiten Quartal bereits 417. Am höchsten war die Zahl der Unfälle im dritten Quartal: Von Juli bis September nahm die Polizei 901 E-Scooter-Unfälle auf, bei denen Menschen zu Schaden kamen. Dabei wurden 4 Menschen getötet, 145 schwer verletzt und 627 leicht.

Atypisces Verkehrsaufkommen durch Coronakrise

Wie aussagekräftig die Unfallzahlen aus dem Jahr 2020 sind, dürfte wegen der Corona-Pandemie durchaus bezweifelt werden. Denn insgesamt war das Verkehrsaufkommen im vergangenen Jahr deutlich geringer, was auch zu einer Abnahme des Unfallgeschehens führte. Von Januar bis September erfasste die Polizei rund 1,68 Millionen Straßenverkehrsunfälle. Das waren 15,4 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Besonders deutlich sichtbar wurde diese Entwicklung im Zeitraum des ersten Lockdowns im Frühjahr und in den Monaten danach: Insgesamt nahm die Polizei von März bis Ende Juni 2020 rund 26 % weniger Verkehrsunfälle auf als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Verkehrstoten lag in diesen vier Monaten mit 895 auf einem historischen Tiefstand – dem niedrigsten Wert für März bis Juni eines Jahres seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990.

E-Scooter im Straßenverkehr

E-Scooter sind erst seit Inkrafttreten der Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge am 15. Juni 2019 zum Straßenverkehr in Deutschland zugelassen. Die Nutzer:innen müssen – soweit vorhanden – Fahrradwege oder Schutzstreifen nutzen. Ansonsten sollen sie auf Fahrbahnen oder Seitenstreifen ausweichen, die Nutzung der Gehwege ist verboten. Einen Führerschein brauchen die Fahrerinnen und Fahrer von E-Scootern nicht, sie müssen aber mindestens 14 Jahre alt sein. In punkto Alkohol gilt die allgemein übliche 0,5-Promille-Grenze. Unter 21-Jährige und Führerschein-Neulinge dürfen sich keinerlei Alkoholkonsum erlauben, wenn sie E-Scooter fahren wollen.

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