Schwerpunkte

V2X-Kommunikation

China gibt den Ausschlag

02. August 2021, 07:29 Uhr   |  Iris Stroh

China gibt den Ausschlag
© shutterstock | monicaodo

Vernetzte Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur.

Bei der Kommunikation von Fahrzeugen (V2X) konkurriert das Mobilfunk-orienterte C-V2X mit dem 802.11p-basierten Kurzstreckenfunk DSRC. Welcher Standard sich durchsetzt hängt von den Regulierungsbehörden ab und da hat China eine klare Präferenz.

Einem neuen Forschungsbericht des IoT-Analystenunternehmens Berg Insight zufolge waren Ende 2020 etwa 0,7 Mio. Autos mit V2X-Funktionen auf den Straßen unterwegs. Die Analysten erwarten, dass diese Zahl bis 2025 auf 35,1 Mio. ansteigen wird.

V2X (Vehicle-to-Everything) wird die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen und den Verkehrsfluss verbessern, darüber sind sich alle einig. Dass bislang trotzdem wenig Fahrzeuge mit einer V2X-Kommunikation ausgestattet sind, liegt einerseits am Henne-Ei-Problem, denn V2X bringt für den Anwender erst Vorteile, wenn eine entsprechende Penetrationsrate erreicht wurde. Andererseits werden weltweit zwei unterschiedliche Standards forciert: 802.11p-basierte Technologien wie Dedicated Short-Range Communications (DSRC) und Cellular V2X (C-V2X).

Die ersten V2X-Anwendungsfälle, die weltweit eingesetzt werden, beziehen sich auf die Verkehrseffizienz und die grundlegende Sicherheit. Dazu gehören beispielsweise lokale Gefahrenwarnungen und Verkehrsinformationen sowie elektronische Notbremswarnungen und Linksabbiegeassistenten.

»Nach vielen Jahren der Entwicklung gewinnt die V2X-Implementierung in den wichtigsten Regionen langsam an Fahrt«, sagt Martin Svegander, Senior Analyst bei Berg Insight. DSRC-basiertes V2X wird bereits in Europa und Japan eingesetzt, unterstützt von Volkswagen und Toyota. C-V2X gewinnt in anderen Regionen an Dynamik und wird von Ford, BMW, Audi und der Telekommunikationsindustrie unterstützt. Der Markt ist aus der Sicht von Svegander in einem hohen Maße von gesetzlichen Vorgaben und der Frequenzzuweisung abhängig. »Die politischen Entscheidungsträger in China favorisieren C-V2X, während in den USA und der EU regulatorisch noch diverse Unsicherheiten bestehen«, so Svegander weiter.

Genau das dürfte 802.11p den Garaus bereiten, zumindest wenn sich die Erwartungen von Berg Insight erfüllen: Das Marktforschungsunternehmen geht davon aus, dass C-V2X im Jahr 2025 etwa 78 Prozent aller V2X-fähigen Fahrzeuge ausmachen wird, vor allem in China. Etwa 50 Prozent aller in China verkauften Neuwagen werden im Jahr 2025 serienmäßig mit C-V2X ausgestattet sein.

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Berg Insight AB