Leistungsstarke Elektrifizierung

Rimac Technology wird eigenständiges Unternehmen

18. Januar 2022, 9:11 Uhr | Irina Hübner
Rimac Technology ist nun unabhängig.
Ziel von Rimac Tichnology es, eine Produktpalette anbieten zu können, die die Kunden durch den gesamten Produktentstehungsprozess führt – vom Konzept bis zur Großserienproduktion.
© Rimac Technology

Die Rimac-Gruppe fungiert seit 1. Januar 2022 als Dachgesellschaft von Bugatti Rimac und dem neuen, eigenständigen Unternehmen Rimac Technology. Im Fokus hat Rimac Technology die Entwicklung leistungsstarker Elektrifizierungssysteme für verschiedene Automobilhersteller.

Die Rimac-Gruppe ist mit 55 % Mehrheitsaktionär von Bugatti Rimac, Porsche hält die restlichen 45 %. Rimac Technology – die Schwestergesellschaft des bisherigen Unternehmens Rimac Automobili – wird ein völlig unabhängiges Unternehmen, das zu 100 % der Rimac-Gruppe gehört. Sie wird ihre Aktivitäten in den Bereichen Engineering, Entwicklung, Produktion und Lieferung von Hochleistungsbatteriesystemen, elektrischen Antriebseinheiten, elektronischen Systemen und Komponenten für die Benutzerschnittstelle fortsetzen und ausbauen.

Rimac Technology arbeitet heute bereits mit vielen großen Automobilherstellern – unter anderem Porsche, Hyundai, Kia und Aston Martin – in ganz Europa zusammen und nutzt dazu sein technisches Know-how aus der Entwicklung des Nevera. Ziel ist es, eine Produktpalette anbieten zu können, die die Kunden durch den gesamten Produktentstehungsprozess führt – vom Konzept bis zur Großserienproduktion.

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Höheres Produktionsvolumen geplant

In den vergangenen Jahren hat Rimac Technology Komponenten für mehrere Nischenprojekte geliefert. Nun baut das Unternehmen seine Produktionskapazitäten aus und will bis 2024 Zehntausende von Hochleistungssystemen pro Jahr herstellen – von kleinen Hybridbatteriesystemen bis hin zu kompletten Fahrgestellen. In der Folge soll das Produktionsvolumen noch deutlich weiter erhöht werden. 

Rimac Technology ist frei von jeglicher Beaufsichtigung durch andere Hersteller, einschließlich der Investoren der Rimac-Gruppe. Denn für die Kunden von Rimac Technology ist es ebenso wichtig, dass ihre Projekte vertraulich behandelt werden, wie dass sie zu den vereinbearten Kosten, mit der geforderten Leistung und pünktlich geliefert werden.

Als CEO der Rimac-Gruppe wird Mate Rimac sowohl Bugatti Rimac als auch Rimac Technology leiten. Bugatti und Rimac Automobili werden als eigenständige Marken weitergeführt, wobei beide als Teil von Bugatti Rimac mit gemeinsamer Forschung und Entwicklung und anderen Kernfunktionen unter Beibehaltung der bestehenden Produktionsstätten und Vertriebskanäle operieren. Bugatti Rimac wird die Zukunft der Fahrzeuge von Bugatti und Rimac weiterdenken und -entwickeln. Dazu werden die Ressourcen und das Know-how in F&E, Produktion und anderen Bereichen zusammengeführt.

Platz für mehr als 2500 Mitarbeiter

Rimac Technology mit Sitz am Stadtrand von Zagreb, Kroatien, beschäftigt aktuell etwa 1000 Mitarbeiter. Ab 2023 wird die Rimac-Gruppe, einschließlich Rimac Technology, ihren Hauptsitz in einem neuen 200.000 Quadratmeter großen Rimac-Campus einnehmen, ebenfalls am Stadtrand von Zagreb gelegen. Der Campus bietet Platz für mehr als 2500 Mitarbeiter und umfasst alle Geschäftsbereiche der Rimac-Gruppe.

»In der Anfangszeit von Rimac Automobili im Jahr 2009 war es mein Traum, mein eigenes elektrisches Hypercar zu bauen. Mit Nevera glauben wir, diesen Traum verwirklicht zu haben, indem wir ein Auto geschaffen haben, das nicht nur das schnellste der Welt ist, sondern auch komfortabel, benutzerfreundlich und vollgepackt mit unserer fortschrittlichen Technologie. Aber Nevera ist nicht nur ein eigenständiges Projekt, sondern auch ein Beispiel dafür, was Rimac Technology ohne die Kosten- oder Mengenbeschränkungen eines großen Herstellers erreichen kann«, sagt Mate Rimac, CEO der Rimac-Gruppe.

»Wir sind der Meinung, dass es viel einfacher ist, die Technologie auf ein höheres Volumen und niedrigere Kosten zu skalieren, wenn man sie erst einmal so weit wie möglich gebracht hat. Die E-Achsen, das Torque Vectoring, die Batteriesysteme, die Konnektivität, die künstliche Intelligenz und zahllose andere elektrische Systeme des Nevera sind allesamt unsere eigenen Kreationen. Jedes von ihnen kann auf Anwendungen mit größeren Stückzahlen skaliert werden.«

Die Ausgliederung des Technologiegeschäfts in eine eigene Einheit sieht Mate Rimac als natürlichen Schritt, da der Schwerpunkt der beiden Märkte – Hypercars und Komponenten – völlig unterschiedlich ist. So müssen die Produkte von Rimac Technology nicht nur in Sachen Leistung führend sein, sondern auch wettbewerbsfähig und in großen Stückzahlen herstellbar sein, während diese Aspekte für das Hypercar-Geschäft zweitrangig sind.


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