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Vernetztes Fahren

Bosch bündelt Software- und Elektronikkompetenz

22. Juli 2020, 13:30 Uhr   |  Stefanie Eckardt

Bosch bündelt Software- und Elektronikkompetenz
© Robert Bosch

Software spielt die Schlüsselrolle im Auto der Zukunft. Automobilzulieferer Bosch fasst daher Software- und Elektronikkompetenz in einem Geschäftsbereich mit 17.000 Mitarbeitern zusammen.

Der Trend zu einer immer anspruchsvolleren Elektronik und mehr Software beschleunigt sich zunehmend. In Folge steigt die Komplexität in der Fahrzeugentwicklung erheblich an. Um diese Herausforderung zu bewältigen, hat Bosch den neuen Geschäftsbereicht Cross-Domain Computing Solutions gegründet.

Ziel des neuen Geschäftsbereichs ist es, die steigende Komplexität mit übergreifenden Software- und Elektroniklösungen zu reduzieren. Zudem sollen neue Fahrzeugfunktionen künftig deutlich schneller auf die Straße kommen. Weil die traditionelle Softwareentwicklung in einzelnen, voneinander unabhängigen Bereichen zunehmend an ihre Grenzen gerät, führt Bosch Mitarbeiter aus der Software-, Elektrik- sowie Elektronikentwicklung aus den Bereichen Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren, Car Multimedia sowie Antrieb und Body Electronics in der neuen Einheit Cross-Domain Computing Solutions zusammen.

»Software aus einer Hand zu liefern, ist unsere Antwort auf die immense Herausforderung, Autos immer stärker zu digitalisieren«, erklärt Harald Kröger, Geschäftsführer in der Mobilitätssparte der Robert Bosch. Er verantwortet den neuen Geschäftsbereich, in dem künftig sowohl die Basis-Software der Fahrzeugcomputer und Steuergeräte als auch die Software der Fahrzeugfunktionen – von der Einparkhilfe und dem Spurhalteassistenten bis zum Musikstreaming – entwickelt wird. In Folge kommen neue Funktionen künftig deutlich schneller und via Software-Update zu den Nutzern.

Parallel zu einer übergreifenden Software-Entwicklung arbeitet der Zulieferer daran, die E/E-Architektur von Fahrzeugen zukunftsfähig zu machen. In seiner neuen Einheit bündelt das Unternehmen daher ebenso die Entwicklung von Fahrzeugcomputern, Steuergeräten und Sensoren. Ihr reibungsloses Zusammenspiel ist in Zukunft entscheidend. »Kernaufgabe von Cross-Domain Computing Solutions wird es sein, die Komplexität der Elektroniksysteme beherrschbar und darüber hinaus so sicher wie möglich zu machen«, betont Kröger. Besonderen Fokus legt Bosch dabei auf Hochleistungsrechner als technische Basis für die Digitalisierung moderner Fahrzeuge. Sie bündeln in allen Fahrzeugbereichen die immer umfassenderen Funktionen und übernehmen die Aufgaben einzelner Steuergeräte. »Mehr als 100 einzelne Steuergeräte sind in aktuellen Premiumfahrzeugen verbaut, selbst in Kleinwagen sind es heute bereits 30 bis 50. Mit Hochleistungsrechnern lässt sich diese Anzahl zukünftig deutlich reduzieren«, erklärt Kröger weiter. Da die Fahrzeugcomputer sowohl für Cockpit- und Vernetzungsfunktionen, für Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren sowie den Antrieb nun erstmals in einer übergreifenden Einheit entwickelt werden, entsteht eine durchgängige IT-Architektur für das gesamte Fahrzeug. Sie sorgt für ein nahtloses Zusammenspiel der elektrischen und elektronischen Komponenten. Zudem realisiert Bosch damit wertvolle Synergien.

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