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Weltpremiere auf der IAA Mobility

ZF legt Turbo für die Entwicklung von E-Autos ein

ZF Modular eDrive Kit
Zur IAA 2021 präsentiert ZF sein umfassendes Portfolio an modularen Elektrifizierungs-Lösungen, unter anderem das Modular eDrive Kit.
© ZF

Mit dem neuen Modular eDrive Kit, das erstmals auf der IAA vorgestellt wird, will ZF die steigende Nachfrage nach rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen bedienen. Das Kit soll die Entwicklungszeit für neue E-Antriebe um bis zu 50 Prozent reduzieren.

In dem Modular eDrive Kit für rein elektrische Antriebebündelt die Expertise des E-Mobility-Teams von ZF in einer flexiblen und modularen Plattform. Der wesentliche Vorteil des zugrundeliegenden Baukasten-Ansatzes sind laut Stephan von Schuckmann, Mitglied des ZF-Vorstands und verantwortlich für die Division Electrified Powertrain Technology, die kürzeren Entwicklungszeiten: »Mit unserem Modular eDrive Kit erreichen wir künftig eine Halbierung der Entwicklungszeit bis zur Serienreife«.

Zudem soll sich das Modular eDrive Kit für unterschiedliche Fahrzeugsegmente eignen: Konfigurationen mit E-Maschinen von 75 kW bis 400 kW Leistung und von 350 Nm bis 540 Nm Drehmoment sollen möglich sein und sich auf maximale Leistung und Effizienz auslegen lassen. Das Kit kann zum Beispiel vom Kompaktwagen (mit 100-kW-Antrieb und 400V-Inverter) bis zum Premiumsegment (mit 200 kW und 800-V-Inverter auf Silizium-Karbid-Basis) alles abbilden und bietet damit eine größtmögliche Spreizung – je nach dem, ob Kosteneffizienz oder Technologieführerschaft im Fokus stehen.

Antriebsplattform bringt Effizienzsteigerungen

Weil Systemdesign, Bauweise, Software, E-Motorenkonzept, Kühlung sowie einige Komponenten plattformübergreifend entwickelt werden, entstehen nach Unternehmensangaben Synergieeffekte und ein vom Start weg höherer Reifegrad. Das Basispaket kann je nach spezifischer Kundenanforderung schnell ergänzt oder ausgetauscht werden.

Drei E-Antriebe, deren Erfahrungen in das Modular eDrive Kit einfließen, sollen unmittelbar vor dem Serienstart stehen: eine Low-Antriebslösung unterhalb 100 kW, eine Mid-Antriebslösung bis 200 kW – beide basierend auf ASM- oder PSM-Maschinen und einem Inverter mit 400-V-Technik – sowie eine High-Lösung mit einer Leistung von über 200 kW, die im zweiten Halbjahr 2022 in Serie gehen wird und eine PSM-Maschine mit einem SiC-basierten Inverter auf 800-V-Technik verbindet. 

Abkoppelbarer Allrad-Antrieb

Die Energieeffizienz des Modular eDrive-Kits kann laut ZF durch einen weiteren Baustein erhöht werden: ZF eConnect ist eine flexible Lösung für Allradfahrzeuge. Das bauraumneutral ausgeführte System lässt die zweite Achse energiesparend abgekoppelt, solange sie nicht benötigt wird.

Damit sollen mechanische Schleppverluste um bis zu 90 Prozent reduziert werden. Je nach Bedarf kann eConnect den zweiten Antrieb jedoch binnen Millisekunden über eine Klauenkupplung verlustfrei zuschalten, wie das Unternehmen mitteilt.


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